Bbblogger (12)

Wenn Krieg sich mit Kreuzen schmückt: Die gefährliche Verführung durch einen falschen Propheten

Es gibt weni­ge Din­ge, die Gott mehr ver­ab­scheut, als wenn sein Name miss­braucht wird, um Gewalt zu recht­fer­ti­gen, Unschul­di­ge zu töten und Lügen zu ver­brei­ten. In der lan­gen Geschich­te der Mensch­heit haben Macht­ha­ben­de immer wie­der ver­sucht, Reli­gi­on als Deck­man­tel für ihre Gier, ihre Bru­ta­li­tät und ihren Macht­hun­ger zu benut­zen. Sie haben Kreu­ze auf ihre Waf­fen gemalt, Gebe­te vor Schlach­ten gespro­chen und behaup­tet, im Namen Got­tes zu han­deln, wäh­rend sie in Wahr­heit im Namen ihrer eige­nen dunk­len Ambi­tio­nen mor­de­ten. Wla­di­mir Putin ist ein erschre­cken­des Bei­spiel für die­se uralte und töd­li­che Täu­schung. Er prä­sen­tiert sich als Ver­tei­di­ger des ortho­do­xen Glau­bens, als Beschüt­zer christ­li­cher Wer­te, als jemand, der gegen den angeb­lich gott­lo­sen Wes­ten kämpft. Er lässt sich mit Pries­tern foto­gra­fie­ren, er küsst Iko­nen, er spricht von hei­li­ger Mis­si­on und gött­li­cher Vor­se­hung. Doch hin­ter die­ser reli­giö­sen Fas­sa­de ver­birgt sich ein Mann, des­sen Taten das genaue Gegen­teil von allem sind, was Jesus Chris­tus gelehrt und vor­ge­lebt hat. Putin ist kein Ver­tei­di­ger des Glau­bens, son­dern ein Zer­stö­rer von Leben. Er ist kein Pro­phet Got­tes, son­dern ein fal­scher Pro­phet, der die hei­ligs­ten Sym­bo­le des Chris­ten­tums miss­braucht, um sei­ne bru­ta­le Aggres­si­on gegen die Ukrai­ne zu legi­ti­mie­ren. Und doch gibt es Men­schen in Deutsch­land, dar­un­ter auch Chris­ten, die ihn bewun­dern, die ihn als Hel­den fei­ern, die sei­ne Pro­pa­gan­da unge­prüft über­neh­men und damit schul­dig wer­den an der Ver­harm­lo­sung von Krieg, Tod und unsäg­li­chem Leid.

Die Ukrai­ne ist nicht ein­fach ein poli­ti­scher Kon­flikt oder eine geo­po­li­ti­sche Schach­par­tie. Es ist ein Angriffs­krieg, bei dem ein mäch­ti­ger Aggres­sor einen sou­ve­rä­nen Nach­bar­staat über­fällt, Städ­te in Schutt und Asche legt, Zivi­lis­ten ermor­det, Kin­der trau­ma­ti­siert, Frau­en ver­ge­wal­tigt und Mil­lio­nen Men­schen in die Flucht treibt. Es ist ein Krieg, der auf Lügen gebaut ist, auf erfun­de­nen Bedro­hun­gen, auf absur­den Recht­fer­ti­gun­gen. Putin behaup­tet, die Ukrai­ne sei von Nazis regiert, obwohl ihr Prä­si­dent jüdi­scher Her­kunft ist und Fami­li­en­mit­glie­der im Holo­caust ver­lo­ren hat. Er behaup­tet, rus­sisch­spra­chi­ge Men­schen wür­den ver­folgt, obwohl es kei­ne glaub­wür­di­gen Bewei­se dafür gibt. Er behaup­tet, Russ­land sei bedroht, obwohl die Ukrai­ne nie die Absicht oder die Mit­tel hat­te, Russ­land anzu­grei­fen. Und am schlimms­ten: Er behaup­tet, die­ser Krieg sei eine hei­li­ge Mis­si­on, eine Ver­tei­di­gung christ­li­cher Zivi­li­sa­ti­on, ein gött­lich gebo­te­ner Kampf gegen den deka­den­ten Wes­ten. Dies ist nicht nur eine poli­ti­sche Lüge, es ist eine theo­lo­gi­sche Blas­phe­mie. Es ist der Miss­brauch des Namens Got­tes in sei­ner schlimms­ten Form, und jeder Christ, der dies nicht erkennt oder sogar unter­stützt, macht sich mit­schul­dig an die­ser Got­tes­läs­te­rung.

