Bbblogger (6)

Es gibt eine Argu­men­ta­ti­on, die in christ­li­chen Krei­sen immer wie­der auf­taucht und die auf den ers­ten Blick logisch erschei­nen mag, bei nähe­rer Betrach­tung jedoch eine gefähr­li­che Ver­ken­nung der bibli­schen Wahr­heit dar­stellt. Men­schen sagen: Ich kann mein Leben leben, wie ich möch­te, und mich dann auf dem Ster­be­bett bekeh­ren, denn Gott ist barm­her­zig und wird mich auf­neh­men, so wie er den Schä­cher am Kreuz auf­ge­nom­men hat.

Die­se Denk­wei­se mag sich auf eine rea­le bibli­sche Bege­ben­heit bezie­hen, ver­dreht jedoch deren Bedeu­tung voll­kom­men und miss­braucht die Gna­de Got­tes in einer Wei­se, die sowohl theo­lo­gisch feh­ler­haft als auch geist­lich ver­hee­rend ist. Es ist wich­tig, dass wir uns mit die­ser Argu­men­ta­ti­on aus­ein­an­der­set­zen und ver­ste­hen, war­um sie nicht nur falsch, son­dern gera­de­zu lebens­be­droh­lich für die See­le ist.

Zunächst soll­ten wir uns die Geschich­te des Schä­chers am Kreuz genau anse­hen, um zu ver­ste­hen, was dort wirk­lich geschah. Lukas berich­tet in sei­nem Evan­ge­li­um in Kapi­tel 23, Ver­se 39 bis 43: “Aber einer der Übel­tä­ter, die am Kreuz hin­gen, läs­ter­te ihn und sprach: Bist du nicht der Chris­tus? Hilf dir selbst und uns! Da ant­wor­te­te der ande­re, wies ihn zurecht und sprach: Fürch­test du nicht ein­mal Gott, der du doch in glei­cher Ver­damm­nis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir emp­fan­gen, was uns­re Taten ver­die­nen, die­ser aber hat nichts Unrech­tes getan. Und er sprach: Jesus, geden­ke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahr­lich, ich sage dir: Heu­te wirst du mit mir im Para­dies sein.”

Die­se Wor­te sind von außer­or­dent­li­cher Schön­heit und zei­gen die gren­zen­lo­se Gna­de Got­tes, die selbst in der letz­ten Stun­de eines Men­schen noch wirk­sam wer­den kann. Doch wer die­se Geschich­te als Recht­fer­ti­gung dafür nimmt, ein gott­lo­ses Leben zu füh­ren und erst im letz­ten Moment umzu­keh­ren, hat ihre Bedeu­tung voll­kom­men miss­ver­stan­den.

Was wir bei dem Schä­cher am Kreuz sehen, ist eine ech­te, tie­fe Umkehr in einem Moment extre­mer Not und Klar­heit. Die­ser Mann erkann­te meh­re­re fun­da­men­ta­le Wahr­hei­ten in den Stun­den sei­nes Ster­bens. Er erkann­te ers­tens sei­ne eige­ne Schuld und bekann­te offen, dass er die Stra­fe ver­dien­te, die er erlitt. Er sprach die Wor­te: “Wir emp­fan­gen, was uns­re Taten ver­die­nen.” Hier war kei­ne Selbst­recht­fer­ti­gung, kei­ne Aus­re­de, kei­ne Ver­harm­lo­sung sei­ner Ver­ge­hen, son­dern ein kla­res Schuld­be­kennt­nis. Er erkann­te zwei­tens die Unschuld und Gött­lich­keit Jesu, indem er sag­te: “Die­ser aber hat nichts Unrech­tes getan” und Jesus als den­je­ni­gen ansprach, der ein Reich besitzt. Er erkann­te drit­tens sei­ne völ­li­ge Abhän­gig­keit von der Gna­de die­ses Jesus und bat demü­tig: “Geden­ke an mich, wenn du in dein Reich kommst.” Dies war kein arro­gan­tes For­dern, kein selbst­si­che­res Kal­ku­lie­ren mit Got­tes Barm­her­zig­keit, son­dern eine demü­ti­ge Bit­te eines Man­nes, der wuss­te, dass er nichts zu bie­ten hat­te außer sei­nem Elend und sei­ner Reue.

