Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu Christi, sollte eigentlich ein Anlass zur Freude, Besinnung und Ehrfurcht sein. Doch die jüngsten Ereignisse in Deutschland werfen ein düsteres Licht auf den Zustand des christlichen Abendlandes und seine Kultur. Die zunehmende Gotteslästerung und Respektlosigkeit gegenüber dem Heiligen sind nicht nur besorgniserregend, sondern auch ein deutliches Zeichen für eine Gesellschaft, die ihre moralischen und spirituellen Wurzeln immer mehr aus den Augen verliert.
In diesem Artikel werde ich drei Vorfälle betrachten, die in der Weihnachtszeit für Aufsehen gesorgt haben – oder besser gesagt, hätten sorgen sollen. Doch die mangelnde Empörung, selbst unter Christen, ist eine stille Anklage gegen den Zustand unserer Kirche und Kultur. Was sagt das über das christliche Abendland aus? Und wie mahnt uns die Bibel?
1. Störung der Christvesper im Kölner Dom: Ein Angriff auf das Heilige

Am 24. Dezember 2025 ereignete sich im Kölner Dom ein Vorfall, der die Grenzen des Respekts gegenüber dem Heiligen sprengte. Ein Maskierter störte die Christvesper, eines der zentralen Ereignisse des Weihnachtsfestes, und musste schließlich abgeführt werden.
Dieser Vorfall zeigt nicht nur die Respektlosigkeit Einzelner gegenüber religiösen Feiern, sondern auch die Abwesenheit von Gottesfurcht in unserer Gesellschaft. Die Bibel mahnt uns in Psalm 89,8: „Gott ist gefürchtet in der Versammlung der Heiligen, groß und furchtbar über alle, die um ihn sind.“ Wenn selbst die zentralen Feierlichkeiten, die an die Geburt unseres Erlösers erinnern, nicht mehr vor Störungen sicher sind, was sagt das über die Abkehr von Gottesfurcht in unserer Kultur aus?
Die Abkehr von Gottesfurcht zeigt sich nicht zuerst in spektakulären Entgleisungen wie diesem Vorfall, sondern in der alltäglichen Verflachung des Heiligen. Wo das Heilige nicht mehr erkannt wird, wird es auch nicht mehr geschützt. Und wo die Ehrfurcht vor Gott schwindet, verliert auch die Ehrfurcht vor seinem Haus, seinem Wort und seinen Ordnungen an Gewicht. Der Maskierte im Dom ist nur ein Symptom – ein sichtbarer Ausdruck einer unsichtbaren geistlichen Erosion.
Die Heilige Schrift macht deutlich, dass Gottesfurcht nicht ein Gefühl ist, sondern eine Haltung des Herzens. Sie ist die innere Ausrichtung, die Gott als Gott anerkennt – als den Heiligen, den Erhabenen, den, der „in unzugänglichem Licht wohnt“ (1.Timotheus 6,16). Wo diese Haltung fehlt, wird selbst das Kostbarste entweiht. Und genau das erleben wir: Die Geburt Christi, das Wunder der Menschwerdung, wird für viele zu einem kulturellen Ereignis ohne geistliche Bedeutung.
Wenn Christus nicht mehr als Herr verehrt wird, wird auch seine Ankunft nicht mehr als heilig empfunden.
Doch dieser Vorfall ist nicht nur ein Spiegel der Gesellschaft, er ist auch ein Ruf an die Gemeinde. Denn Gottesfurcht beginnt nicht bei „den anderen“, sondern bei uns. Petrus schreibt: „Denn die Zeit ist da, dass das Gericht beginnt bei dem Hause Gottes. Wenn aber zuerst bei uns, was wird es für ein Ende nehmen mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben?“ (1.Petrus 4,17). Vielleicht zeigt uns dieser Vorfall, wie dringend wir selbst die Furcht des Herrn neu suchen müssen. Nicht als nostalgische Rückkehr zu alten Formen, sondern als geistliche Erneuerung: ein Herz, das Gott wieder als den Heiligen erkennt und ehrt.
Gottesfurcht ist kein Relikt vergangener Zeiten. Sie ist die Quelle geistlicher Klarheit, die Wurzel echter Anbetung und der Anfang aller Weisheit. Wo sie fehlt, wird alles beliebig. Wo sie wiederkehrt, wird alles neu geordnet.
2. Pastorin und Pole Dance: Blasphemie oder kulturelle Innovation?

Am 14. Dezember 2025 verband eine Pastorin in Stiekelkamperfehn ihre Predigt mit einer Pole-Dance-Aufführung. Was von ihr vielleicht als moderne Annäherung gedacht war, wirft ernste theologische Fragen auf. Die Kanzel, ein Ort, der seit Jahrhunderten der Verkündigung des Wortes Gottes dient, wurde zu einer Bühne für eine Darbietung, die in keinerlei Zusammenhang mit der Heiligkeit des Evangeliums steht.
Diese Aktion ist nicht nur ein Akt der Respektlosigkeit, sondern fällt klar in die Kategorie der falschen Propheten, vor denen wir in der Bibel gewarnt werden. In 2. Timotheus 4,3–4 heißt es: „Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihrem eigenen Begehren werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren.”
Dieser Vorfall ist kein isoliertes Ereignis, sondern Ausdruck einer tieferliegenden geistlichen Verschiebung: Die Orientierung am Wort Gottes wird ersetzt durch die Orientierung an der Aufmerksamkeit der Menschen. Wo die Verkündigung nicht mehr aus der Heiligen Schrift kommt, sondern aus dem Bedürfnis, „relevant“ oder „zeitgemäß“ zu wirken, verliert die Gemeinde ihre Mitte. Die Kanzel wird dann nicht mehr als heiliger Ort verstanden, sondern als Bühne für Selbstdarstellung. Und genau das ist das Kennzeichen falscher Prophetie: Sie führt nicht zu Christus hin, sondern vom Kreuz weg.
Die Bibel beschreibt falsche Lehrer nicht primär durch ihre Absichten, sondern durch ihre Wirkung. Sie „tragen nicht die heilsame Lehre“, sie „laden sich Lehrer auf, nach denen ihnen die Ohren jucken“, und sie „wenden die Ohren von der Wahrheit ab“. Das Entscheidende ist also nicht, ob jemand subjektiv „gut gemeint“ handelt, sondern ob das, was geschieht, die Gemeinde zur Ehrfurcht vor Gott führt oder sie davon entfernt. Eine Pole-Dance-Performance im Gottesdienst und erst recht im Rahmen der Predigt, kann objektiv nichts anderes tun, als die Grenze zwischen Heiligem und Profanem zu verwischen.
Doch die Heilige Schrift zeigt uns auch, warum solche Entwicklungen möglich werden: weil die Gottesfurcht schwindet. Wo die Furcht des Herrn nicht mehr der Anfang der Weisheit ist, wird die Gemeinde anfällig für jede Form von Verwirrung. Wo das Kreuz nicht mehr das Zentrum ist, wird jede Form von Selbstausdruck zur Versuchung. Und wo die Heiligkeit Gottes nicht mehr verkündigt wird, verliert die Gemeinde das Gespür dafür, was seinem Wesen entspricht und was nicht.
Diese Ereignisse, ob im Kölner Dom oder in einer kleinen Gemeinde in Ostfriesland, sind wie Risse im Fundament. Sie zeigen, dass die Kirche nicht nur unter äußerem Druck steht, sondern unter innerer geistlichen Erosion. Die Frage ist daher nicht, wie wir solche Vorfälle kommentieren, sondern wie wir als Gemeinde darauf antworten. Die Antwort der Heiligen Schrift ist eindeutig: durch Rückkehr zur heilsamen Lehre, durch Erneuerung der Gottesfurcht, durch klare Unterscheidung zwischen Licht und Finsternis.
3. “Schleim-Jesus” im ARD-Weihnachtsgottesdienst: Ironie oder Beleidigung?

Der ARD-Weihnachtsgottesdienst 2025 sorgt für entsetzen unter den wahren Christen, als eine Darstellung des Jesuskindes in der Krippe als „Schleim-Jesus“ bezeichnet wurde. Solche Darstellungen, die angeblich moderne Interpretationen sein sollen, entweihen das zentrale Symbol des christlichen Glaubens: die Menschwerdung Gottes.
Die ARD-Übertragung eines Weihnachtsgottesdienstes aus Stuttgart sorgt auch nach dem Fest für Debatten. Anlass ist eine ungewöhnliche Form der Krippendarstellung, die bereits zu Beginn der an Heiligabend im Ersten live gezeigten Christmette auftauchte. Vor SWR-Rundfunkpfarrer Thomas Steiger und Pastoralreferentin Katharina Leser wand sich ein in nasses Reispapier gehüllter Mensch auf einer Unterlage aus Stroh. Die Künstlerin Milena Lorek hatte die Installation eigens für den Gottesdienst geschaffen.
Die “Bild”-Zeitung berichtete am Wochenende unter der Überschrift “ARD zeigt Weihnachtsmesse mit Schleim-Jesus”, dass Loreks Krippen-Interpretation bei Usern im Netz für Empörung gesorgt habe. “Kunst darf alles. Aber musste es ausgerechnet an Weihnachten in einer Kirche so verstörend zugehen – und dann noch im Fernsehen?”, fragte das Blatt.
Die Bibel warnt ausdrücklich vor Spott gegenüber Gott. In Galater 6,7 lesen wir: „Irrt euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Solche Darstellungen zeigen eine erschreckende Blindheit gegenüber dem, was richtig und falsch ist. Sie offenbaren zudem einen Mangel an Respekt, nicht nur gegenüber dem Glauben, sondern auch gegenüber der Kultur und Tradition eines Landes.
Solche Entgleisungen sind nicht bloß geschmackliche Fehlentscheidungen, sondern Symptome einer tieferen geistlichen Verirrung. Wenn die Menschwerdung Gottes, das heiligste Mysterium des christlichen Glaubens, zu einem performativen Kunstexperiment degradiert wird, zeigt sich, wie weit sich große Teile der kirchlichen Landschaft von der Ehrfurcht vor Christus entfernt haben. Die Inkarnation wird nicht mehr als Offenbarung des lebendigen Gottes verstanden, sondern als Projektionsfläche für menschliche Kreativität. Doch die Krippe ist kein Atelier. Sie ist der Ort, an dem der ewige Sohn Gottes Fleisch wurde, um uns zu erlösen.
Die Bibel macht deutlich, dass der Verlust der Ehrfurcht vor Gott immer mit dem Verlust der Wahrheit einhergeht.
Wo Christus nicht mehr als Herr verkündigt wird, wird auch seine Geburt nicht mehr als heilig behandelt.
Stattdessen wird das Evangelium entweiht, psychologisiert oder politisiert, alles, nur nicht verkündigt. Und genau das ist die Tragik solcher Darstellungen: Sie ersetzen die Offenbarung Gottes durch menschliche Ideen. Sie verschieben den Fokus vom Kind in der Krippe auf die Kunstschaffenden, von der Anbetung auf die Inszenierung
Doch die Heilige Schrift warnt uns, dass solche Entwicklungen nicht überraschend sind. Paulus schreibt, dass Menschen „die Wahrheit Gottes in Lüge verwandeln“ und „das Geschöpf verehren statt den Schöpfer“ (Römer 1,25). Wenn die Kirche beginnt, sich selbst zu inszenieren, statt Christus zu erhöhen, ist der Weg in die Verwirrung vorgezeichnet. Und wenn die Medien solche Inszenierungen verstärken, wird die Verwirrung nur noch sichtbarer.
Gleichzeitig ist dieser Vorfall ein Spiegel für die geistliche Lage unseres Landes. Die Missachtung des Heiligen ist kein Randphänomen mehr, sondern Ausdruck einer Kultur, die ihre geistlichen Wurzeln verloren hat. Die Krippe ist nicht nur ein religiöses Symbol – sie ist Teil des kulturellen Gedächtnisses Europas. Wer sie entweiht, entweiht nicht nur den Glauben, sondern auch die Geschichte, die Identität und die geistliche Substanz unseres Kontinents.
Doch gerade in solchen Momenten ruft uns Gott zurück zu einer klaren, unverwässerten Verkündigung. Die Antwort auf Spott ist nicht Empörung, sondern Heiligung. Die Antwort auf Verwirrung ist nicht Rückzug, sondern Wahrheit. Die Antwort auf Respektlosigkeit ist nicht Resignation, sondern eine erneuerte Gottesfurcht, die Christus wieder in die Mitte stellt – nicht als Kunstobjekt, sondern als den lebendigen Herrn.
Die größere Frage: Was sagt das über das christliche Abendland aus?
Die genannten Vorfälle sind keine Einzelfälle, sondern Symptome eines tiefgreifenden kulturellen und spirituellen Wandels. Was einst das christliche Abendland war, scheint zunehmend seine eigenen Werte und Grundlagen zu vergessen. Besonders besorgniserregend ist, dass selbst unter Christen oft geschwiegen wird. Es gibt kaum Empörung, keine Konsequenzen von Bischöfen oder Leitungsgremien.
Die Bibel warnt uns immer wieder vor der Gefahr, den Glauben selbstverständlich zu nehmen und sich falschen Propheten zuzuwenden. In Hosea 4,6 heißt es: „Zugrunde geht mein Volk, weil es ohne Erkenntnis Gottes ist. Weil du die Erkenntnis verworfen hast, will ich dich auch verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester sein sollst. Weil du die Weisung deines Gottes vergessen hast, will ich auch deine Kinder vergessen.“
Diese Worte des Propheten Hosea treffen unsere Zeit mit erschreckender Präzision. Der Mangel an Erkenntnis ist nicht das Fehlen von Informationen – davon haben wir mehr als je zuvor.
Es ist das Fehlen von geistlicher Unterscheidung, von der Fähigkeit, Wahrheit von Täuschung zu unterscheiden.
Erkenntnis im biblischen Sinn ist immer gebunden an Gehorsam. Wo der Gehorsam schwindet, verdunkelt sich auch die Erkenntnis. Und genau das sehen wir: Eine Kirche, die das Wort Gottes nicht mehr ernst nimmt, verliert unweigerlich die Fähigkeit, das Heilige vom Profanen zu unterscheiden.
Das Schweigen vieler Christen ist dabei nicht neutral. Schweigen ist immer ein Zeichen dafür, dass die Furcht vor Menschen größer geworden ist als die Furcht vor Gott. Es ist bezeichnend, dass die lautesten Stimmen oft nicht die sind, die für die Wahrheit eintreten, sondern jene, die jede Grenzüberschreitung als „kreativ“, „zeitgemäß“ oder „inklusiv“ verteidigen. Doch die Bibel ruft uns nicht zur Anpassung, sondern zur Treue. Sie ruft uns nicht zur Popularität, sondern zur Heiligkeit.
Wenn Leitungsgremien und Bischöfe nicht mehr korrigieren, wenn sie nicht mehr schützen, wenn sie nicht mehr unterscheiden, dann verliert die Herde ihre Orientierung. Die Wächter auf den Mauern schlafen – und das Volk merkt es kaum noch. Doch Gott nimmt diese Verantwortung ernst. In Hesekiel 34 richtet er scharfe Worte an die Hirten, die ihre Aufgabe vernachlässigen: „Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden!“ Die Krise unserer Zeit ist nicht nur eine Krise der Kultur, sondern eine Krise der geistlichen Leitung.
Doch die Heilige Schrift zeigt uns auch, dass Gott in Zeiten des Abfalls immer einen Überrest bewahrt – Menschen, die nicht mit dem Strom schwimmen, die nicht schweigen, die nicht ihre Knie vor den Götzen der Zeit beugen. Dieser Überrest ist nicht laut, aber treu. Nicht angepasst, aber gehorsam. Nicht modern, aber lebendig. Und durch diesen Überrest wirkt Gott. Die Frage ist daher nicht, wie tief der kulturelle Verfall noch gehen wird, sondern ob wir bereit sind, uns neu unter das Wort Gottes zu stellen. Ob wir bereit sind, die Erkenntnis nicht nur zu hören, sondern zu leben. Ob wir bereit sind, die Furcht des Herrn wieder höher zu achten als die Meinung der Menschen.
Die Verantwortung der Kirche
Die Kirche hat eine Verantwortung, klare Grenzen zu setzen und die Heiligkeit Gottes zu verteidigen. Doch wo sind die öffentlichen Stellungnahmen der Bischöfe? Wo sind die Konsequenzen? Der Eindruck entsteht, dass selbst geistliche Leiter zunehmend Kompromisse eingehen, um gesellschaftlichen Trends zu folgen, statt sich auf die Wahrheit der Bibel zu stützen. Jesus selbst sagt in Matthäus 7,15–16: „Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Wenn geistliche Leiter ihre Aufgabe verraten, wie sollen die Gläubigen dann geführt werden?
Wenn geistliche Leiter ihre Aufgabe verraten, verliert die Gemeinde nicht nur Orientierung, sondern auch Schutz. Die Bibel beschreibt Hirten als Wächter, die über die Herde wachen, Gefahren erkennen und das Volk Gottes vor Verirrung bewahren sollen. Wenn aber die Wächter selbst die Tore öffnen, wenn sie die Wölfe nicht mehr benennen, sondern ihnen Raum geben, dann wird die Herde unweigerlich zerstreut. Jesus spricht nicht zufällig von „reißenden Wölfen“ – es geht nicht um harmlose Irrtümer, sondern um zerstörerische Kräfte, die den Glauben aushöhlen.
Die Früchte solcher Kompromisse sind längst sichtbar: Verwirrung statt Klarheit, Anpassung statt Treue, Menschenfurcht statt Gottesfurcht. Eine Kirche, die gefallen will, verliert ihre prophetische Stimme. Eine Kirche, die sich dem Zeitgeist unterwirft, verliert die Kraft des Geistes Gottes. Und eine Kirche, die das Heilige nicht mehr schützt, verliert ihre eigene Identität, ihr Fundament!
Doch die Verantwortung liegt nicht allein bei den Leitern. Die Heilige Schrift ruft das ganze Volk Gottes zur Wachsamkeit auf. In 1. Johannes 4,1 heißt es: „Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind.“ Das bedeutet: Jeder Christ ist gerufen, das Wort Gottes höher zu achten als jede menschliche Autorität. Wenn Leiter schweigen, muss das Volk umso klarer hören. Wenn Hirten versagen, bleibt das Wort dennoch verlässlich. Und wenn die Institutionen wanken, bleibt Christus der Fels. Gerade deshalb ist diese Zeit eine Prüfung. Sie zeigt, ob unser Glaube auf Tradition oder auf Wahrheit gegründet ist, auf Menschen oder auf Christus. Sie offenbart, ob wir bereit sind, für die Heiligkeit Gottes einzustehen – auch dann, wenn es unbequem wird, auch dann, wenn wir allein stehen.
Die Kirche braucht keine neuen Trends, sondern erneuerte Herzen. Keine spektakulären Inszenierungen, sondern heilige Hingabe. Keine Kompromisse, sondern Klarheit. Und diese Klarheit beginnt dort, wo Menschen sich wieder unter das Wort Gottes beugen und sagen: „Herr, dein Wille geschehe – nicht der Wille der Zeit.“
Gott lässt sich nicht spotten
Letztendlich mahnt uns die Bibel, dass niemand ungestraft bleibt, der die Heiligkeit Gottes verspottet. In Prediger 12,14 steht: „Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.“
Am Ende des Lebens wird jeder Mensch für seine Taten Rechenschaft ablegen müssen.
Diese Gewissheit des kommenden Gerichts ist kein Drohmittel, sondern eine heilige Realität, die uns zur Besinnung ruft. Gott sieht, was Menschen verbergen. Er kennt die Motive hinter jedem Wort, jeder Handlung, jeder vermeintlichen „kreativen“ Grenzüberschreitung. Nichts entgeht seinem Blick. Und gerade deshalb ist Spott über das Heilige niemals belanglos. Er ist ein Angriff auf den, der heilig ist und der sich nicht verhöhnen lässt.
Doch das Gericht Gottes ist nicht nur eine Warnung an jene, die das Heilige missachten. Es ist auch ein Trost für die, die treu bleiben. Für alle, die unter dem Verfall leiden, die das Schweigen der Hirten beklagen, die die Entweihung des Evangeliums mit Schmerz sehen. Gott übersieht weder die Treue der Gerechten noch die Respektlosigkeit der Gottlosen. Er wird alles ans Licht bringen und er wird gerecht richten.
Diese Perspektive bewahrt uns davor, in Bitterkeit zu verfallen oder in Resignation zu erstarren. Sie ruft uns vielmehr dazu auf, selbst in einer Zeit des Abfalls standhaft zu bleiben. Paulus schreibt in 1. Korinther 15,58: „Darum, meine lieben Brüder und Schwestern, seid fest und unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.“ Treue ist nie vergeblich. Auch dann nicht, wenn die Welt sie verspottet oder die Kirche sie ignoriert.
Gerade jetzt braucht es Menschen, die dem Zeitgeist widerstehen und sich allein vom Geist Gottes leiten lassen.
Menschen, die das Heilige ehren, auch wenn andere es entweihen. Menschen, die das Wort Gottes hochhalten, auch wenn es unbequem wird. Menschen, die wissen, dass Christus nicht nur das Kind in der Krippe ist, sondern der Richter, der wiederkommen wird in Herrlichkeit.
Ein Aufruf zur Umkehr
Es ist an der Zeit, dass wir als Christen unsere Stimme erheben. Wir dürfen nicht schweigen, wenn das Heilige verspottet wird. Wir müssen für die Wahrheit eintreten und uns wieder auf die Grundlagen unseres Glaubens besinnen.
2. Chronik 7,14 gibt uns Hoffnung: „Und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen worden ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, so will ich es vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“
Diese Verheißung aus 2. Chronik 7,14 ist kein romantischer Wunsch, sondern eine göttliche Zusage und zugleich eine Bedingung. Gott verheißt Heilung, aber er knüpft sie an Demut, Gebet, Suche und Umkehr. Das bedeutet: Die Erneuerung beginnt nicht in den Medien, nicht in den Kirchenleitungen, nicht in den gesellschaftlichen Debatten, sondern im Herzen jedes Einzelnen. Gott wartet nicht auf perfekte Strukturen, sondern auf ein Volk, das sich vor ihm beugt.
Umkehr ist kein einmaliger Akt, sondern ein Lebensstil. Sie bedeutet, das eigene Herz zu prüfen, falsche Kompromisse zu erkennen und sich bewusst wieder unter die Herrschaft Christi zu stellen. Sie bedeutet, die Stimme Gottes höher zu achten als die Stimmen der Zeit. Und sie bedeutet, das Heilige wieder als heilig zu behandeln nicht aus Tradition, sondern aus Ehrfurcht. Gerade in Zeiten des geistlichen Verfalls ruft Gott sein Volk zu einer klaren Entscheidung. In Josua 24,15 heißt es: „Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter gedient haben jenseits des Stroms, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“ Dieser Ruf gilt auch uns. Wollen wir dem Zeitgeist dienen oder dem lebendigen Gott? Wollen wir schweigen oder bekennen? Wollen wir uns anpassen oder heiligen?
Die Geschichte zeigt: Gott wirkt immer dann am mächtigsten, wenn sein Volk sich nicht auf seine eigene Stärke verlässt, sondern auf seine Gnade. Er erneuert nicht durch äußere Macht, sondern durch innere Buße. Er heilt nicht durch politische Programme, sondern durch geistliche Erweckung. Und diese Erweckung beginnt dort, wo Menschen wieder ernst machen mit dem Gebet, mit der Heiligen Schrift, mit der Heiligkeit Gottes.
Darum ist dieser Aufruf zur Umkehr kein pessimistischer Rückzug, sondern ein hoffnungsvoller Schritt nach vorn. Denn Gott hat nicht aufgehört, zu handeln. Er hat nicht aufgehört, zu sprechen. Er hat nicht aufgehört, sein Volk zu lieben. Und er hat nicht aufgehört, zu vergeben.