Die Bibel ist unmiss­ver­ständ­lich in ihrer Hal­tung gegen­über Lüg­nern und fal­schen Pro­phe­ten. In Johan­nes 8,44 sagt Jesus über den Teu­fel: “Ihr habt den Teu­fel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater ver­langt. Er war ein Mör­der von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahr­heit; denn es ist kei­ne Wahr­heit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lüg­ner und ist der Vater der Lüge.” Putin ist ein Lüg­ner. Sei­ne gesam­te Recht­fer­ti­gung für die­sen Krieg beruht auf Lügen. Sei­ne Behaup­tun­gen über die Ukrai­ne sind Lügen. Sei­ne Ver­spre­chen an sein eige­nes Volk sind Lügen. Sei­ne Dar­stel­lung als christ­li­cher Ver­tei­di­ger ist eine Lüge.

Es gibt kei­ne neu­tra­le Posi­ti­on in die­ser Fra­ge. Ent­we­der man steht auf der Sei­te der Wahr­heit und erkennt Putin als das, was er ist, oder man steht auf der Sei­te der Lüge und macht sich mit­schul­dig an allem, was in sei­nem Namen geschieht.

Der Miss­brauch des ortho­do­xen Glau­bens durch Putin ist beson­ders heim­tü­ckisch, weil er die tie­fe Fröm­mig­keit vie­ler Men­schen aus­nutzt. Die rus­sisch ortho­do­xe Kir­che hat eine ehr­wür­di­ge Geschich­te, eine rei­che theo­lo­gi­sche Tra­di­ti­on und hat unter kom­mu­nis­ti­scher Ver­fol­gung unsäg­li­ches Leid ertra­gen. Doch unter der Füh­rung von Patri­arch Kirill ist sie zu einem Werk­zeug des Kremls ver­kom­men, zu einem Pro­pa­gan­da­in­stru­ment, das Krieg seg­net, Aggres­si­on recht­fer­tigt und Kri­ti­ker als Fein­de des Glau­bens dif­fa­miert. Kirill selbst hat den Krieg gegen die Ukrai­ne als hei­li­gen Kampf bezeich­net, hat behaup­tet, dass Rus­sen, die in die­sem Krieg ster­ben, von allen Sün­den gerei­nigt wer­den, als wären sie Mär­ty­rer. Dies ist nicht christ­li­che Leh­re, dies ist eine per­ver­se Ver­zer­rung des Evan­ge­li­ums.

Jesus hat nie gelehrt, dass Sol­da­ten, die in Angriffs­krie­gen ster­ben, auto­ma­tisch erlöst sind. Im Gegen­teil, er hat gesagt: “Selig sind die Frie­dens­stif­ter, denn sie wer­den Got­tes Kin­der hei­ßen. “Selig sind die Barm­her­zi­gen, denn sie wer­den Barm­her­zig­keit erlan­gen.” Putin und Kirill ver­kün­den das genaue Gegen­teil: Selig sind die Erobe­rer, selig sind die Gewalt­tä­ti­gen, selig sind die­je­ni­gen, die im Namen der Nati­on mor­den. Dies ist kei­ne christ­li­che Bot­schaft, dies ist eine dämo­ni­sche Ver­dre­hung der Wahr­heit.

