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In den letz­ten Jah­ren hat sich eine neue Form des christ­li­chen Diens­tes ent­wi­ckelt, die mit gro­ßer Geschwin­dig­keit die sozia­len Medi­en erobert hat und Mil­lio­nen von Men­schen erreicht. Soge­nann­te Christ­fluen­cer, also Chris­ten mit gro­ßer Reich­wei­te auf Platt­for­men wie Insta­gram, You­Tube, Tik­Tok oder Face­book, prä­gen zuneh­mend das Ver­ständ­nis von Glau­ben und Nach­fol­ge bei einer gan­zen Gene­ra­ti­on jun­ger Chris­ten.

Die­se Ent­wick­lung bringt zwei­fel­los bemer­kens­wer­te Chan­cen mit sich, das Evan­ge­li­um in Räu­me zu tra­gen, die tra­di­tio­nel­le kirch­li­che Struk­tu­ren nicht errei­chen kön­nen, doch sie birgt gleich­zei­tig Gefah­ren, die so schwer­wie­gend sind, dass wir als ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Chris­ten nicht schwei­gen dür­fen. Die Fra­ge, die wir uns stel­len müs­sen, lau­tet nicht, ob wir sozia­le Medi­en für das Reich Got­tes nut­zen kön­nen, son­dern ob wir dabei die bibli­schen Maß­stä­be für Leh­re, Lei­ter­schaft und geist­li­che Inte­gri­tät bewah­ren oder ob wir uns von den Mecha­nis­men und Wer­ten die­ser Platt­for­men ver­füh­ren und umfor­men las­sen.

Die Ver­lo­ckun­gen, die mit einer gro­ßen Reich­wei­te in den sozia­len Medi­en ein­her­ge­hen, sind gewal­tig und wer­den oft unter­schätzt. Wenn ein Christ beginnt, eine Platt­form auf­zu­bau­en und Tau­sen­de oder gar Mil­lio­nen von Men­schen sei­ne Inhal­te kon­su­mie­ren, ent­steht eine sub­ti­le, aber gefähr­li­che Dyna­mik. Die stän­di­ge Bestä­ti­gung durch Likes, Kom­men­ta­re und neue Fol­lower akti­viert Beloh­nungs­me­cha­nis­men im Gehirn, die süch­tig machen kön­nen. Was zunächst als demü­ti­ger Dienst für Gott beginnt, ver­wan­delt sich unmerk­lich in eine Suche nach mensch­li­cher Aner­ken­nung und Applaus.

Selbst berühm­te Pas­to­ren sind davor nicht gefeit. Auch sie ste­hen unter dem Druck, rele­vant zu blei­ben, Erwar­tun­gen zu erfül­len und ihre wach­sen­de Anhän­ger­schaft nicht zu ver­lie­ren. Je grö­ßer die Platt­form, des­to sub­ti­ler wird die Ver­su­chung, das eige­ne Image zu pfle­gen statt Chris­tus zu erhö­hen. Man­che begin­nen unmerk­lich, ihre Iden­ti­tät aus Reich­wei­te, Reso­nanz und öffent­li­cher Bewun­de­rung zu zie­hen, statt aus der stil­len Gemein­schaft mit Gott. Doch geist­li­che Auto­ri­tät ent­steht nicht durch Popu­la­ri­tät, son­dern durch Treue.

Jesus warn­te sei­ne Jün­ger ein­dring­lich vor genau die­ser Gefahr, als er in Mat­thä­us 6,1 sag­te: “Habt acht auf eure Fröm­mig­keit, dass ihr die nicht übt vor den Leu­ten, um von ihnen gese­hen zu wer­den, ihr habt sonst kei­nen Lohn bei eurem Vater im Him­mel.” Die Fra­ge, die jeder Christ­fluen­cer sich täg­lich stel­len muss, lau­tet: Die­ne ich wirk­lich Gott, oder suche ich im Grun­de mei­ne eige­ne Ehre und baue mein eige­nes Reich?