Die Bekeh­rung des Schä­chers war echt und real, und genau des­halb wur­de sie von Jesus ange­nom­men. Es war kei­ne ober­fläch­li­che Absi­che­rung, kei­ne stra­te­gi­sche Ent­schei­dung in letz­ter Minu­te, son­dern eine tie­fe inne­re Erkennt­nis und Umkehr. Der Kir­chen­va­ter Augus­ti­nus schrieb über die­se Bege­ben­heit: “Es gibt ein Bei­spiel der Bekeh­rung in letz­ter Stun­de, damit nie­mand ver­zwei­felt, aber es gibt nur eines, damit nie­mand ver­mes­sen wird.” Die­se Wor­te tref­fen den Kern der Sache. Die Geschich­te des Schä­chers soll uns Hoff­nung geben, dass es nie zu spät ist für ech­te Umkehr, solan­ge wir noch leben und atmen. Sie soll nie­man­den in Ver­zweif­lung stür­zen, der erst spät im Leben zum Glau­ben kommt. Aber sie ist kei­ne Ein­la­dung zur Ver­mes­sen­heit, kei­ne Erlaub­nis, bewusst in Sün­de zu leben mit dem Plan, spä­ter umzu­keh­ren.

Die Gefahr die­ser fal­schen Sicher­heit liegt auf meh­re­ren Ebe­nen. Ers­tens gibt es kei­ne Garan­tie dafür, dass wir über­haupt ein Ster­be­bett haben wer­den, auf dem wir noch bei kla­rem Ver­stand eine Ent­schei­dung tref­fen kön­nen. Jako­bus schreibt in sei­nem Brief in Kapi­tel 4, Vers 14: “Ihr wisst nicht, was mor­gen sein wird. Denn was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine klei­ne Zeit bleibt und dann ver­schwin­det.” Vie­le Men­schen ster­ben plötz­lich und uner­war­tet durch Unfäl­le, Herz­in­fark­te oder ande­re unvor­her­ge­se­he­ne Ereig­nis­se. Sie haben kei­ne Zeit für eine Ster­be­bett­be­keh­rung, weil sie kein Ster­be­bett haben. Wer sein Leben in der Annah­me lebt, er kön­ne sich spä­ter noch bekeh­ren, spielt rus­si­sches Rou­lette mit sei­ner Ewig­keit. Er setzt dar­auf, dass ihm Zeit blei­ben wird, doch die­se Zeit ist nicht garan­tiert.

Zwei­tens unter­schätzt die­se Argu­men­ta­ti­on die ver­här­ten­de Wir­kung der Sün­de auf das mensch­li­che Herz. Jede bewuss­te Ent­schei­dung gegen Gott, jede Ableh­nung sei­nes Rufes macht das Herz ein Stück här­ter und unemp­fäng­li­cher für sei­ne Stim­me. Der Hebrä­er­brief warnt uns in Kapi­tel 3, Ver­se 12 und 13: “Seht zu, Brü­der und Schwes­tern, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläu­bi­ges Herz sei, das abfällt von dem leben­di­gen Gott, son­dern ermahnt euch selbst alle Tage, solan­ge es heu­te heißt, dass nicht jemand unter euch ver­stockt wer­de durch den Betrug der Sün­de.” Die Sün­de betrügt uns, sie ver­här­tet unser Gewis­sen, sie macht uns unemp­find­lich für die Stim­me Got­tes.