Wie ist es mög­lich, dass Chris­ten in Deutsch­land auf die­se Täu­schung her­ein­fal­len? Wie kön­nen Men­schen, die behaup­ten, die Bibel zu ken­nen und Chris­tus nach­zu­fol­gen, einen Mann bewun­dern, der Krieg führt, lügt und unschul­di­ge Men­schen töten lässt? Die Ant­wort liegt in einer Mischung aus Des­in­for­ma­ti­on, Angst und einer gefähr­li­chen Sehn­sucht nach star­ken Füh­rern, die ein­fa­che Ant­wor­ten auf kom­ple­xe Fra­gen bie­ten. Vie­le die­ser Men­schen sind frus­triert über gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen im Wes­ten, über Säku­la­ri­sie­rung, über mora­li­schen Rela­ti­vis­mus, über den Ver­lust tra­di­tio­nel­ler Wer­te. Sie sehen in Putin einen Mann, der sich gegen die­se Ent­wick­lun­gen stellt, der tra­di­tio­nel­le Fami­lie betont, der sich öffent­lich zum Glau­ben bekennt, der den Wes­ten als deka­dent kri­ti­siert. Und weil sie die­se Kri­tik tei­len, sind sie bereit, sei­ne Ver­bre­chen zu über­se­hen oder sogar zu recht­fer­ti­gen. Sie fal­len auf die glei­che Täu­schung her­ein wie so vie­le vor ihnen: Sie glau­ben, dass der Zweck die Mit­tel hei­ligt, dass ein Mensch, der eini­ge rich­ti­ge Din­ge sagt, auch in sei­nen Taten gerecht­fer­tigt ist.

Doch die Bibel lehrt genau das Gegen­teil. In Sprü­che 6, 16–19 lis­tet Gott sie­ben Din­ge auf, die er hasst: “stol­ze Augen, eine Lügen reden­de Zun­ge, Hän­de, die unschul­di­ges Blut ver­gie­ßen, ein Herz, das böse Plä­ne schmie­det, Füße, die schnell zum Bösen lau­fen, ein fal­scher Zeu­ge, der Lügen vor­bringt, und einer, der Zwie­tracht stif­tet zwi­schen Brü­dern.” Putin erfüllt jedes ein­zel­ne die­ser Merk­ma­le. Wie kann ein Christ einen sol­chen Mann ver­tei­di­gen oder bewun­dern?

Die Ver­herr­li­chung Putins unter eini­gen deut­schen Chris­ten ist auch des­halb so ver­stö­rend, weil sie eine erschre­cken­de Geschichts­ver­ges­sen­heit offen­bart. Deutsch­land hat in sei­ner eige­nen Geschich­te erlebt, wohin es führt, wenn Chris­ten sich von cha­ris­ma­ti­schen Füh­rern blen­den las­sen, die vor­ge­ben, christ­li­che Wer­te zu ver­tei­di­gen, wäh­rend sie in Wahr­heit Tod und Zer­stö­rung brin­gen. Die Deut­schen Chris­ten unter dem Natio­nal­so­zia­lis­mus haben genau die­sen Feh­ler gemacht: Sie haben Hit­ler als Ret­ter gese­hen, sie haben sei­ne Rhe­to­rik über Volk und Vater­land über­nom­men, sie haben weg­ge­schaut, als Unrecht geschah, sie haben ihre Theo­lo­gie ver­dreht, um Ras­sen­hass und Krieg zu recht­fer­ti­gen. Und nach dem Krieg muss­ten sie erken­nen, dass sie nicht Chris­tus gedient hat­ten, son­dern einem dämo­ni­schen Regime. Die Geschich­te wie­der­holt sich nicht genau, aber sie reimt sich. Und heu­te, acht­zig Jah­re spä­ter, machen wie­der eini­ge Chris­ten den­sel­ben tra­gi­schen Feh­ler. Sie las­sen sich von einem auto­ri­tä­ren Füh­rer ver­füh­ren, der reli­giö­se Spra­che benutzt, wäh­rend er Ver­bre­chen begeht. Sie recht­fer­ti­gen das Unent­schuld­ba­re, sie ver­harm­lo­sen das Böse, sie stel­len ihre poli­ti­schen Über­zeu­gun­gen über ihr christ­li­ches Gewis­sen. Und eines Tages wer­den auch sie erken­nen müs­sen, dass sie auf der fal­schen Sei­te der Geschich­te stan­den, dass sie einem fal­schen Pro­phe­ten gefolgt sind, dass sie schul­dig gewor­den sind durch ihr Schwei­gen oder ihre Zustim­mung.

