Ist Jesus Gott? Hat Jesus behauptet, Gott zu sein? Eine biblische Analyse!
Die Frage, ob Jesus Christus behauptet hat, Gott zu sein, ist eine der zentralsten und umstrittensten Themen in der Geschichte des Christentums. Für Christen ist die Gottheit Jesu keine nebensächliche Angelegenheit, sondern ein fundamentaler Bestandteil des Glaubens. Doch was genau hat Jesus selbst gesagt? Was berichten die Augenzeugen seiner Zeit? Und wie reagierten die Menschen damals auf seine Aussagen?
In diesem Blogartikel möchte ich, basierend auf den Berichten der Evangelien, die Top sieben Punkte untersuchen, die klar darauf hinweisen, dass Jesus sich selbst als Gott bezeichnet hat. Unterstützt durch Bibelstellen und eine sorgfältige Analyse werden wir verstehen, warum die Gottheit Jesu für uns heute von entscheidender Bedeutung ist.
1. Die Autorität seiner Worte: „Ich sage euch“
Im Alten Testament sprachen die Propheten stets in der Autorität Gottes. Sie verwendeten Formulierungen wie „So spricht der HERR“ (Jesaja 1,18) oder „Ausspruch des HERRN“ (Hosea 4,1). Damit wurde deutlich gemacht, dass sie nicht in ihrem eigenen Namen, sondern im Namen Gottes redeten.
Jesus hingegen sprach nicht so. Stattdessen setzte er sich selbst an die Stelle Gottes, indem er wiederholt sagte: „Ich sage euch“ (Matthäus 5,22). Dies war zur damaligen Zeit äußerst ungewöhnlich und revolutionär. Er beanspruchte damit eine Autorität, die für die Hörer seiner Zeit nur Gott selbst haben konnte. Jesus sprach nicht als ein Prophet, der Gottes Botschaft weitergab, sondern als jemand, der selbst die Quelle der göttlichen Wahrheit ist.
Während die Propheten des Alten Bundes stets als Boten auftraten, die eine ihnen anvertraute Botschaft weitergaben, trat Jesus mit einer völlig anderen Selbstverständlichkeit auf. Er sprach nicht über Gottes Willen – er offenbarte ihn. Wo die Propheten sagten: „So spricht der HERR“, sagte Jesus: „Ich aber sage euch.“
Damit stellte er sich nicht neben die Propheten, sondern über sie. Seine Worte waren nicht Auslegung, sondern Ursprung. Nicht Weitergabe, sondern Offenbarung.
Diese einzigartige Autorität wird besonders in der Bergpredigt sichtbar. Immer wieder kontrastiert Jesus das bisher Gehörte mit seiner eigenen, endgültigen Auslegung: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist … Ich aber sage euch …“ (vgl. Matthäus 5,21–22). Für seine jüdischen Zuhörer war das ein ungeheurer Anspruch. Denn wer durfte das Gesetz so auslegen – ja, so überbieten –, wenn nicht Gott selbst?
Auch an anderen Stellen spricht Jesus mit derselben göttlichen Selbstgewissheit. Er sagt nicht: „Gott wird euch Ruhe geben“, sondern: „Kommt her zu mir … ich will euch Ruhe geben“ (Matthäus 11,28). Er verheißt nicht nur Gottes Licht, sondern erklärt: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12). Und er ruft nicht nur zur Umkehr, sondern fordert zur Nachfolge seiner eigenen Person auf: „Wer mir nachfolgen will …“ (Markus 8,34).
Damit wird deutlich: Jesus tritt nicht als ein weiterer Prophet in der Reihe der Boten Gottes auf. Er ist der Sohn, der das Wort nicht empfängt, sondern selbst spricht. Er ist nicht der Überbringer der Wahrheit, sondern die Wahrheit in Person: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6). Diese Selbstoffenbarung Jesu erklärt auch, warum seine Worte eine solche Vollmacht hatten. Die Menschen spürten, dass hier nicht ein Lehrer unter vielen sprach, sondern der, „der Vollmacht hat und nicht wie ihre Schriftgelehrten“ (Matthäus 7,29). Seine Autorität war nicht abgeleitet, sondern ursprünglich. Nicht geliehen, sondern göttlich.
2. Die „Ich bin“-Worte Jesu
Eine der stärksten Hinweise darauf, dass Jesus sich als Gott verstand, sind die sogenannten „Ich bin“-Aussagen im Johannesevangelium. Im Alten Testament begegnen wir der Selbstoffenbarung Gottes in 2. Mose 3,14, wo Gott zu Mose sagt: „Ich bin, der ich bin.“ Dieses „Ich bin“ (im Hebräischen „Ehjeh Ascher Ehjeh“) wurde als der Name Gottes verstanden.