Die­se Tat­sa­che wol­len vie­le Chris­ten nicht hören. Selbst am Ster­be­bett ver­su­chen man­che noch, den Ster­ben­den zu einer schnel­len Ent­schei­dung für Jesus zu bewe­gen, als kön­ne ein letz­ter Satz oder ein flüch­ti­ges Gebet wie eine Ein­tritts­kar­te in den Him­mel wir­ken. Doch eine sol­che Vor­stel­lung ver­kennt die Tie­fe ech­ter Umkehr. Wah­re Buße ist kein spon­ta­ner Reflex aus Angst vor dem Tod, son­dern ein Werk des Hei­li­gen Geis­tes, der ein Herz über­führt, zer­bricht und erneu­ert. Die Bibel warnt davor, das eige­ne Herz zu ver­här­ten, denn “heu­te, wenn ihr sei­ne Stim­me hört, so ver­stockt eure Her­zen nicht” (Hebrä­er 3,15). Wer sein Leben lang Got­tes Ruf ablehnt, darf nicht davon aus­ge­hen, dass er im letz­ten Augen­blick plötz­lich bereit ist, sich Chris­tus zu unter­wer­fen. Es ist eine gefähr­li­che Täu­schung zu glau­ben, man kön­ne Gott bis zum Ende igno­rie­ren und dann im letz­ten Moment noch alles ord­nen. Dar­um ruft die Schrift immer wie­der zur Umkehr heu­te, jetzt, solan­ge Gott spricht.

Drit­tens zeigt die­se Hal­tung, dass die Per­son Got­tes Gna­de fun­da­men­tal miss­ver­stan­den hat. Gna­de ist nicht ein Frei­brief zur Sün­de, son­dern eine Kraft, die uns ver­wan­delt und hei­ligt. Pau­lus stellt in Römer 6, Ver­se 1 und 2 genau die­se Fra­ge: “Was sol­len wir nun sagen? Sol­len wir denn in der Sün­de ver­har­ren, damit die Gna­de umso mäch­ti­ger wer­de? Das sei fer­ne! Wie soll­ten wir in der Sün­de leben wol­len, der wir doch gestor­ben sind?”

Ech­te Gna­de führt zur Umkehr, zur Ver­än­de­rung, zur Abkehr von der Sün­de, nicht zu ihrer Fort­set­zung. Charles Spur­ge­on, der gro­ße eng­li­sche Pre­di­ger des 19. Jahr­hun­derts, sag­te ein­mal: “Wenn du dei­ne Sün­de liebst und vor­hast, bei ihr zu blei­ben, dann bist du nicht in Chris­tus, wie sehr du auch von Gna­de reden magst.”

Vier­tens offen­bart die­se Argu­men­ta­ti­on eine völ­li­ge Miss­ach­tung der Hei­lig­keit Got­tes. Gott ist nicht nur barm­her­zig und gnä­dig, er ist auch hei­lig und gerecht. Er hasst die Sün­de und wird sie rich­ten.

Dies ist kei­ne Ehr­furcht vor Gott, son­dern Ver­ach­tung sei­ner Per­son. Der Hebrä­er­brief warnt in Kapi­tel 10, Ver­se 26 und 27: “Denn wenn wir mut­wil­lig sün­di­gen, nach­dem wir die Erkennt­nis der Wahr­heit emp­fan­gen haben, bleibt kein Opfer für die Sün­den mehr übrig, son­dern ein schreck­li­ches War­ten auf das Gericht und ein wüten­des Feu­er, das die Wider­sa­cher ver­zeh­ren wird.” Die­se Wor­te sind ernst und soll­ten uns in hei­li­ge Furcht ver­set­zen.