Jesus hat sei­nen Nach­fol­gern nicht ver­spro­chen, dass sie immer stark, mäch­tig oder auf der sieg­rei­chen Sei­te ste­hen wür­den.

Im Gegen­teil, er hat gesagt: “Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wärt, wür­de die Welt das Ihre lie­ben. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, son­dern ich euch aus der Welt erwählt habe, dar­um hasst euch die Welt.” (Johan­nes 15,18–19)

Chris­ten, die Putin ver­tei­di­gen, haben die­se grund­le­gen­de Wahr­heit ver­ges­sen. Sie haben ihre Hoff­nung auf einen irdi­schen Herr­scher gesetzt statt auf den König der Köni­ge. Sie haben ihre Iden­ti­tät in poli­ti­scher Ideo­lo­gie gefun­den statt in Chris­tus. Und sie haben ihre pro­phe­ti­sche Stim­me ver­lo­ren, weil sie nicht mehr bereit sind, Unrecht beim Namen zu nen­nen, wenn es von jeman­dem began­gen wird, den sie bewun­dern.

Die ukrai­ni­schen Chris­ten, sowohl ortho­do­xe als auch evan­ge­li­ka­le, lei­den unter die­sem Krieg auf eine Wei­se, die vie­le im beque­men Deutsch­land sich nicht vor­stel­len kön­nen. Ihre Kir­chen wer­den bom­bar­diert, ihre Pries­ter wer­den getö­tet, ihre Fami­li­en wer­den aus­ein­an­der­ge­ris­sen. Sie beten um Frie­den, sie hel­fen den Ver­wun­de­ten, sie tei­len ihr letz­tes Brot mit Flücht­lin­gen. Sie sind die wah­ren Zeu­gen Chris­ti in die­ser dunk­len Zeit. Und wenn deut­sche Chris­ten den Aggres­sor ver­tei­di­gen, der die­ses Leid ver­ur­sacht, dann ver­ra­ten sie nicht nur ihre ukrai­ni­schen Geschwis­ter, son­dern auch Chris­tus selbst. In Mat­thä­us 25,40 sagt Jesus: “Was ihr einem von die­sen mei­nen gerings­ten Brü­dern getan habt, das habt ihr mir getan.” Die ukrai­ni­schen Chris­ten sind die­se gerings­ten Brü­der.

Es ist Zeit für deut­sche Chris­ten, auf­zu­wa­chen, ihre Augen zu öff­nen und die Wahr­heit zu sehen. Putin ist kein Held, er ist ein Tyrann. Er ist kein Ver­tei­di­ger des Glau­bens, er ist ein Miss­brau­cher des Glau­bens. Er ist kein Pro­phet Got­tes, er ist ein fal­scher Pro­phet, vor dem die Schrift uns ein­dring­lich warnt. Wer ihm folgt, wer ihn ver­tei­digt, wer sei­ne Lügen glaubt, der folgt nicht Chris­tus, son­dern dem Geist die­ser Welt, der Macht über Wahr­heit stellt, der Gewalt über Lie­be stellt, der natio­na­le Grö­ße über mensch­li­ches Leben stellt.

In Offen­ba­rung 18,4 ruft eine Stim­me vom Him­mel: “Und ich hör­te eine and­re Stim­me vom Him­mel, die sprach: Geht hin­aus aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teil­habt an ihren Sün­den, und hin­aus aus ihren Pla­gen, damit ihr sie nicht emp­fangt!” Dies ist ein Ruf zur Umkehr, ein Ruf zur Abkehr von allem, was Gott wider­spricht. Deut­sche Chris­ten müs­sen sich von der Putin-Ver­eh­rung abwen­den, sie müs­sen ihre Kom­pli­zen­schaft beken­nen, sie müs­sen auf die Sei­te der Wahr­heit, der Gerech­tig­keit und des Frie­dens tre­ten. Alles ande­re ist Ver­rat an dem, dem sie vor­ge­ben nach­zu­fol­gen.

Ähnliche Beiträge

Avatar von BBECK

Published by

Categories: ,

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung