Bibelblogger

"HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit." (2.Samuel 7,28)

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Teil 1: Der Herr der Geschichte: Jesu königliche Herrlichkeit!

Beckblogger (3)

Offen­barung 1,4–8

“Johannes an die sieben Gemein­den in der Prov­inz Asia: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geis­tern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Chris­tus, welch­er ist der treue Zeuge, der Erst­ge­borene von den Toten und Fürst der Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sün­den mit seinem Blut und uns zu einem Kön­i­gre­ich gemacht hat, zu Priestern vor Gott und seinem Vater, dem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und es wer­den ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durch­bohrt haben, und es wer­den wehk­la­gen um seinetwillen alle Stämme der Erde. Ja, Amen. Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.”

Die ein­lei­t­en­den Verse der Offen­barung führen den Leser unmit­tel­bar in die geistliche Atmo­sphäre dieses einzi­gar­ti­gen Buch­es hinein. Noch bevor Johannes seine Visio­nen ent­fal­tet, öffnet er einen Raum, in dem die himm­lis­che Wirk­lichkeit selb­st zu sprechen begin­nt. Die Adres­sat­en sind konkrete Gemein­den in der römis­chen Prov­inz Asia, doch der Ton­fall ver­rät, dass die Botschaft weit über ihren his­torischen Rah­men hin­aus­re­icht. Johannes schreibt nicht als religiös­er Philosoph oder poli­tis­ch­er Beobachter, son­dern als Zeuge ein­er Offen­barung, die ihren Ursprung im ewigen Gott hat. Der Gruß von Gnade und Frieden ist nicht bloß höfliche Ein­leitung, son­dern the­ol­o­gis­che Grundle­gung: Er stammt von dem, der über der Zeit ste­ht, der gegen­wär­tig ist, der in der Ver­gan­gen­heit gehan­delt hat und dessen Kom­men die Zukun­ft bes­tim­men wird. In dieser dreifachen Zeit­for­mulierung schim­mert bere­its das Wesen Gottes durch, der sich nicht in die Abläufe der Geschichte ein­fügt, son­dern sie trägt, durch­dringt und vol­len­det.

Die Erwäh­nung der sieben Geis­ter vor dem Thron ver­weist auf die Fülle des Heili­gen Geistes, der in vol­lkommen­er Wirk­samkeit vor Gott ste­ht und dessen Gegen­wart die Gemein­den befähigt, in ein­er feindlichen Welt treu zu bleiben. Zugle­ich tritt Jesus Chris­tus in den Mit­telpunkt, nicht als abstrak­te Fig­ur, son­dern in drei Titeln, die sein Wesen und sein Werk zusam­men­fassen. Als treuer Zeuge hat er die Wahrheit Gottes in ein­er Welt der Lüge offen­bart, als Erst­ge­boren­er der Toten hat er den Tod über­wun­den und den Beginn der neuen Schöp­fung geset­zt, und als Fürst der Könige der Erde ste­ht er über allen Mächt­en, die sich gegen Gott erheben. Diese Hoheit ist nicht dis­tanziert, son­dern zutief­st heil­sam, denn der­selbe Chris­tus, der herrscht, ist der­jenige, der liebt, erlöst und durch sein Blut befre­it. Die Gemeinde wird dadurch nicht nur gerettet, son­dern in eine neue Iden­tität hineingerufen: ein königlich­es Priester­tum, das Gott dient und seine Her­rlichkeit wider­spiegelt.

Mit dem Aus­ruf „Siehe, er kommt mit den Wolken“ weit­et sich der Blick vom gegen­wär­ti­gen Trost zur zukün­fti­gen Vol­len­dung. Die Wiederkun­ft Christi wird nicht als inneres Erleb­nis oder sym­bol­is­ches Bild beschrieben, son­dern als sicht­bares, weltweites Ereig­nis, das nie­mand überse­hen kann. Selb­st jene, die ihn ver­wor­fen und durch­bohrt haben, wer­den ihn sehen, und die Reak­tion der Völk­er wird von Erschüt­terung geprägt sein. Die Offen­barung begin­nt damit nicht in idyl­lis­ch­er Ruhe, son­dern in der Span­nung zwis­chen Gericht und Heil, zwis­chen der Freude der Erlösten und dem Wehk­la­gen der­er, die sich gegen Gott gestellt haben. Doch über allem ste­ht das sou­veräne Wort Gottes, das den Abschnitt beschließt: „Ich bin das A und das O.“ Der Herr selb­st spricht und bekräftigt, dass er Ursprung und Ziel aller Dinge ist. Seine Gegen­wart umfasst Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukun­ft, und seine All­macht garantiert, dass alles, was Johannes nun sehen und schreiben wird, nicht men­schlich­er Speku­la­tion entspringt, son­dern göt­tlich­er Wirk­lichkeit.

Diese Verse bilden somit das Tor zur gesamten Offen­barung. Sie ver­ankern das Buch im Wesen Gottes, im Werk Christi und in der Beru­fung der Gemeinde. Sie öff­nen den Blick für die kom­mende Her­rlichkeit und erin­nern zugle­ich daran, dass die Geschichte nicht von den Mächti­gen dieser Welt geschrieben wird, son­dern von dem, der war, der ist und der kommt.


Vom Sohn: Vers 5: “Und von Jesus Christus”

Johannes ent­fal­tet an dieser Stelle eine Chris­tolo­gie von außeror­dentlich­er Dichte. Der Name „Jesus“ ver­weist auf die konkrete geschichtliche Gestalt, die in der Niedrigkeit des Men­sch­seins erschien und doch die ret­tende Zuwen­dung Gottes selb­st verkör­pert. In ihm wird sicht­bar, dass Gottes Heil nicht als abstrak­te Idee, son­dern als Per­son in die Welt tritt. Der Titel „Chris­tus“ hebt diese geschichtliche Per­son zugle­ich in ihre heils­geschichtliche Würde: Er ist der von Gott Gesalbte, der ver­heißene Mes­sias, der Träger göt­tlich­er Voll­macht, der Frieden­skönig, der Israel erneuert und die Völk­er sam­melt. Johannes verbindet bei­des untrennbar .….

.….denn nur der Jesus, der in den Evan­gelien gepredigt, verkün­det und selb­st lehrt und predigt, ist der Chris­tus der Propheten; und nur der Chris­tus der Propheten ist der Jesus, der in Fleisch und Blut erschienen ist.

Dass Johannes den Sohn an den Schluss der dreifachen Nen­nung stellt, ist kein Zufall. Es ist, als würde er den Höhep­unkt des Segens­grußes bewusst hin­auszögern, um dann in ein­er Fülle von Titeln und Tat­en die Her­rlichkeit Jesu vor Augen zu stellen. Der Zusatz ist nicht schmück­endes Bei­w­erk, son­dern eine the­ol­o­gis­che Verdich­tung, die das ganze Evan­geli­um in weni­gen Sätzen zusam­men­fasst. Jesus wird als der treue Zeuge beze­ich­net, weil er in seinem Leben und Ster­ben die Wahrheit Gottes unver­fälscht bezeugt hat. Er ist der Erst­ge­borene der Toten, weil in sein­er Aufer­ste­hung der Durch­bruch der neuen Schöp­fung geschehen ist. Und er ist der Fürst der Könige der Erde, weil seine Erhöhung ihn über alle Mächte und Gewal­ten gestellt hat, die sich gegen Gott erheben.

Diese drei Titel umfassen Pas­sion, Oster­sieg und Erhöhung. In der Pas­sion zeigt sich seine Treue, in der Aufer­ste­hung seine göt­tliche Leben­skraft, in der Him­melfahrt seine königliche Herrschaft. Johannes lässt keinen Zweifel daran, dass das Heil der Gemeinde nicht in ein­er Idee, einem Sys­tem oder ein­er religiösen Prax­is grün­det, son­dern in der Per­son Jesu Christi, der liebt, erlöst und herrscht. Seine Liebe ist nicht sen­ti­men­tal, son­dern blutig erkauft; seine Erlö­sung ist nicht sym­bol­isch, son­dern real; seine Herrschaft ist nicht zukün­ftig allein, son­dern bere­its gegen­wär­tig wirk­sam.

Indem Johannes diesen Chris­tus vor die sieben Gemein­den stellt, ruft er sie in die Wirk­lichkeit hinein, die ihre Iden­tität bes­timmt. Sie leben nicht aus ihrer eige­nen Kraft, nicht aus ihrer gesellschaftlichen Stel­lung, nicht aus ihrer moralis­chen Leis­tung, son­dern aus dem, was Jesus Chris­tus ist und getan hat. Seine Per­son ist Ursprung, Mitte und Ziel ihres Glaubens. Seine Wirk­samkeit trägt sie durch Bedräng­nis und Ver­suchung. Seine Erhöhung garantiert, dass die Geschichte nicht im Chaos endet, son­dern in der Offen­barung sein­er Her­rlichkeit.

Jesus ist das ewige Wort Gottes an uns vergänglichen Men­schen: “Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Das­selbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch das­selbe gemacht, und ohne das­selbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.” (Johannes 1,1–3); “Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Her­rlichkeit, eine Her­rlichkeit als des einge­bore­nen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit” (Johannes 1,14); “Nie­mand hat Gott je gese­hen; der Einge­borene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt” (Johannes 1,18). “Und er ist bek­lei­det mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: »Das Wort Gottes«” (Offen­barung 19,13).

Treu ist er nicht nur in seinem Wort, son­dern auch mit seinem gesamten Sein und Wirken ist er der zuver­läs­sige, durch und durch wahre Zeuge des Vaters: “Wer mich sieht, der sieht den Vater” (Johannes 14,9). “Ich bin die Wahrheit” (Johannes 14,6).

Die Passion Jesu: Vers 5: “Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut”

Wenn Johannes schreibt „Ihm, der uns liebt“, dann set­zt er an den inner­sten Kern des Evan­geli­ums. Er beschreibt nicht eine ver­gan­gene Zunei­gung, nicht eine abstrak­te Hal­tung Gottes, son­dern eine gegen­wär­tige, wirk­same, tra­gende Liebe, die im Opfer­tod Jesu ihre höch­ste Offen­barung gefun­den hat. Das griechis­che Präsens zeigt: Diese Liebe ist nicht erloschen, sie ist nicht Erin­nerung, sie ist Gegen­wart. Chris­tus liebt – jet­zt, in diesem Augen­blick, in dem die Gemeinde seine Worte hört. Doch diese gegen­wär­tige Liebe ist untrennbar mit dem ver­bun­den, was er getan hat: „und uns erlöst hat von unseren Sün­den mit seinem Blut“. Die Liebe Jesu ist nicht bloß Gefühl, son­dern Tat; sie ist nicht bloß Zuwen­dung, son­dern Hingabe; sie ist nicht bloß Wärme, son­dern Opfer.

Die Krö­nung sein­er Liebe ist sein Opfer­gang für uns ans Kreuz: “Vor dem Pas­safest aber erkan­nte Jesus, dass seine Stunde gekom­men war, dass er aus dieser Welt gin­ge zum Vater. Wie er die Seinen geliebt hat­te, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende” (Johannes 13,1). Er hat uns damit “erlöst” von der Last unser­er Schuld und damit auch erlöst vom Gericht, Verurteilung und ewiger Ver­damm­nis.

Die Schrift bezeugt diese Liebe an vie­len Stellen. Paulus fasst sie in einem Satz zusam­men, der wie ein Echo zu Offen­barung 1 klingt: „Ich bin mit Chris­tus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selb­st], son­dern Chris­tus lebt in mir. Was ich aber jet­zt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selb­st für mich hingegeben hat.“ (Galater 2,20). Hier wird die Liebe nicht als abstrak­te Größe beschrieben, son­dern als Selb­sthingabe. Jesus liebt, indem er sich gibt. Johannes selb­st hat es in seinem Evan­geli­um so for­muliert: „Nie­mand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Fre­unde“ (Johannes 15,13). Und Paulus weit­et diesen Gedanken noch aus, indem er zeigt, dass Chris­tus nicht für Fre­unde starb, son­dern für Feinde: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Chris­tus für uns gestor­ben ist, als wir noch Sün­der waren“ (Römer 5,8).

Die Liebe Jesu ist also nicht Antwort auf unsere Würdigkeit, son­dern Ursprung unser­er Ret­tung.

Wenn Johannes in der Offen­barung schreibt, dass Jesus uns „erlöst hat von unseren Sün­den mit seinem Blut“, dann greift er die ganze Opfer- und Erlö­sungstra­di­tion der Schrift auf. Das Blut ist nicht Sym­bol für Gewalt, son­dern für Leben, das hingegeben wird. Es ist der Preis der Frei­heit. Wie Israel durch das Blut des Pas­salammes aus der Knechtschaft Ägyptens befre­it wurde, so wird die Gemeinde durch das Blut des Lammes Gottes aus der Knechtschaft der Sünde befre­it. Johannes der Täufer hat­te es prophetisch aus­ge­sprochen: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt“ (Johannes 1,29). In der Offen­barung wird dieses Lamm zum Zen­trum der himm­lis­chen Anbe­tung, weil es geschlachtet wurde und durch sein Blut Men­schen aus allen Völk­ern erkauft hat (Offen­barung 5,9).

Die Liebe Jesu ist also nicht sen­ti­men­tal, son­dern ret­tend. Sie ist nicht weich, son­dern stark. Sie ist nicht flüchtig, son­dern ewig. Sie ist Liebe, die den Tod nicht scheut, um den Geliebten das Leben zu schenken. Johannes betont diese Liebe am Anfang der Offen­barung, weil alles, was fol­gt – Trost, Ermah­nung, Gericht, Hoff­nung, Ver­heißung – nur im Licht dieser Liebe ver­standen wer­den kann. Die Gemeinde lebt nicht aus Angst, son­dern aus der Gewis­sheit, geliebt zu sein. Sie beste­ht nicht durch eigene Treue, son­dern durch die Treue dessen, der sie geliebt hat bis ans Ende (Johannes 13,1). Und sie erwartet nicht mit Zit­tern die Wiederkun­ft Christi, son­dern mit der Zuver­sicht dessen, der weiß, dass der kom­mende Richter der­selbe ist, der sein Leben für sie gegeben hat.

So wird die Pas­sion Jesu zum leuch­t­en­den Mit­telpunkt der Offen­barung: das Kreuz als Krö­nung sein­er Liebe, das Blut als Preis unser­er Frei­heit, die Liebe als Ursprung und Ziel des ganzen Heil­swerks.

Der Ostersieg: Vers 5: “der Erstgeborene von den Toten und Fürst der Könige auf Erden!”

Wenn Johannes Jesus als „den Erst­ge­bore­nen von den Toten“ beze­ich­net, fasst er die ganze Macht und Würde des Oster­sieges in ein einziges Bild. „Erst­ge­boren­er“ meint nicht, dass Jesus nur der Erste in ein­er Rei­he von Aufer­stande­nen wäre, son­dern dass er der Herr der neuen Schöp­fung ist, der Ursprung eines neuen Men­schengeschlechts, das dem Tod nicht mehr unter­wor­fen ist. In ihm begin­nt eine Wirk­lichkeit, die stärk­er ist als Grab, Ver­we­sung und Endlichkeit. Paulus beschreibt dieselbe Wahrheit, wenn er schreibt: „Chris­tus ist aufer­weckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind“ (1. Korinther 15,20). Die Aufer­ste­hung Jesu ist nicht nur ein Wun­der an ihm, son­dern der Durch­bruch des Lebens für alle, die zu ihm gehören. Sie ist der Anfang des neuen Äons, der Beginn der endgülti­gen Herrschaft Gottes.

Der Titel „Erst­ge­boren­er“ trägt zugle­ich königliche und priester­liche Würde. Im Alten Tes­ta­ment war der Erst­ge­borene der Erbe, der Träger der Ver­heißung, der Repräsen­tant der Fam­i­lie. Auf Jesus über­tra­gen bedeutet das: Er ist der Erbe der neuen Welt, der Repräsen­tant der erlösten Men­schheit, der­jenige, in dem sich erfüllt, was Gott von Anfang an ver­heißen hat. Seine Aufer­ste­hung ist nicht nur Tri­umph, son­dern Inthro­ni­sa­tion. Sie ist der Moment, in dem Gott ihn „hoch erhöht“ und ihm „den Namen gegeben hat, der über alle Namen ist“ (Philip­per 2,9).

Darum kann Johannes im sel­ben Atemzug sagen, dass Jesus der „Fürst der Könige auf Erden“ ist. Die Aufer­ste­hung ist nicht nur Sieg über den Tod, son­dern Sieg über alle Mächte, die sich gegen Gott erheben. Chris­tus ste­ht über den Kaisern, über den poli­tis­chen Sys­te­men, über den geistlichen Gewal­ten, über allen Kräften, die Men­schen knecht­en oder ver­führen. Psalm 89,28 spricht prophetisch von dem Mes­sias: „Und ich will ihn zum erst­ge­bore­nen Sohn machen, zum Höch­sten unter den Köni­gen auf Erden.“ Johannes greift diese Lin­ie auf und zeigt:

In der Aufer­ste­hung ist diese Ver­heißung erfüllt. Der Gekreuzigte ist der wahre Herrsch­er der Welt.

Für die Gemein­den, an die Johannes schreibt, ist das eine Botschaft von unge­heur­er Bedeu­tung. Sie leben unter dem Druck des römis­chen Imperi­ums, sie erleben Ver­fol­gung, Mar­gin­al­isierung, Bedro­hung. Äußer­lich scheint der Kaiser der Herr der Welt zu sein. Doch Johannes richtet ihren Blick auf die unsicht­bare Wirk­lichkeit: Der wahre Fürst ist Chris­tus. Seine Herrschaft ist nicht laut, nicht prunk­voll, nicht gewalt­sam, aber sie ist real, uner­schüt­ter­lich und endgültig. Er regiert nicht durch Zwang, son­dern durch die Macht seines Lebens. Er herrscht nicht durch Furcht, son­dern durch die Kraft sein­er Liebe. Und er wird am Ende sicht­bar tri­um­phieren, wenn „alle Knie sich beu­gen“ und „alle Zun­gen beken­nen, dass Jesus Chris­tus der Herr ist“ (Philip­per 2,10–11).

So verbindet Johannes in einem einzi­gen Satz die Aufer­ste­hung und die Herrschaft Jesu. Der Oster­sieg ist nicht nur Trost für die Seele, son­dern die Grund­lage der ganzen Welt­geschichte. Der Erst­ge­borene von den Toten ist zugle­ich der Fürst der Könige der Erde. Wer an ihn glaubt, ste­ht nicht auf der Seite der Ver­lier­er, son­dern auf der Seite dessen, der bere­its gesiegt hat und dessen Reich kein Ende haben wird.

Jesus ist die let­zte Instanz! Er ist ‚der Herr über die Könige auf Erden‘. Er ist der Herr über Kaiser, Poli­tik­er, Regierungschefs, über Tyran­nen und über Dik­ta­toren.

Das Wis­sen um die Macht Jesu ver­mag auch Chris­ten in der Ver­fol­gung, in der Bedräng­nis und in endzeitlichen Lei­den vor Verza­gth­eit, vor Kapit­u­la­tion, vor Men­schenge­fäl­ligkeit und vor dem Über­laufen zum Feind zu bewahren. Noch sind wir als Glaubende in der Prü­fung, die diese Weltzeit für uns bedeutet, und in der das Haupt­prü­fungs­fach lautet: ‚Nicht sehen und doch glauben!‘ Doch wenn unser Herr kommt oder wenn er uns zu sich ruft, wird diese Prü­fung been­det sein. Dann wird vor allem auch ans Licht kom­men, dass er der ‚König aller Könige‘ ist (Offen­barung 19,16).