Die Struk­tur der sozia­len Medi­en för­dert von Natur aus Ober­fläch­lich­keit und schnel­le, ver­ein­fach­te Bot­schaf­ten. Kom­ple­xe theo­lo­gi­sche Wahr­hei­ten, die sorg­fäl­ti­ge Aus­le­gung der Schrift erfor­dern, wer­den auf kna­cki­ge State­ments redu­ziert, die in weni­gen Sekun­den kon­su­miert wer­den kön­nen. Die tie­fe, durch­drin­gen­de Kraft des Wor­tes Got­tes, das wie ein zwei­schnei­di­ges Schwert See­le und Geist trennt, wie Hebrä­er 4,12 beschreibt, wird ersetzt durch moti­vie­ren­de Sprü­che, schö­ne Bil­der und emo­tio­na­le Momen­te, die zwar Gefüh­le wecken, aber kei­ne ech­te geist­li­che Trans­for­ma­ti­on bewir­ken. Die Gefahr besteht dar­in, dass eine gan­ze Gene­ra­ti­on von Chris­ten her­an­wächst, die zwar vie­le inspi­rie­ren­de Inhal­te kon­su­miert hat, aber kei­ne soli­de bibli­sche Grund­la­ge besitzt und nicht in der Lage ist, zwi­schen gesun­der Leh­re und ver­füh­re­ri­schen Irr­tü­mern zu unter­schei­den.

Beson­ders besorg­nis­er­re­gend ist die Tat­sa­che, dass vie­le Christ­fluen­cer kei­ner­lei geist­li­che Ver­ant­wor­tung oder Rechen­schaft gegen­über einer loka­len Gemein­de haben. Sie leh­ren und beein­flus­sen Tau­sen­de von Men­schen, ohne dass jemand ihre Leh­re prüft, ihr Leben beob­ach­tet oder sie in Lie­be zurecht­weist, wenn sie vom Weg abkom­men. Die Bibel kennt die­ses Modell des unab­hän­gi­gen, selbst­er­nann­ten Leh­rers nicht. Pau­lus betont in sei­nen Brie­fen immer wie­der die Bedeu­tung der Gemein­de als Ort der Zurüs­tung, der gegen­sei­ti­gen Ermah­nung und der geist­li­chen Auf­sicht.

In Hebrä­er 13,17 wer­den Chris­ten ermahnt: “Gehorcht euren Leh­rern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure See­len – und dafür müs­sen sie Rechen­schaft geben –, damit sie das mit Freu­den tun und nicht mit Seuf­zen; denn das wäre nicht gut für euch.” Wenn ein Christ­fluen­cer nie­man­dem Rechen­schaft schul­dig ist, wer schützt dann die Her­de vor fal­scher Leh­re und wer hilft ihm selbst, wenn er in Ver­su­chung gerät oder vom rech­ten Weg abweicht?

Die Ver­su­chung zur Selbst­dar­stel­lung und zum Nar­ziss­mus ist in der Welt der sozia­len Medi­en all­ge­gen­wär­tig. Men­schen insze­nie­ren ihr Leben, fil­tern ihre Rea­li­tät und prä­sen­tie­ren eine per­fek­tio­nier­te Ver­si­on ihrer selbst, die oft wenig mit der Wirk­lich­keit zu tun hat. Wenn Chris­ten die­sem Mus­ter fol­gen, ent­steht ein ver­zerr­tes Bild des christ­li­chen Lebens, das ande­re ent­mu­tigt und unter Druck setzt.

Jun­ge Gläu­bi­ge sehen schein­bar per­fek­te Christ­fluen­cer, die immer fröh­lich sind, deren Ehen makel­los erschei­nen, deren Kin­der sich bei­spiel­haft beneh­men und die stän­dig tief­grün­di­ge geist­li­che Ein­sich­ten zu haben schei­nen, und sie fra­gen sich, war­um ihr eige­nes Leben so chao­tisch, ihre Kämp­fe so real und ihr Glau­be so schwan­kend ist.