Fünf­tens beraubt die­se Hal­tung das eige­ne Leben sei­ner wah­ren Bedeu­tung und Bestim­mung. Gott hat uns nicht geschaf­fen, damit wir ein Leben in Sün­de füh­ren und dann im letz­ten Moment ent­kom­men. Er hat uns geschaf­fen, um ihn zu ken­nen, zu lie­ben und ihm zu die­nen, um sei­ne Herr­lich­keit zu erfah­ren und sein Reich zu bau­en. Ein Leben, das bewusst außer­halb von Got­tes Wil­len gelebt wird, ist ein ver­schwen­de­tes Leben, egal wie erfolg­reich oder ange­nehm es äußer­lich erschei­nen mag. Jesus selbst fragt in Mat­thä­us 16, Vers 26: “Was hül­fe es dem Men­schen, wenn er die gan­ze Welt gewön­ne und näh­me doch Scha­den an sei­ner See­le? Oder was kann der Mensch geben, womit er sei­ne See­le aus­lö­se?”

Sechs­tens gibt es eine geist­li­che Rea­li­tät, die oft über­se­hen wird. Wer heu­te Got­tes Ruf hört und ablehnt, hat kei­ne Garan­tie, dass er ihn mor­gen noch hören wird. Gott ruft Men­schen zu sich, aber er zwingt nie­man­den. Es gibt einen Punkt, an dem Gott einen Men­schen sei­nem ver­stock­ten Her­zen über­lässt. In Römer 1 beschreibt Pau­lus drei­mal, dass Gott Men­schen dahin­gab, weil sie hart­nä­ckig sei­ne Wahr­heit ablehn­ten. In Vers 24 heißt es: “Dar­um hat Gott sie in den Begier­den ihrer Her­zen dahin­ge­ge­ben in die Unrein­heit.” Dies ist ein furcht­ba­rer Zustand, in dem Gott sei­nen Geist zurück­zieht und den Men­schen sich selbst über­lässt. Wer könn­te sagen, dass er nicht bereits die­sen Punkt erreicht hat, wenn er bewusst plant, erst spä­ter umzu­keh­ren?

Die Geschich­te des rei­chen Man­nes und des armen Laza­rus in Lukas 16 ist eine wei­te­re War­nung. Der rei­che Mann leb­te sein Leben in Fül­le und Genuss, ohne an Gott zu den­ken, wäh­rend der arme Laza­rus litt. Nach ihrem Tod befand sich der rei­che Mann in der Qual, und es gab kei­ne Mög­lich­keit mehr der Umkehr. Abra­ham sag­te zu ihm in Vers 25: “Geden­ke, Sohn, dass du dein Gutes emp­fan­gen hast in dei­nem Leben, Laza­rus dage­gen hat Böses emp­fan­gen; nun wird er hier getrös­tet, du aber lei­dest Pein.”

Auch die­se Wahr­heit wol­len vie­le Chris­ten nicht hin­neh­men. Sie trös­ten sich mit der Vor­stel­lung, Gott wer­de am Ende schon über alles hin­weg­se­hen, weil er grö­ßer ist als unse­re Sün­de. Man­che sagen: Ich baue auf die Gna­de Got­tes, denn Gott ist Lie­be, und kein Mensch kann behaup­ten, dass ich nicht in den Him­mel kom­me. Doch eine sol­che Hal­tung ver­kennt, was die Schrift über Got­tes Hei­lig­keit und Gerech­tig­keit sagt. Die Bibel bezeugt, dass Got­tes Lie­be nie­mals gegen sei­ne Wahr­heit steht und dass sei­ne Gna­de nicht die Gleich­gül­tig­keit des Men­schen gegen­über sei­nem Ruf ersetzt. Jesus selbst spricht davon, dass die Tür sich eines Tages schließt und dass dann nie­mand mehr ein­tre­ten kann, auch wenn er anklopft und ruft (Lukas 13,24–25):

“Ringt dar­um, dass ihr durch die enge Pfor­te hin­ein­geht; denn vie­le, das sage ich euch, wer­den danach trach­ten, wie sie hin­ein­kom­men, und werden’s nicht kön­nen. Wenn der Haus­herr auf­ge­stan­den ist und die Tür ver­schlos­sen hat und ihr anfangt, drau­ßen zu ste­hen und an die Tür zu klop­fen und zu sagen: Herr, tu uns auf!, dann wird er ant­wor­ten und zu euch sagen: Ich ken­ne euch nicht; wo seid ihr her?”

