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"HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit." (2.Samuel 7,28)

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Kindlicher Glaube: Der Weg ins Reich Gottes!

Beckblogger (7)

Matthäus 18,3

„Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Him­mel­re­ich kom­men.“

Der Vers aus Matthäus 18,3 ist eine der tief­gründig­sten und her­aus­fordernd­sten Aus­sagen Jesu. Er spricht von ein­er grundle­gen­den Bedin­gung für den Ein­tritt in das Him­mel­re­ich: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Him­mel­re­ich kom­men.“ Diese Worte Jesu sind nicht nur eine Ein­ladung, son­dern auch eine ern­ste Mah­nung. Sie fordern uns auf, über unseren Glauben, unser Herz und unsere Hal­tung nachzu­denken. Was bedeutet es, „wie die Kinder“ zu wer­den, und warum ist dies für das Him­mel­re­ich so entschei­dend? Dieser Text will uns dazu anleit­en, Jesu Worte im Licht der bib­lis­chen Botschaft zu ver­ste­hen und sie auf unser Leben heute anzuwen­den.

Zuerst ist es wichtig, den Kon­text dieser Aus­sage zu betra­cht­en. Jesus sprach diese Worte, als seine Jünger ihn fragten, wer der Größte im Him­mel­re­ich sei. Diese Frage entsprang einem men­schlichen Denken, das von Ehrgeiz, Ran­gord­nun­gen und Selb­st­be­haup­tung geprägt ist. Die Jünger waren besorgt um ihre Stel­lung und woll­ten wis­sen, wer unter ihnen die höch­ste Posi­tion ein­nehmen würde. Doch Jesus antwortete mit ein­er radikalen Umkehrung ihrer Vorstel­lun­gen. Statt mit Macht oder Größe zu argu­men­tieren, stellte er ein Kind in ihre Mitte und sagte, dass sie wie dieses Kind wer­den müssten, um über­haupt in das Him­mel­re­ich zu gelan­gen. Jesus machte deut­lich, dass es nicht um Größe, Macht oder Leis­tung geht, son­dern um eine innere Hal­tung, die das Wesen eines Kindes wider­spiegelt.

Aber was meint Jesus genau, wenn er sagt, wir sollen wie Kinder wer­den? Es ist klar, dass Jesus nicht von ein­er äußer­lichen oder physis­chen Rück­kehr in die Kind­heit spricht. Es geht nicht darum, naiv oder kindisch zu sein, son­dern um bes­timmte Eigen­schaften, die Kinder ausze­ich­nen und die für das Reich Gottes von zen­traler Bedeu­tung sind. Diese Eigen­schaften sind geistlich und betr­e­f­fen die Hal­tung unseres Herzens gegenüber Gott.

Eine der wichtig­sten Eigen­schaften von Kindern ist ihre Abhängigkeit. Kinder sind in hohem Maße auf ihre Eltern angewiesen. Sie ver­trauen darauf, dass ihre Eltern sie ver­sor­gen, schützen und führen. Dieses kindliche Ver­trauen ist ein Bild für die Hal­tung, die wir gegenüber Gott ein­nehmen sollen. Jesus lädt uns ein, unsere Selb­st­genügsamkeit und unseren Stolz abzule­gen und stattdessen in völ­liger Abhängigkeit von Gott zu leben. Das bedeutet, dass wir erken­nen, dass wir ohne Gott nichts sind und dass wir ihn in allem brauchen. Es bedeutet, dass wir ihm ver­trauen, selb­st wenn wir die Umstände nicht ver­ste­hen oder die Zukun­ft ungewiss ist.

Ein Kind stellt keine Bedin­gun­gen, son­dern ver­traut ein­fach. So sollen auch wir in kindlichem Glauben auf Gott ver­trauen. Wer Gott nur ver­traut, solange die Bedin­gun­gen stim­men, hat den kindlichen Glauben ver­loren. Wahre Nach­folge bedeutet: loslassen, ver­trauen und sich von Gottes Weisheit tra­gen lassen.

Eine weit­ere Eigen­schaft von Kindern ist ihre Demut. Kinder haben keine hohen Ansprüche an Sta­tus, Macht oder Posi­tion. Sie nehmen ihre Rolle an und beanspruchen keine Ehre für sich. Diese Hal­tung der Demut ist im Reich Gottes von zen­traler Bedeu­tung. Jesus selb­st lebte diese Demut vor, als er sich erniedrigte, um uns zu dienen und für uns zu ster­ben. Er ruft uns dazu auf, in der­sel­ben Demut zu leben, indem wir uns selb­st ver­leug­nen und Gott und unseren Näch­sten dienen. Demut bedeutet, dass wir uns nicht auf uns selb­st ver­lassen oder uns selb­st erhöhen, son­dern dass wir uns Gott unterord­nen und uns von ihm for­men lassen. Wer nach Sta­tus und Macht strebt, hat die Demut der Kinder ver­loren. Im Reich Gottes zählt nicht Größe, son­dern Hingabe – und Chris­tus selb­st hat uns gezeigt, dass wahre Größe im Dienen liegt.

Kinder zeich­nen sich auch durch eine offene und reine Herzen­shal­tung aus. Sie sind ehrlich, unvor­ein­genom­men und bere­it, zu ler­nen. Diese Offen­heit ist ein Bild für die Hal­tung, die wir gegenüber Gott und seinem Wort ein­nehmen sollen. Ein kindlich­es Herz ist bere­it, sich von Gott kor­rigieren und leit­en zu lassen. Es ist frei von Zynis­mus, Stolz und Selb­st­gerechtigkeit. Jesus ruft uns auf, unser Herz vor ihm zu öff­nen, ehrlich zu ihm zu kom­men und uns von ihm for­men zu lassen.

Ein weit­er­er Aspekt ist die Freude und das Staunen, die Kinder oft zeigen. Kinder haben die Fähigkeit, sich an den ein­fachen Din­gen des Lebens zu erfreuen und sich von der Schön­heit der Schöp­fung begeis­tern zu lassen. Diese Hal­tung des Staunens und der Dankbarkeit ist im Him­mel­re­ich von großer Bedeu­tung. Jesus ruft uns dazu auf, die Freude an Gott und seinem Wirken in unserem Leben nicht zu ver­lieren. Er möchte, dass wir mit einem kindlichen Herzen auf seine Gnade und seine Liebe reagieren, voller Dankbarkeit und Begeis­terung für das, was er für uns getan hat. Wahre Nach­folge bedeutet, mit kindlichem Herzen auf Gottes Gnade zu antworten; voller Dankbarkeit und Begeis­terung für das, was Chris­tus für uns getan hat.

Die Auf­forderung Jesu, wie die Kinder zu wer­den, ist auch eine Ein­ladung zur Umkehr. „Wenn ihr nicht umkehrt“, sagt Jesus, „werdet ihr nicht ins Him­mel­re­ich kom­men.“ Umkehr bedeutet, dass wir unsere alten Wege ver­lassen und uns Gott zuwen­den. Es bedeutet, dass wir unsere falschen Ein­stel­lun­gen, unseren Stolz und unsere Selb­st­genügsamkeit able­gen und uns in Demut und Ver­trauen Gott zuwen­den. Diese Umkehr ist nicht nur ein ein­ma­liges Ereig­nis, son­dern ein fortwähren­der Prozess, der unser ganzes Leben prägt. Sie erfordert, dass wir uns immer wieder prüfen und uns von Gottes Geist leit­en lassen, damit wir in sein­er Nähe bleiben und unser Leben nach seinen Maßstäben aus­richt­en. Wer nicht umkehrt, bleibt draußen vor dem Him­mel­re­ich. Christ­sein ohne Umkehr ist nur ein Name – doch ohne Chris­tus im Herzen bleibt es leer.

Für uns heute bedeutet diese Botschaft, dass wir unser Leben im Licht von Jesu Worten betra­cht­en und uns fra­gen müssen, ob wir wie Kinder gewor­den sind. Haben wir ein kindlich­es Ver­trauen in Gott, oder ver­lassen wir uns auf unsere eigene Stärke? Leben wir in Demut, oder sind wir von Stolz und Selb­st­gerechtigkeit geprägt? Haben wir ein offenes Herz für Gott und sein Wort, oder sind wir von Zynis­mus und Härte erfüllt? Sind wir bere­it, unser Leben immer wieder in Gottes Hände zu leg­en und uns von ihm führen zu lassen?

Diese Worte Jesu erin­nern uns auch daran, dass das Him­mel­re­ich nicht etwas ist, das wir uns ver­di­enen kön­nen. Es ist ein Geschenk Gottes, das wir in Demut und kindlichem Ver­trauen annehmen dür­fen. Es ist keine Leis­tung, son­dern eine Gnade. Diese Erken­nt­nis befre­it uns von dem Druck, uns durch unsere Tat­en oder unseren Sta­tus vor Gott zu beweisen. Stattdessen lädt sie uns ein, in der Frei­heit und Freude zu leben, die aus der Gemein­schaft mit Gott erwächst. Wer meint, sich das Him­mel­re­ich ver­di­enen zu kön­nen, verken­nt die Gnade Gottes.

Es ist kein Lohn für Leis­tung, son­dern ein Geschenk, das nur in Demut und kindlichem Ver­trauen angenom­men wer­den kann. Jesu Worte sind eine Auf­forderung zur Selb­st­prü­fung und eine Ein­ladung zur Umkehr. Es ist ein Ruf, unser Herz vor Gott zu öff­nen, unsere Abhängigkeit von ihm zu erken­nen und in Demut und Ver­trauen zu leben. Es ist eine Erin­nerung daran, dass das Him­mel­re­ich denen gehört, die sich wie Kinder an Gott klam­mern, ihm ver­trauen und in sein­er Liebe leben. Mögen wir diese Worte Jesu ernst nehmen und unser Leben danach aus­richt­en, damit wir die Freude, die Frei­heit und die Gemein­schaft erfahren, die im Him­mel­re­ich zu find­en sind. Denn wahrlich, Jesus sagt uns: Wenn wir nicht umkehren und wie die Kinder wer­den, wer­den wir das Him­mel­re­ich nicht sehen.

Doch wenn wir uns wie Kinder an Gott hal­ten, dür­fen wir sich­er sein, dass wir Teil seines Reich­es und sein­er Fam­i­lie sind.

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