Bibelblogger

"HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit." (2.Samuel 7,28)

,

Gotteslästerung an Weihnachten: Ein Spiegel unserer Zeit?

Beckblogger (13)

Wei­h­nacht­en, das Fest der Geburt Jesu Christi, sollte eigentlich ein Anlass zur Freude, Besin­nung und Ehrfurcht sein. Doch die jüng­sten Ereignisse in Deutsch­land wer­fen ein düsteres Licht auf den Zus­tand des christlichen Abend­lan­des und seine Kul­tur. Die zunehmende Gottes­lästerung und Respek­t­losigkeit gegenüber dem Heili­gen sind nicht nur besorgnis­er­re­gend, son­dern auch ein deut­lich­es Zeichen für eine Gesellschaft, die ihre moralis­chen und spir­ituellen Wurzeln immer mehr aus den Augen ver­liert.

In diesem Artikel werde ich drei Vor­fälle betra­cht­en, die in der Wei­h­nacht­szeit für Auf­se­hen gesorgt haben – oder bess­er gesagt, hät­ten sor­gen sollen. Doch die man­gel­nde Empörung, selb­st unter Chris­ten, ist eine stille Anklage gegen den Zus­tand unser­er Kirche und Kul­tur. Was sagt das über das christliche Abend­land aus? Und wie mah­nt uns die Bibel?

1. Störung der Christvesper im Kölner Dom: Ein Angriff auf das Heilige

Am 24. Dezem­ber 2025 ereignete sich im Köl­ner Dom ein Vor­fall, der die Gren­zen des Respek­ts gegenüber dem Heili­gen sprengte. Ein Mask­iert­er störte die Christves­per, eines der zen­tralen Ereignisse des Wei­h­nachts­festes, und musste schließlich abge­führt wer­den.

Dieser Vor­fall zeigt nicht nur die Respek­t­losigkeit Einzel­ner gegenüber religiösen Feiern, son­dern auch die Abwe­sen­heit von Gottes­furcht in unser­er Gesellschaft. Die Bibel mah­nt uns in Psalm 89,8: „Gott ist gefürchtet in der Ver­samm­lung der Heili­gen, groß und furcht­bar über alle, die um ihn sind.“ Wenn selb­st die zen­tralen Feier­lichkeit­en, die an die Geburt unseres Erlösers erin­nern, nicht mehr vor Störun­gen sich­er sind, was sagt das über die Abkehr von Gottes­furcht in unser­er Kul­tur aus?

Die Abkehr von Gottes­furcht zeigt sich nicht zuerst in spek­takulären Ent­gleisun­gen wie diesem Vor­fall, son­dern in der alltäglichen Ver­flachung des Heili­gen. Wo das Heilige nicht mehr erkan­nt wird, wird es auch nicht mehr geschützt. Und wo die Ehrfurcht vor Gott schwindet, ver­liert auch die Ehrfurcht vor seinem Haus, seinem Wort und seinen Ord­nun­gen an Gewicht. Der Mask­ierte im Dom ist nur ein Symp­tom – ein sicht­bar­er Aus­druck ein­er unsicht­baren geistlichen Ero­sion.

Die Heilige Schrift macht deut­lich, dass Gottes­furcht nicht ein Gefühl ist, son­dern eine Hal­tung des Herzens. Sie ist die innere Aus­rich­tung, die Gott als Gott anerken­nt – als den Heili­gen, den Erhabenen, den, der „in unzugänglichem Licht wohnt“ (1.Timotheus 6,16). Wo diese Hal­tung fehlt, wird selb­st das Kost­barste entwei­ht. Und genau das erleben wir: Die Geburt Christi, das Wun­der der Men­schw­er­dung, wird für viele zu einem kul­turellen Ereig­nis ohne geistliche Bedeu­tung.

Wenn Chris­tus nicht mehr als Herr verehrt wird, wird auch seine Ankun­ft nicht mehr als heilig emp­fun­den.

Doch dieser Vor­fall ist nicht nur ein Spiegel der Gesellschaft, er ist auch ein Ruf an die Gemeinde. Denn Gottes­furcht begin­nt nicht bei „den anderen“, son­dern bei uns. Petrus schreibt: „Denn die Zeit ist da, dass das Gericht begin­nt bei dem Hause Gottes. Wenn aber zuerst bei uns, was wird es für ein Ende nehmen mit denen, die dem Evan­geli­um Gottes nicht glauben?“ (1.Petrus 4,17). Vielle­icht zeigt uns dieser Vor­fall, wie drin­gend wir selb­st die Furcht des Her­rn neu suchen müssen. Nicht als nos­tal­gis­che Rück­kehr zu alten For­men, son­dern als geistliche Erneuerung: ein Herz, das Gott wieder als den Heili­gen erken­nt und ehrt.

Gottes­furcht ist kein Relikt ver­gan­gener Zeit­en. Sie ist die Quelle geistlich­er Klarheit, die Wurzel echter Anbe­tung und der Anfang aller Weisheit. Wo sie fehlt, wird alles beliebig. Wo sie wiederkehrt, wird alles neu geord­net.

2. Pastorin und Pole Dance: Blasphemie oder kulturelle Innovation?

Am 14. Dezem­ber 2025 ver­band eine Pas­torin in Stiekelkam­per­fehn ihre Predigt mit ein­er Pole-Dance-Auf­führung. Was von ihr vielle­icht als mod­erne Annäherung gedacht war, wirft ern­ste the­ol­o­gis­che Fra­gen auf. Die Kanzel, ein Ort, der seit Jahrhun­derten der Verkündi­gung des Wortes Gottes dient, wurde zu ein­er Bühne für eine Dar­bi­etung, die in kein­er­lei Zusam­men­hang mit der Heiligkeit des Evan­geli­ums ste­ht.

Diese Aktion ist nicht nur ein Akt der Respek­t­losigkeit, son­dern fällt klar in die Kat­e­gorie der falschen Propheten, vor denen wir in der Bibel gewarnt wer­den. In 2. Tim­o­theus 4,3–4 heißt es: „Denn es wird eine Zeit kom­men, da sie die heil­same Lehre nicht ertra­gen wer­den; son­dern nach ihrem eige­nen Begehren wer­den sie sich selb­st Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren juck­en, und wer­den die Ohren von der Wahrheit abwen­den und sich den Fabeln zukehren.”

Dieser Vor­fall ist kein isoliertes Ereig­nis, son­dern Aus­druck ein­er tiefer­liegen­den geistlichen Ver­schiebung: Die Ori­en­tierung am Wort Gottes wird erset­zt durch die Ori­en­tierung an der Aufmerk­samkeit der Men­schen. Wo die Verkündi­gung nicht mehr aus der Heili­gen Schrift kommt, son­dern aus dem Bedürf­nis, „rel­e­vant“ oder „zeit­gemäß“ zu wirken, ver­liert die Gemeinde ihre Mitte. Die Kanzel wird dann nicht mehr als heiliger Ort ver­standen, son­dern als Bühne für Selb­st­darstel­lung. Und genau das ist das Kennze­ichen falsch­er Prophetie: Sie führt nicht zu Chris­tus hin, son­dern vom Kreuz weg.

Die Bibel beschreibt falsche Lehrer nicht primär durch ihre Absicht­en, son­dern durch ihre Wirkung. Sie „tra­gen nicht die heil­same Lehre“, sie „laden sich Lehrer auf, nach denen ihnen die Ohren juck­en“, und sie „wen­den die Ohren von der Wahrheit ab“. Das Entschei­dende ist also nicht, ob jemand sub­jek­tiv „gut gemeint“ han­delt, son­dern ob das, was geschieht, die Gemeinde zur Ehrfurcht vor Gott führt oder sie davon ent­fer­nt. Eine Pole-Dance-Per­for­mance im Gottes­di­enst und erst recht im Rah­men der Predigt, kann objek­tiv nichts anderes tun, als die Gren­ze zwis­chen Heiligem und Pro­fanem zu ver­wis­chen.

Doch die Heilige Schrift zeigt uns auch, warum solche Entwick­lun­gen möglich wer­den: weil die Gottes­furcht schwindet. Wo die Furcht des Her­rn nicht mehr der Anfang der Weisheit ist, wird die Gemeinde anfäl­lig für jede Form von Ver­wirrung. Wo das Kreuz nicht mehr das Zen­trum ist, wird jede Form von Selb­staus­druck zur Ver­suchung. Und wo die Heiligkeit Gottes nicht mehr verkündigt wird, ver­liert die Gemeinde das Gespür dafür, was seinem Wesen entspricht und was nicht.