Wer meint, er kön­ne Got­tes Ruf im Leben igno­rie­ren und sich erst im Tod auf sei­ne Lie­be beru­fen, täuscht sich selbst.

Wir müs­sen auch die bibli­sche Leh­re über den Glau­ben ver­ste­hen. Ech­ter Glau­be ist nicht eine ein­ma­li­ge Ent­schei­dung oder ein magi­sches Gebet, das man am Ende des Lebens spricht. Ech­ter Glau­be zeigt sich in einem ver­än­der­ten Leben, in Früch­ten der Umkehr, in einer neu­en Aus­rich­tung des Her­zens. Jako­bus schreibt in Kapi­tel 2, Vers 17: “So ist auch der Glau­be, wenn er nicht Wer­ke hat, tot in sich sel­ber.” Ein Glau­be, der kei­ne Ver­än­de­rung bewirkt, ist kein ech­ter Glau­be. Der Schä­cher am Kreuz hat­te kei­ne Zeit mehr für ein lan­ges Leben der Nach­fol­ge, aber er zeig­te in sei­nen letz­ten Stun­den ech­te Früch­te der Umkehr durch sein Bekennt­nis, sei­ne Reue und sei­nen Glau­ben an Jesus. Wer plant, ein Leben ohne Gott zu leben und dann am Ende eine ober­fläch­li­che Bekeh­rung zu voll­zie­hen, täuscht sich selbst über die Natur des Glau­bens.

Es gibt auch einen prak­ti­schen Aspekt die­ser fal­schen Sicher­heit, der oft über­se­hen wird. Ein Leben in bewuss­ter Sün­de bringt nicht nur ewi­ge Kon­se­quen­zen, son­dern auch zeit­li­che. Sün­de zer­stört Bezie­hun­gen, rui­niert Gesund­heit, ver­schwen­det Mög­lich­kei­ten und hin­ter­lässt Nar­ben, die ein gan­zes Leben lang blei­ben. Ein Mann, der sein Leben in sexu­el­ler Unmo­ral ver­bringt, wird zer­bro­che­ne Ehen und ver­letz­te Kin­der hin­ter­las­sen. Eine Frau, die ihr Leben der Selbst­sucht wid­met, wird ein­sam und ver­bit­tert enden. Ein Mensch, der sein Leben der Gier unter­wirft, wird fest­stel­len, dass Reich­tum sei­ne See­le leer gelas­sen hat.

Das­sel­be gilt für Men­schen, die sich dem Alko­hol hin­ge­ben. Alko­ho­lis­mus zer­stört nicht nur den eige­nen Kör­per, son­dern auch das Ver­trau­en der Fami­lie, die Sta­bi­li­tät der Ehe und die Zukunft der Kin­der. Vie­le ver­lie­ren ihre Arbeit, ihre Wür­de und am Ende sich selbst. Wer sich Dro­gen öff­net, erlebt eine noch tie­fe­re Form der Zer­stö­rung. Abhän­gig­keit raubt dem Men­schen sei­ne Frei­heit, sei­ne Klar­heit und sei­ne Fähig­keit zu lie­ben. Sie führt zu Lügen, zu Kri­mi­na­li­tät, zu kör­per­li­chem Ver­fall und zu einem Leben, das von Angst und Scham geprägt ist. Die Bibel sagt: „Der Dieb kommt nur, um zu steh­len und zu töten und zu ver­der­ben“ (Johan­nes 10,10). Sünde tut genau das: Sie stiehlt, sie zer­stört, sie ver­dirbt. Nie­mand bleibt unver­sehrt, wenn er ihr Raum gibt. Die Kon­se­quen­zen der Sün­de sind nicht nur etwas, das nach dem Tod kommt, sie sind real und zer­stö­re­risch im Hier und Jetzt. Pau­lus schreibt in Gala­ter 6, Vers 7: “Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spot­ten. Denn was der Mensch sät, das wird er ern­ten.”