Pau­lus war ehr­lich über sei­ne Schwach­heit und sei­ne Kämp­fe, wie er in 2. Korin­ther 12,9 schreibt: “Er hat zu mir gesagt: Lass dir an mei­ner Gna­de genü­gen, denn mei­ne Kraft ist in den Schwa­chen mäch­tig.” Ein Christ­fluen­cer, der nur Stär­ke und Erfolg zeigt, ver­fälscht die bibli­sche Bot­schaft und führt ande­re in die Irre.

Ein wei­te­res erns­tes Pro­blem ist die zuneh­men­de Ver­mi­schung von Evan­ge­li­um und welt­li­chen Wer­ten, die in vie­len christ­li­chen Inhal­ten auf sozia­len Medi­en zu beob­ach­ten ist. Um eine grö­ße­re Reich­wei­te zu erzie­len und nicht anzu­ecken, wer­den unbe­que­me bibli­sche Wahr­hei­ten ver­schwie­gen oder ver­wäs­sert. The­men wie Sün­de, Buße, Gericht, Hei­lig­keit und Abson­de­rung von der Welt kom­men kaum noch vor, statt­des­sen domi­nie­ren posi­ti­ve, lebens­be­ja­hen­de Bot­schaf­ten über Selbst­wert, per­sön­li­ches Glück und die bedin­gungs­lo­se Lie­be Got­tes. Die­se ein­sei­ti­ge Dar­stel­lung des christ­li­chen Glau­bens mag ange­nehm klin­gen und vie­le Fol­lower anzie­hen, aber sie ent­spricht nicht der Voll­stän­dig­keit der bibli­schen Offen­ba­rung.

Jesus selbst sag­te in Mat­thä­us 7,13: “Geht hin­ein durch die enge Pfor­te. Denn die Pfor­te ist weit und der Weg ist breit, der zur Ver­damm­nis führt, und vie­le sind’s, die auf ihm hin­ein­ge­hen.” Ein Christ­fluen­cer, der nur die brei­te Pfor­te zeigt und den schma­len Weg ver­schweigt, macht sich schul­dig an den See­len derer, die ihm fol­gen.

Doch es gibt auch die ande­re Sei­te. Man­che reagie­ren auf die Ver­wäs­se­rung des Evan­ge­li­ums mit einem radi­ka­len Gegen­ent­wurf, der eben­so unge­sund ist: je stren­ger, je lau­ter, je aggres­si­ver der Ton, des­to „geist­li­cher“ erscheint er. In sol­chen Krei­sen wird nicht mehr das Evan­ge­li­um ver­kün­digt, son­dern ein har­scher Mora­lis­mus, der mehr Angst als Hoff­nung erzeugt. Statt Men­schen zu Chris­tus zu zie­hen, wer­den sie durch Ver­ur­tei­lung, Welt­feind­lich­keit und stän­di­ge Droh­pre­dig­ten abge­sto­ßen. Doch auch das ver­fehlt das Herz Got­tes. Die Wahr­heit Got­tes braucht weder Weich­zeich­nung noch Über­här­te. Sie ist klar, aber nicht bru­tal; sie ist ernst, aber nicht lieb­los; sie ruft zur Umkehr, aber sie schlägt nicht nie­der.

Die Kom­mer­zia­li­sie­rung des Glau­bens ist ein wei­te­rer beun­ru­hi­gen­der Aspekt der Christ­fluen­cer Kul­tur. Vie­le ver­die­nen durch ihre Reich­wei­te beträcht­li­che Sum­men Geld, sei es durch Wer­be­ein­nah­men, gespon­ser­te Bei­trä­ge, den Ver­kauf von Medi­en, Beklei­dung, Kur­sen oder ande­ren Pro­duk­ten. An sich ist es nicht ver­werf­lich, für geist­li­che Arbeit ent­lohnt zu wer­den, wie Pau­lus in 1. Korin­ther 9,14 bestä­tigt: “So hat auch der Herr befoh­len, dass die, die das Evan­ge­li­um ver­kün­di­gen, sich vom Evan­ge­li­um näh­ren sol­len.”

Doch wenn das finan­zi­el­le Motiv beginnt, die Ver­kün­di­gung zu beein­flus­sen, wenn Inhal­te danach aus­ge­wählt wer­den, was die meis­ten Klicks und damit das meis­te Geld bringt, wenn der Glau­be zu einem Geschäfts­mo­dell wird, dann haben wir eine Gren­ze über­schrit­ten. Jesus trieb die Händ­ler aus dem Tem­pel und sag­te in Mat­thä­us 21,13: “Es steht geschrie­ben: Mein Haus soll ein Bet­haus hei­ßen, ihr aber macht eine Räu­ber­höh­le dar­aus.” Wie viel mehr soll­ten wir dar­auf ach­ten, dass das Evan­ge­li­um nicht zum Han­dels­gut wird?

Die Gefahr der Ver­füh­rung durch fal­sche Leh­ren ist in der Welt der Christ­fluen­cer beson­ders groß, weil die Kon­trol­le und Kor­rek­tur fehlt. Jeder kann sich eine Platt­form auf­bau­en und sei­ne Ansich­ten ver­brei­ten, unab­hän­gig davon, ob die­se biblisch fun­diert sind oder nicht. Cha­ris­ma­ti­sche Per­sön­lich­kei­ten mit gro­ßer Reich­wei­te kön­nen Irr­leh­ren ver­brei­ten, die von ihren Anhän­gern unkri­tisch über­nom­men wer­den, weil die­se Men­schen ihren Influen­cern mehr ver­trau­en als der sorg­fäl­ti­gen Prü­fung anhand der Schrift. Pau­lus warn­te in 2. Timo­theus 4,3: “Denn es wird eine Zeit kom­men, da sie die heil­sa­me Leh­re nicht ertra­gen wer­den, son­dern nach ihren eige­nen Gelüs­ten wer­den sie sich selbst Leh­rer auf­la­den, nach denen ihnen die Ohren jucken.” Die­se Zeit ist längst ange­bro­chen, und die sozia­len Medi­en haben es leich­ter gemacht als je zuvor, sich Leh­rer aus­zu­wäh­len, die uns das sagen, was wir hören wol­len, anstatt das, was wir hören müs­sen.

Den­noch wäre es falsch, die Chan­cen zu über­se­hen, die sozia­le Medi­en für die Ver­brei­tung des Evan­ge­li­ums bie­ten. Wenn sie wei­se und ver­ant­wor­tungs­voll genutzt wer­den, kön­nen die­se Platt­for­men kraft­vol­le Werk­zeu­ge sein, um Men­schen mit der Bot­schaft von Jesus Chris­tus zu errei­chen. Die glo­ba­le Ver­net­zung ermög­licht es, in Län­der vor­zu­drin­gen, in denen Mis­sio­na­re kei­nen Zugang haben, und Men­schen zu errei­chen, die nie­mals eine Kir­che betre­ten wür­den. Kur­ze, anspre­chen­de Inhal­te kön­nen Appe­tit auf mehr wecken und Men­schen dazu bewe­gen, tie­fer in die Bibel ein­zu­tau­chen und eine loka­le Gemein­de zu suchen. Ermu­ti­gen­de Zeug­nis­se kön­nen Glau­ben stär­ken und Men­schen in schwie­ri­gen Zei­ten Hoff­nung geben. Die Fra­ge ist nicht, ob wir sozia­le Medi­en nut­zen soll­ten, son­dern wie wir sie nut­zen und wel­che Prio­ri­tä­ten und Wer­te unser Han­deln lei­ten.

Christ­fluen­cer, die ihre Platt­form mit Inte­gri­tät und geist­li­cher Rei­fe nut­zen wol­len, müs­sen sich bestimm­ten Prin­zi­pi­en ver­pflich­ten. Sie müs­sen sich ers­tens in eine loka­le Gemein­de ein­ord­nen und geist­li­chen Lei­tern Rechen­schaft able­gen, die ihre Leh­re prü­fen und ihr Leben beob­ach­ten. Sie müs­sen zwei­tens bereit sein, unpo­pu­lä­re Wahr­hei­ten zu ver­kün­den und in Kauf zu neh­men, dass ihre Reich­wei­te dar­un­ter lei­den könn­te. Sie müs­sen drit­tens ehr­lich über ihre Kämp­fe und Schwä­chen sein, anstatt ein per­fek­tes Bild zu insze­nie­ren. Sie müs­sen vier­tens sicher­stel­len, dass ihr Dienst nicht von finan­zi­el­len Moti­ven getrie­ben wird und sie bereit sind, auf Ein­nah­men zu ver­zich­ten, wenn die­se ihre Unab­hän­gig­keit gefähr­den. Und sie müs­sen fünf­tens regel­mä­ßig ihre eige­nen Her­zen prü­fen und sich fra­gen, wem sie wirk­lich die­nen und woher ihre Moti­va­ti­on kommt.

Für die­je­ni­gen, die Christ­fluen­cer kon­su­mie­ren, ist kri­ti­sches Den­ken uner­läss­lich. Wir dür­fen nicht jeden Inhalt unkri­tisch über­neh­men, nur weil er von jeman­dem mit vie­len Fol­lo­wern kommt oder weil er emo­tio­nal anspre­chend ist. Die Ber­ö­er wur­den in Apos­tel­ge­schich­te 17,11 dafür gelobt, dass sie das Wort täg­lich forsch­ten, ob sich’s so ver­hiel­te, was Pau­lus ihnen pre­dig­te. Wie viel mehr soll­ten wir alles, was wir in sozia­len Medi­en sehen und hören, anhand der Bibel prü­fen. Wir müs­sen uns fra­gen: Ent­spricht die­se Leh­re der gesam­ten Schrift oder nur aus­ge­wähl­ten Ver­sen? Führt die­ser Inhalt mich zu tie­fe­rer Hin­ga­be an Chris­tus oder gibt er mir nur ein gutes Gefühl? Lebt die­se Per­son das, was sie lehrt, oder ist es nur eine gut insze­nier­te Show? Ist die­se Bot­schaft auf das Kreuz und die Herr­lich­keit Got­tes aus­ge­rich­tet oder auf mensch­li­chen Erfolg und Selbst­ver­wirk­li­chung?

Die Ver­su­chung, Men­schen zu fol­gen anstatt Chris­tus, ist so alt wie die Gemein­de selbst. Schon in Korinth gab es Grup­pen, die sag­ten, “sie gehör­ten zu Pau­lus oder zu Apol­los oder zu Kephas”, und Pau­lus muss­te sie ermah­nen: “Ist denn Pau­lus für euch gekreu­zigt? Oder seid ihr auf den Namen des Pau­lus getauft?”, wie wir in 1. Korin­ther 1,13 lesen. Christ­fluen­cer kön­nen bes­ten­falls Weg­wei­ser zu Jesus sein, aber sie dür­fen nie­mals das Ziel wer­den. Wenn wir mehr Zeit damit ver­brin­gen, Inhal­te von Christ­fluen­cern zu kon­su­mie­ren, als selbst in der Bibel zu lesen und zu beten, wenn wir ihre Mei­nun­gen höher schät­zen als Got­tes Wort, wenn wir sie idea­li­sie­ren und ihre Feh­ler über­se­hen, dann sind wir auf einem gefähr­li­chen Weg.

Die Gemein­de muss ler­nen, mit die­ser neu­en Rea­li­tät umzu­ge­hen und jun­ge Chris­ten zu befä­hi­gen, wei­se und geist­lich reif mit sozia­len Medi­en umzu­ge­hen. Es reicht nicht aus, die­se Platt­for­men zu ver­teu­feln oder zu igno­rie­ren, denn damit über­las­sen wir das Feld ande­ren und ver­lie­ren den Ein­fluss auf eine gan­ze Gene­ra­ti­on. Statt­des­sen müs­sen wir eine bibli­sche Medi­en­ethik ent­wi­ckeln, die Prin­zi­pi­en für Kon­sum und Pro­duk­ti­on von Inhal­ten ver­mit­telt. Wir müs­sen jun­ge Men­schen dar­in schu­len, kri­tisch zu den­ken, Leh­ren zu prü­fen und nicht jedem Trend hin­ter­her­zu­lau­fen. Wir müs­sen sie ermu­ti­gen, ihre Zeit wei­se zu nut­zen und nicht stun­den­lang in sozia­len Medi­en zu ver­sin­ken, wäh­rend die Bibel ver­staubt. Und wir müs­sen ihnen vor­le­ben, dass ech­te Nach­fol­ge in der loka­len Gemein­de geschieht, im per­sön­li­chen Kon­takt mit ande­ren Gläu­bi­gen, nicht in der vir­tu­el­len Welt.

Die Geschich­te der Gemein­de ist voll von Bei­spie­len, wie neue Tech­no­lo­gien und Medi­en sowohl für das Reich Got­tes genutzt als auch miss­braucht wur­den. Der Buch­druck ermög­lich­te die wei­te Ver­brei­tung der Bibel, wur­de aber auch genutzt, um Irr­leh­ren zu ver­brei­ten. Radio und Fern­se­hen brach­ten Pre­dig­ten in Mil­lio­nen von Haus­hal­ten, führ­ten aber auch zur Ent­ste­hung frag­wür­di­ger Medi­en­per­sön­lich­kei­ten, die den Glau­ben kom­mer­zia­li­sier­ten. Sozia­le Medi­en sind nur das neu­es­te Kapi­tel in die­ser Geschich­te, und wir ste­hen vor der­sel­ben Her­aus­for­de­rung: Wie nut­zen wir die­se Werk­zeu­ge treu und wei­se für Got­tes Reich, ohne uns von ihnen kor­rum­pie­ren zu las­sen?

Die Ant­wort liegt nicht in einer pau­scha­len Ableh­nung oder einer unkri­ti­schen Umar­mung, son­dern in einer biblisch begrün­de­ten, wei­sen Nut­zung, die stän­dig über­prüft und kor­ri­giert wird. Wir brau­chen Christ­fluen­cer, die wirk­lich Chris­tus fol­gen, die bereit sind, ihr Kreuz auf sich zu neh­men, auch wenn es bedeu­tet, Reich­wei­te und Beliebt­heit zu ver­lie­ren. Wir brau­chen Inhal­te, die nicht nur inspi­rie­ren, son­dern auch her­aus­for­dern, die nicht nur ermu­ti­gen, son­dern auch ermah­nen, die nicht nur Gna­de ver­kün­den, son­dern auch zur Hei­li­gung rufen. Und wir brau­chen eine Gemein­de, die wach­sam ist und sowohl die Chan­cen ergreift als auch vor den Gefah­ren warnt.

Am Ende wird nicht ent­schei­dend sein, wie vie­le Fol­lower wir hat­ten, wie vie­le Likes unse­re Bei­trä­ge beka­men oder wie viral unse­re Inhal­te gin­gen. Jesus wird uns fra­gen, ob wir treu waren in dem, was er uns anver­traut hat, ob wir sein Evan­ge­li­um rein ver­kün­digt haben, ob wir Men­schen zu ihm geführt oder von ihm weg­ge­führt haben. Die Wor­te aus Mat­thä­us 25,21 soll­ten unser Ziel sein: “Recht so, du guter und treu­er Knecht, du bist über weni­gem treu gewe­sen, ich will dich über viel set­zen, geh hin­ein zu dei­nes Herrn Freu­de.” Die­se Aner­ken­nung von unse­rem Herrn zu hören ist unend­lich wert­vol­ler als alle irdi­sche Aner­ken­nung und Reich­wei­te, die sozia­le Medi­en uns bie­ten kön­nen.

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