Diese Ereignisse, ob im Köl­ner Dom oder in ein­er kleinen Gemeinde in Ost­fries­land, sind wie Risse im Fun­da­ment. Sie zeigen, dass die Kirche nicht nur unter äußerem Druck ste­ht, son­dern unter inner­er geistlichen Ero­sion. Die Frage ist daher nicht, wie wir solche Vor­fälle kom­men­tieren, son­dern wie wir als Gemeinde darauf antworten. Die Antwort der Heili­gen Schrift ist ein­deutig: durch Rück­kehr zur heil­samen Lehre, durch Erneuerung der Gottes­furcht, durch klare Unter­schei­dung zwis­chen Licht und Fin­ster­n­is.

3. “Schleim-Jesus” im ARD-Weihnachtsgottesdienst: Ironie oder Beleidigung?

Der ARD-Wei­h­nachts­gottes­di­enst 2025 sorgt für entset­zen unter den wahren Chris­ten, als eine Darstel­lung des Jesuskindes in der Krippe als „Schleim-Jesus“ beze­ich­net wurde. Solche Darstel­lun­gen, die ange­blich mod­erne Inter­pre­ta­tio­nen sein sollen, entwei­hen das zen­trale Sym­bol des christlichen Glaubens: die Men­schw­er­dung Gottes.

Die ARD-Über­tra­gung eines Wei­h­nachts­gottes­di­en­stes aus Stuttgart sorgt auch nach dem Fest für Debat­ten. Anlass ist eine ungewöhn­liche Form der Krip­pen­darstel­lung, die bere­its zu Beginn der an Heili­ga­bend im Ersten live gezeigten Christ­mette auf­tauchte. Vor SWR-Rund­funkp­far­rer Thomas Steiger und Pas­toral­ref­er­entin Katha­ri­na Leser wand sich ein in nass­es Reis­pa­pi­er gehüll­ter Men­sch auf ein­er Unter­lage aus Stroh. Die Kün­st­lerin Mile­na Lorek hat­te die Instal­la­tion eigens für den Gottes­di­enst geschaf­fen.

Die “Bild”-Zeitung berichtete am Woch­enende unter der Über­schrift “ARD zeigt Wei­h­nachtsmesse mit Schleim-Jesus”, dass Loreks Krip­pen-Inter­pre­ta­tion bei Usern im Netz für Empörung gesorgt habe. “Kun­st darf alles. Aber musste es aus­gerech­net an Wei­h­nacht­en in ein­er Kirche so ver­störend zuge­hen – und dann noch im Fernse­hen?”, fragte das Blatt.

Die Bibel warnt aus­drück­lich vor Spott gegenüber Gott. In Galater 6,7 lesen wir: „Irrt euch nicht! Gott lässt sich nicht spot­ten. Denn was der Men­sch sät, das wird er ern­ten.“ Solche Darstel­lun­gen zeigen eine erschreck­ende Blind­heit gegenüber dem, was richtig und falsch ist. Sie offen­baren zudem einen Man­gel an Respekt, nicht nur gegenüber dem Glauben, son­dern auch gegenüber der Kul­tur und Tra­di­tion eines Lan­des.

Solche Ent­gleisun­gen sind nicht bloß geschmack­liche Fehlentschei­dun­gen, son­dern Symp­tome ein­er tief­er­en geistlichen Verir­rung. Wenn die Men­schw­er­dung Gottes, das heilig­ste Mys­teri­um des christlichen Glaubens, zu einem per­for­ma­tiv­en Kun­st­ex­per­i­ment degradiert wird, zeigt sich, wie weit sich große Teile der kirch­lichen Land­schaft von der Ehrfurcht vor Chris­tus ent­fer­nt haben. Die Inkar­na­tion wird nicht mehr als Offen­barung des lebendi­gen Gottes ver­standen, son­dern als Pro­jek­tions­fläche für men­schliche Kreativ­ität. Doch die Krippe ist kein Ate­lier. Sie ist der Ort, an dem der ewige Sohn Gottes Fleisch wurde, um uns zu erlösen.