Es ist wich­tig zu ver­ste­hen, dass die Bot­schaft des Evan­ge­li­ums nicht lau­tet: Lebe wie du willst und bekeh­re dich spä­ter. Die Bot­schaft lau­tet: Heu­te ist der Tag des Heils, jetzt ist die ange­neh­me Zeit. In 2. Korin­ther 6, Vers 2 heißt es: “Sie­he, jetzt ist die Zeit der Gna­de, sie­he, jetzt ist der Tag des Heils!” Gott ruft uns heu­te zur Umkehr, nicht mor­gen, nicht irgend­wann in der Zukunft, son­dern jetzt. Jeder Auf­schub ist gefähr­lich, jedes Zögern ist ris­kant, jede bewuss­te Ableh­nung ver­här­tet das Herz wei­ter. Die Ein­la­dung Jesu in Mat­thä­us 11, Vers 28 lau­tet: “Kommt her zu mir, alle, die ihr müh­se­lig und bela­den seid, ich will euch erqui­cken.” Die­se Ein­la­dung gilt heu­te, und sie soll­te heu­te ange­nom­men wer­den.

Die Geschich­te des Schä­chers am Kreuz soll­te uns Hoff­nung geben, dass Got­tes Gna­de grö­ßer ist als unse­re Sün­de, dass es nie zu spät ist für ech­te Umkehr, solan­ge wir noch leben. Sie soll­te uns ermu­ti­gen, wenn wir erst spät im Leben zum Glau­ben kom­men oder wenn wir Men­schen ken­nen, die lan­ge Zeit fern von Gott gelebt haben. Aber sie darf nie­mals als Aus­re­de die­nen, die Ent­schei­dung für Chris­tus auf­zu­schie­ben oder bewusst in Sün­de zu ver­har­ren. John Wes­ley, der Begrün­der der metho­dis­ti­schen Bewe­gung, pre­dig­te ein­mal: “Gib mir hun­dert Pre­di­ger, die nichts fürch­ten als die Sün­de und nichts begeh­ren als Gott, und ich wer­de die Welt erschüt­tern.” Die­se Hal­tung der völ­li­gen Hin­ga­be an Gott, der radi­ka­len Abkehr von der Sün­de, ist das, wozu wir alle beru­fen sind, nicht in der letz­ten Stun­de unse­res Lebens, son­dern jetzt, heu­te, in die­sem Moment.

Wer heu­te die­se Zei­len liest und sich in der Ver­su­chung befin­det, sein Leben auf­zu­schie­ben, sei­ne Umkehr zu ver­ta­gen, sei­ne Ent­schei­dung für Chris­tus in die Zukunft zu ver­le­gen, soll­te inne­hal­ten und die Ernst­haf­tig­keit sei­ner Situa­ti­on erken­nen.

Die Zeit ist jetzt, die Gele­gen­heit ist heu­te, die Ent­schei­dung kann nicht war­ten. Gott bie­tet dir sei­ne Gna­de an, nicht damit du sie miss­brauchst, son­dern damit sie dich ver­wan­delt. Er ruft dich zu einem Leben mit ihm, nicht zu einem Leben gegen ihn mit einer Ver­si­che­rung am Ende. Höre auf sei­ne Stim­me, solan­ge Gott dir heu­te die Gele­gen­heit dazu gibt, und ver­här­te dein Herz nicht. Denn es kann sein, dass mor­gen zu spät ist, und dann wird kei­ne Reue mehr hel­fen, kei­ne Trä­nen etwas ändern und kein Fle­hen mehr erhört wer­den. Das ist die bibli­sche Wahr­heit!

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