Die Bibel macht deut­lich, dass der Ver­lust der Ehrfurcht vor Gott immer mit dem Ver­lust der Wahrheit ein­herge­ht.

Wo Chris­tus nicht mehr als Herr verkündigt wird, wird auch seine Geburt nicht mehr als heilig behan­delt.

Stattdessen wird das Evan­geli­um entwei­ht, psy­chol­o­gisiert oder poli­tisiert, alles, nur nicht verkündigt. Und genau das ist die Tragik solch­er Darstel­lun­gen: Sie erset­zen die Offen­barung Gottes durch men­schliche Ideen. Sie ver­schieben den Fokus vom Kind in der Krippe auf die Kun­stschaf­fend­en, von der Anbe­tung auf die Insze­nierung

Doch die Heilige Schrift warnt uns, dass solche Entwick­lun­gen nicht über­raschend sind. Paulus schreibt, dass Men­schen „die Wahrheit Gottes in Lüge ver­wan­deln“ und „das Geschöpf verehren statt den Schöpfer“ (Römer 1,25). Wenn die Kirche begin­nt, sich selb­st zu insze­nieren, statt Chris­tus zu erhöhen, ist der Weg in die Ver­wirrung vorgeze­ich­net. Und wenn die Medi­en solche Insze­nierun­gen ver­stärken, wird die Ver­wirrung nur noch sicht­bar­er.

Gle­ichzeit­ig ist dieser Vor­fall ein Spiegel für die geistliche Lage unseres Lan­des. Die Mis­sach­tung des Heili­gen ist kein Rand­phänomen mehr, son­dern Aus­druck ein­er Kul­tur, die ihre geistlichen Wurzeln ver­loren hat. Die Krippe ist nicht nur ein religiös­es Sym­bol – sie ist Teil des kul­turellen Gedächt­niss­es Europas. Wer sie entwei­ht, entwei­ht nicht nur den Glauben, son­dern auch die Geschichte, die Iden­tität und die geistliche Sub­stanz unseres Kon­ti­nents.

Doch ger­ade in solchen Momenten ruft uns Gott zurück zu ein­er klaren, unver­wässerten Verkündi­gung. Die Antwort auf Spott ist nicht Empörung, son­dern Heili­gung. Die Antwort auf Ver­wirrung ist nicht Rück­zug, son­dern Wahrheit. Die Antwort auf Respek­t­losigkeit ist nicht Res­ig­na­tion, son­dern eine erneuerte Gottes­furcht, die Chris­tus wieder in die Mitte stellt – nicht als Kun­sto­b­jekt, son­dern als den lebendi­gen Her­rn.

Die größere Frage: Was sagt das über das christliche Abendland aus?

Die genan­nten Vor­fälle sind keine Einzelfälle, son­dern Symp­tome eines tief­greifend­en kul­turellen und spir­ituellen Wan­dels. Was einst das christliche Abend­land war, scheint zunehmend seine eige­nen Werte und Grund­la­gen zu vergessen. Beson­ders besorgnis­er­re­gend ist, dass selb­st unter Chris­ten oft geschwiegen wird. Es gibt kaum Empörung, keine Kon­se­quen­zen von Bis­chöfen oder Leitungs­gremien.

Die Bibel warnt uns immer wieder vor der Gefahr, den Glauben selb­stver­ständlich zu nehmen und sich falschen Propheten zuzuwen­den. In Hosea 4,6 heißt es: „Zugrunde geht mein Volk, weil es ohne Erken­nt­nis Gottes ist. Weil du die Erken­nt­nis ver­wor­fen hast, will ich dich auch ver­w­er­fen, dass du nicht mehr mein Priester sein sollst. Weil du die Weisung deines Gottes vergessen hast, will ich auch deine Kinder vergessen.“

Diese Worte des Propheten Hosea tre­f­fen unsere Zeit mit erschreck­ender Präzi­sion. Der Man­gel an Erken­nt­nis ist nicht das Fehlen von Infor­ma­tio­nen – davon haben wir mehr als je zuvor.

Es ist das Fehlen von geistlich­er Unter­schei­dung, von der Fähigkeit, Wahrheit von Täuschung zu unter­schei­den.

Erken­nt­nis im bib­lis­chen Sinn ist immer gebun­den an Gehor­sam. Wo der Gehor­sam schwindet, ver­dunkelt sich auch die Erken­nt­nis. Und genau das sehen wir: Eine Kirche, die das Wort Gottes nicht mehr ernst nimmt, ver­liert unweiger­lich die Fähigkeit, das Heilige vom Pro­fa­nen zu unter­schei­den.

Das Schweigen viel­er Chris­ten ist dabei nicht neu­tral. Schweigen ist immer ein Zeichen dafür, dass die Furcht vor Men­schen größer gewor­den ist als die Furcht vor Gott. Es ist beze­ich­nend, dass die lautesten Stim­men oft nicht die sind, die für die Wahrheit ein­treten, son­dern jene, die jede Gren­züber­schre­itung als „kreativ“, „zeit­gemäß“ oder „inklu­siv“ vertei­di­gen. Doch die Bibel ruft uns nicht zur Anpas­sung, son­dern zur Treue. Sie ruft uns nicht zur Pop­u­lar­ität, son­dern zur Heiligkeit.

Wenn Leitungs­gremien und Bis­chöfe nicht mehr kor­rigieren, wenn sie nicht mehr schützen, wenn sie nicht mehr unter­schei­den, dann ver­liert die Herde ihre Ori­en­tierung. Die Wächter auf den Mauern schlafen – und das Volk merkt es kaum noch. Doch Gott nimmt diese Ver­ant­wor­tung ernst. In Hes­ekiel 34 richtet er scharfe Worte an die Hirten, die ihre Auf­gabe ver­nach­läs­si­gen: „Wehe den Hirten Israels, die sich selb­st wei­den!“ Die Krise unser­er Zeit ist nicht nur eine Krise der Kul­tur, son­dern eine Krise der geistlichen Leitung.

Doch die Heilige Schrift zeigt uns auch, dass Gott in Zeit­en des Abfalls immer einen Über­rest bewahrt – Men­schen, die nicht mit dem Strom schwim­men, die nicht schweigen, die nicht ihre Knie vor den Götzen der Zeit beu­gen. Dieser Über­rest ist nicht laut, aber treu. Nicht angepasst, aber gehor­sam. Nicht mod­ern, aber lebendig. Und durch diesen Über­rest wirkt Gott. Die Frage ist daher nicht, wie tief der kul­turelle Ver­fall noch gehen wird, son­dern ob wir bere­it sind, uns neu unter das Wort Gottes zu stellen. Ob wir bere­it sind, die Erken­nt­nis nicht nur zu hören, son­dern zu leben. Ob wir bere­it sind, die Furcht des Her­rn wieder höher zu acht­en als die Mei­n­ung der Men­schen.

Die Verantwortung der Kirche

Die Kirche hat eine Ver­ant­wor­tung, klare Gren­zen zu set­zen und die Heiligkeit Gottes zu vertei­di­gen. Doch wo sind die öffentlichen Stel­lung­nah­men der Bis­chöfe? Wo sind die Kon­se­quen­zen? Der Ein­druck entste­ht, dass selb­st geistliche Leit­er zunehmend Kom­pro­misse einge­hen, um gesellschaftlichen Trends zu fol­gen, statt sich auf die Wahrheit der Bibel zu stützen. Jesus selb­st sagt in Matthäus 7,15–16: „Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schaf­sklei­dern zu euch kom­men, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Frücht­en sollt ihr sie erken­nen.“ Wenn geistliche Leit­er ihre Auf­gabe ver­rat­en, wie sollen die Gläu­bi­gen dann geführt wer­den?

Wenn geistliche Leit­er ihre Auf­gabe ver­rat­en, ver­liert die Gemeinde nicht nur Ori­en­tierung, son­dern auch Schutz. Die Bibel beschreibt Hirten als Wächter, die über die Herde wachen, Gefahren erken­nen und das Volk Gottes vor Verir­rung bewahren sollen. Wenn aber die Wächter selb­st die Tore öff­nen, wenn sie die Wölfe nicht mehr benen­nen, son­dern ihnen Raum geben, dann wird die Herde unweiger­lich zer­streut. Jesus spricht nicht zufäl­lig von „reißen­den Wölfen“ – es geht nicht um harm­lose Irrtümer, son­dern um zer­störerische Kräfte, die den Glauben aushöhlen.

Die Früchte solch­er Kom­pro­misse sind längst sicht­bar: Ver­wirrung statt Klarheit, Anpas­sung statt Treue, Men­schen­furcht statt Gottes­furcht. Eine Kirche, die gefall­en will, ver­liert ihre prophetis­che Stimme. Eine Kirche, die sich dem Zeit­geist unter­wirft, ver­liert die Kraft des Geistes Gottes. Und eine Kirche, die das Heilige nicht mehr schützt, ver­liert ihre eigene Iden­tität, ihr Fun­da­ment!

Doch die Ver­ant­wor­tung liegt nicht allein bei den Leit­ern. Die Heilige Schrift ruft das ganze Volk Gottes zur Wach­samkeit auf. In 1. Johannes 4,1 heißt es: „Glaubt nicht jedem Geist, son­dern prüft die Geis­ter, ob sie aus Gott sind.“ Das bedeutet: Jed­er Christ ist gerufen, das Wort Gottes höher zu acht­en als jede men­schliche Autorität. Wenn Leit­er schweigen, muss das Volk umso klar­er hören. Wenn Hirten ver­sagen, bleibt das Wort den­noch ver­lässlich. Und wenn die Insti­tu­tio­nen wanken, bleibt Chris­tus der Fels. Ger­ade deshalb ist diese Zeit eine Prü­fung. Sie zeigt, ob unser Glaube auf Tra­di­tion oder auf Wahrheit gegrün­det ist, auf Men­schen oder auf Chris­tus. Sie offen­bart, ob wir bere­it sind, für die Heiligkeit Gottes einzuste­hen – auch dann, wenn es unbe­quem wird, auch dann, wenn wir allein ste­hen.

Die Kirche braucht keine neuen Trends, son­dern erneuerte Herzen. Keine spek­takulären Insze­nierun­gen, son­dern heilige Hingabe. Keine Kom­pro­misse, son­dern Klarheit. Und diese Klarheit begin­nt dort, wo Men­schen sich wieder unter das Wort Gottes beu­gen und sagen: „Herr, dein Wille geschehe – nicht der Wille der Zeit.“

Gott lässt sich nicht spotten

Let­z­tendlich mah­nt uns die Bibel, dass nie­mand unges­traft bleibt, der die Heiligkeit Gottes verspot­tet. In Predi­ger 12,14 ste­ht: „Denn Gott wird alle Werke vor Gericht brin­gen, alles, was ver­bor­gen ist, es sei gut oder böse.“

Am Ende des Lebens wird jed­er Men­sch für seine Tat­en Rechen­schaft able­gen müssen.

Diese Gewis­sheit des kom­menden Gerichts ist kein Drohmit­tel, son­dern eine heilige Real­ität, die uns zur Besin­nung ruft. Gott sieht, was Men­schen ver­ber­gen. Er ken­nt die Motive hin­ter jedem Wort, jed­er Hand­lung, jed­er ver­meintlichen „kreativ­en“ Gren­züber­schre­itung. Nichts ent­ge­ht seinem Blick. Und ger­ade deshalb ist Spott über das Heilige niemals belan­g­los. Er ist ein Angriff auf den, der heilig ist und der sich nicht ver­höh­nen lässt.

Doch das Gericht Gottes ist nicht nur eine War­nung an jene, die das Heilige mis­sacht­en. Es ist auch ein Trost für die, die treu bleiben. Für alle, die unter dem Ver­fall lei­den, die das Schweigen der Hirten bekla­gen, die die Entwei­hung des Evan­geli­ums mit Schmerz sehen. Gott über­sieht wed­er die Treue der Gerecht­en noch die Respek­t­losigkeit der Got­t­losen. Er wird alles ans Licht brin­gen und er wird gerecht richt­en.

Diese Per­spek­tive bewahrt uns davor, in Bit­terkeit zu ver­fall­en oder in Res­ig­na­tion zu erstar­ren. Sie ruft uns vielmehr dazu auf, selb­st in ein­er Zeit des Abfalls stand­haft zu bleiben. Paulus schreibt in 1. Korinther 15,58: „Darum, meine lieben Brüder und Schwest­ern, seid fest und uner­schüt­ter­lich und nehmt immer zu in dem Werk des Her­rn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht verge­blich ist in dem Her­rn.“ Treue ist nie verge­blich. Auch dann nicht, wenn die Welt sie verspot­tet oder die Kirche sie ignori­ert.

Ger­ade jet­zt braucht es Men­schen, die dem Zeit­geist wider­ste­hen und sich allein vom Geist Gottes leit­en lassen.

Men­schen, die das Heilige ehren, auch wenn andere es entwei­hen. Men­schen, die das Wort Gottes hochhal­ten, auch wenn es unbe­quem wird. Men­schen, die wis­sen, dass Chris­tus nicht nur das Kind in der Krippe ist, son­dern der Richter, der wiederkom­men wird in Her­rlichkeit.

Ein Aufruf zur Umkehr

Es ist an der Zeit, dass wir als Chris­ten unsere Stimme erheben. Wir dür­fen nicht schweigen, wenn das Heilige verspot­tet wird. Wir müssen für die Wahrheit ein­treten und uns wieder auf die Grund­la­gen unseres Glaubens besin­nen.

2. Chronik 7,14 gibt uns Hoff­nung: „Und mein Volk, über dem mein Name aus­gerufen wor­den ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, so will ich es vom Him­mel her hören und ihre Sün­den vergeben und ihr Land heilen.“

Diese Ver­heißung aus 2. Chronik 7,14 ist kein roman­tis­ch­er Wun­sch, son­dern eine göt­tliche Zusage und zugle­ich eine Bedin­gung. Gott ver­heißt Heilung, aber er knüpft sie an Demut, Gebet, Suche und Umkehr. Das bedeutet: Die Erneuerung begin­nt nicht in den Medi­en, nicht in den Kirchen­leitun­gen, nicht in den gesellschaftlichen Debat­ten, son­dern im Herzen jedes Einzel­nen. Gott wartet nicht auf per­fek­te Struk­turen, son­dern auf ein Volk, das sich vor ihm beugt.

Umkehr ist kein ein­ma­liger Akt, son­dern ein Lebensstil. Sie bedeutet, das eigene Herz zu prüfen, falsche Kom­pro­misse zu erken­nen und sich bewusst wieder unter die Herrschaft Christi zu stellen. Sie bedeutet, die Stimme Gottes höher zu acht­en als die Stim­men der Zeit. Und sie bedeutet, das Heilige wieder als heilig zu behan­deln nicht aus Tra­di­tion, son­dern aus Ehrfurcht. Ger­ade in Zeit­en des geistlichen Ver­falls ruft Gott sein Volk zu ein­er klaren Entschei­dung. In Josua 24,15 heißt es: „Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göt­tern, denen eure Väter gedi­ent haben jen­seits des Stroms, oder den Göt­tern der Amor­it­er, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“ Dieser Ruf gilt auch uns. Wollen wir dem Zeit­geist dienen oder dem lebendi­gen Gott? Wollen wir schweigen oder beken­nen? Wollen wir uns anpassen oder heili­gen?

Die Geschichte zeigt: Gott wirkt immer dann am mächtig­sten, wenn sein Volk sich nicht auf seine eigene Stärke ver­lässt, son­dern auf seine Gnade. Er erneuert nicht durch äußere Macht, son­dern durch innere Buße. Er heilt nicht durch poli­tis­che Pro­gramme, son­dern durch geistliche Erweck­ung. Und diese Erweck­ung begin­nt dort, wo Men­schen wieder ernst machen mit dem Gebet, mit der Heili­gen Schrift, mit der Heiligkeit Gottes.

Darum ist dieser Aufruf zur Umkehr kein pes­simistis­ch­er Rück­zug, son­dern ein hoff­nungsvoller Schritt nach vorn. Denn Gott hat nicht aufge­hört, zu han­deln. Er hat nicht aufge­hört, zu sprechen. Er hat nicht aufge­hört, sein Volk zu lieben. Und er hat nicht aufge­hört, zu vergeben.

Ähnliche Beiträge