Jesus greift diese Formulierung auf und verwendet sie in Aussagen wie:
- „Ich bin das Brot des Lebens“ (Johannes 6,35),
- „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12),
- „Ich bin die Tür“ (Johannes 10,9),
- „Ich bin der gute Hirte“ (Johannes 10,11),
- „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Johannes 11,25),
- „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6),
- „Ich bin der wahre Weinstock“ (Johannes 15,1).
Besonders bedeutsam ist die Aussage in Johannes 8,58: „Ehe Abraham wurde, bin ich.“ Hier verwendet Jesus nicht nur den göttlichen Namen „Ich bin“, sondern macht auch deutlich, dass er vor Abraham existierte – eine klare Aussage über seine Präexistenz und Göttlichkeit. Die Reaktion der Zuhörer darauf spricht Bände: Sie wollten ihn steinigen, weil sie seine Worte als Gotteslästerung verstanden (Johannes 8,59): “Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus.”
3. Jesus akzeptiert Anbetung
Im Judentum war Anbetung ausschließlich Gott vorbehalten. Das erste Gebot lautet: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ (2. Mose 20,3). Dennoch sehen wir in den Evangelien, dass Jesus es zuließ, angebetet zu werden. Beispiele dafür sind:
- Die Anbetung durch den geheilten Blinden (Johannes 9,38): Er aber sprach: “Herr, ich glaube. Und er betete ihn an.”
- Die Anbetung durch die Frauen nach seiner Auferstehung (Matthäus 28,9): “Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.”
- Die Anbetung durch Thomas, der zu ihm sagte: „Mein Herr und mein Gott!“ (Johannes 20,28).
Hätte Jesus nicht Gott sein wollen, hätte er diese Anbetung zurückgewiesen, so wie es Engel in der Bibel taten (Offenbarung 22,8–9): “Und ich, Johannes, bin es, der dies gehört und gesehen hat. Und als ich’s gehört und gesehen hatte, fiel ich nieder, um anzubeten zu den Füßen des Engels, der mir dies zeigte. Und er spricht zu mir: Tu es nicht! Ich bin dein Mitknecht und der Mitknecht deiner Brüder, der Propheten, und derer, die bewahren die Worte dieses Buches. Bete Gott an!” Doch Jesus akzeptierte die Anbetung, weil sie seinem Wesen entsprach, weil Er Gott ist!
4. Jesus spricht von seiner himmlischen Herkunft
Jesus machte mehrfach deutlich, dass sein Ursprung nicht von dieser Welt ist. In Johannes 8,23 sagt er: „Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.“ Auch in Johannes 18,36 erklärt er: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Diese Aussagen zeigen, dass Jesus sich als jemand verstand, der von Gott, dem Vater, in die Welt gesandt wurde, um einen göttlichen Plan zu erfüllen.
Diese Selbstzeugnisse Jesu stehen im Zentrum seines gesamten Auftretens. Er versteht sich nicht als ein Mensch, der sich zu Gott „emporarbeitet“, sondern als der vom Vater Ausgesandte, der von oben her in die Welt kommt. Immer wieder betont er, dass seine Sendung nicht aus menschlicher Initiative hervorgeht, sondern aus dem ewigen Willen Gottes. So sagt er: „Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen“ (Johannes 16,28). Damit beansprucht er einen Ursprung, der jenseits aller irdischen Kategorien liegt.
Gerade im Johannesevangelium wird diese himmlische Herkunft Jesu mit seiner einzigartigen Vollmacht verbunden. Er spricht nicht nur von Gott, sondern aus der unmittelbaren Gemeinschaft mit dem Vater heraus. „Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt“ (Johannes 1,18). Jesus ist nicht ein Bote, der eine Botschaft überbringt – er ist der Sohn, der den Vater offenbart. Seine Worte über sein Reich unterstreichen diese göttliche Herkunft. Wenn er sagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Johannes 18,36), dann meint er nicht, dass sein Reich keine Auswirkungen in dieser Welt hätte. Vielmehr macht er deutlich, dass Ursprung, Wesen und Vollmacht seines Reiches nicht aus menschlicher Macht, politischer Stärke oder irdischer Herkunft stammen. Sein Reich ist himmlisch, geistlich, ewig und deshalb kann es nicht durch menschliche Gewalt errichtet oder verhindert werden.
Diese himmlische Herkunft Jesu erklärt auch die Spannung, die sein Auftreten in Israel auslöste. Die Menschen spürten, dass hier jemand sprach, der nicht in die gewohnten Kategorien passte. Seine Worte hatten eine Vollmacht, die nicht von dieser Welt war. Seine Taten – Heilungen, Wunder, Vollmacht über Natur und Dämonen – bestätigten, dass er nicht nur von Gott redete, sondern in Gottes eigener Autorität handelte. „Der Vater hat den Sohn gesandt“ (Johannes 5,2–23): “Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat” – das war der Schlüssel zu seinem ganzen Wirken. Wer Jesus hörte, stand damit vor einer Entscheidung: Entweder er ist wirklich der vom Vater Gesandte – oder sein Anspruch wäre unerträglich. Ein Mittelding ließ Jesus nicht zu. Seine Herkunft „von oben“ ist der Grund, warum seine Worte nicht nur Lehre, sondern Offenbarung sind; warum seine Gebote nicht nur Weisung, sondern göttliche Wahrheit sind; und warum seine Einladung zur Nachfolge nicht nur moralischer Appell, sondern der Ruf des Sohnes Gottes ist.
5. Jesus hat Autorität über Engel
Ein weiteres Zeichen seiner Göttlichkeit ist die Autorität, die Jesus über Engel beansprucht. In Matthäus 13,41 sagt er: „Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Ärgernisse und die, die da Unrecht tun.” Ebenso spricht er in Lukas 12,8–9 davon, dass er vor den Engeln Gottes bekennt oder verleugnet, wer ihn vor den Menschen bekennt oder verleugnet: “Ich sage euch aber: Wer mich bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.” Diese Aussagen zeigen, dass Jesus nicht nur über die Engel herrscht, sondern auch eine zentrale Rolle im himmlischen Gericht spielt.
Die Vollmacht Jesu über die Engel ist ein weiterer Hinweis darauf, dass er nicht ein geschaffenes Wesen ist, sondern der Herr der himmlischen Welt. Im Alten Testament sind es stets Gott selbst oder seine Boten, die Engel senden. Kein Prophet, kein König, kein Priester Israels hätte je gewagt zu sagen: „meine Engel“ oder „ich werde sie senden“. Doch Jesus spricht mit genau dieser Autorität. Er verfügt über die himmlischen Heerscharen, als seien sie sein eigener Hofstaat.
Diese Vollmacht zeigt sich nicht nur im Gericht, sondern auch in seiner Fürsorge für die Seinen. Wenn er sagt, dass er sich „vor den Engeln Gottes“ zu denen bekennen wird, die ihn bekennen (Lukas 12,8), dann offenbart er damit seine Stellung als derjenige, der im himmlischen Thronsaal das letzte Wort spricht. Er ist nicht ein Zeuge unter vielen – er ist der Richter, der Anwalt und der Herr der Engel zugleich.
Auch an anderen Stellen wird diese Autorität sichtbar. Jesus sagt, dass er „mehr als zwölf Legionen Engel“ rufen könnte (Matthäus 26,53): “Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken?” Eine Legion umfasste mehrere Tausend Soldaten – und Jesus spricht davon, dass ihm unzählige Engelheere zur Verfügung stehen. Er braucht sie nicht, denn er geht freiwillig den Weg des Kreuzes. Aber seine Aussage macht deutlich: Er ist der Herr der himmlischen Mächte.
Diese himmlische Autorität Jesu ist untrennbar mit seiner Identität als Sohn Gottes verbunden. Die Engel dienen ihm, weil er der ist, „dem alle Engel Gottes huldigen“ (vgl. Hebräer 1,6). Sie sind seine Diener, nicht seine Ebenbürtigen. Sie stehen um seinen Thron, nicht er um ihren. Und sie werden am Ende der Zeiten auf sein Wort hin handeln, wenn er kommt, „in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln“ (Matthäus 16,27).
Damit wird deutlich: Jesu Autorität über die Engel ist kein Nebenaspekt seiner Sendung, sondern ein weiterer Beweis seiner göttlichen Identität.
Er ist der Herr des Himmels, der Richter der Welt und der König der Engel. Wer ihm begegnet, begegnet dem, vor dem sich die himmlischen Heerscharen beugen.
6. Jesus behauptet, Gott gleich zu sein
Eine der deutlichsten Aussagen Jesu über seine Göttlichkeit finden wir in Johannes 10,30: „Ich und der Vater sind eins.“ Die Reaktion der Zuhörer darauf ist aufschlussreich: „Die Juden hoben wieder Steine auf, um ihn zu steinigen“ (Johannes 10,31). Sie erklärten: „Du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott“ (Johannes 10,33). Auch in Johannes 14,9 macht Jesus deutlich, dass er und der Vater eins sind: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“
Diese Aussagen Jesu gehören zu den stärksten Selbstzeugnissen seiner Göttlichkeit. Er spricht nicht nur von einer geistlichen Verbundenheit mit dem Vater, sondern von einer Wesenseinheit. Wenn er sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30), dann meint er nicht bloß Einigkeit im Willen oder in der Mission. Die Reaktion seiner Zuhörer zeigt, dass sie seine Worte als Anspruch göttlicher Gleichheit verstanden. Sie wollten ihn steinigen, weil sie darin Gotteslästerung sahen – ein Vergehen, das nach dem Gesetz mit dem Tod zu bestrafen war.
Jesus korrigiert sie nicht. Er relativiert seine Aussage nicht. Er nimmt sie nicht zurück. Im Gegenteil: Er bekräftigt seine einzigartige Beziehung zum Vater.
Diese Beziehung wird in Johannes 14,9 noch deutlicher. Als Philippus ihn bittet: „Herr, zeige uns den Vater“, antwortet Jesus nicht mit einer Vision, einem Gleichnis oder einer Erklärung, sondern mit sich selbst: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Damit beansprucht er, die vollkommene Offenbarung Gottes zu sein. Nicht ein Spiegel, nicht ein Bote, nicht ein Abbild – sondern die sichtbare Erscheinung des unsichtbaren Gottes.
Diese Selbstoffenbarung Jesu steht im Einklang mit dem gesamten Zeugnis des Neuen Testaments. Paulus schreibt, dass Christus „das Ebenbild des unsichtbaren Gottes“ ist (Kololsser 1,15). Der Hebräerbrief sagt, er sei „der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens“ (Hebräer 1,3). Und Johannes fasst es zusammen: „Das Wort war Gott … und das Wort wurde Fleisch“ (Johannes 1,1.14).
Die Juden zur Zeit Jesu verstanden sehr genau, was auf dem Spiel stand. Niemand durfte sich Gott gleichstellen. Niemand durfte behaupten, Gottes Wesen sichtbar zu machen. Niemand durfte sagen, dass in seiner Person der Vater selbst gegenwärtig sei. Doch genau das tat Jesus – und er tat es mit einer Selbstverständlichkeit, die nur zwei Möglichkeiten offenließ: Entweder er war ein Gotteslästerer, oder er war wirklich der, der er zu sein behauptete.
Diese Entscheidung zieht sich durch das ganze Evangelium. Jesus zwingt seine Hörer, Stellung zu beziehen. Er lässt keine neutrale Position zu.
Wer ihn sieht, sieht den Vater. Wer ihn hört, hört Gottes Wort. Wer ihm glaubt, glaubt Gott selbst. Und wer ihn verwirft, verwirft den, der ihn gesandt hat.
Und genau diese Entscheidung stellt er auch uns heute vor. Jesus ist nicht nur eine historische Gestalt, nicht nur ein Lehrer vergangener Zeiten, dessen Worte man bewundern oder ignorieren könnte. Er begegnet uns mit demselben Anspruch wie damals: Er ist der Sohn Gottes, der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist Gott! Seine Frage an die Jünger – „Ihr aber, wer sagt denn ihr, dass ich sei?“ – trifft auch uns. Niemand kann sich ihr entziehen. Denn wer Jesus wirklich ist, entscheidet über alles: über unser Gottesbild, über unser Leben, über unsere Ewigkeit. Er fordert uns heraus, nicht Zuschauer zu bleiben, nicht in einer bequemen Unentschiedenheit zu verharren. Seine Worte drängen zur Antwort. Seine Person verlangt Hingabe. Seine Wahrheit ruft zur Nachfolge.
So wird deutlich: Die Entscheidung, die Jesus damals seinen Hörern abverlangte, ist dieselbe, die er heute an uns richtet. Vor ihm gibt es kein „Vielleicht“, kein „Später“, kein „Ich bleibe neutral“. Wer ihm begegnet, steht vor der größten und heiligsten Frage des Lebens – und muss Stellung beziehen.
7. Die Reaktion der Menschen: Gotteslästerung oder Wahrheit
Die Reaktionen der Zeitgenossen Jesu auf seine Worte zeigen, wie sie seine Aussagen verstanden. Sie hielten sie für Gotteslästerung, weil sie erkannten, dass Jesus sich selbst als Gott bezeichnete. In Markus 14,61–64 wird Jesus vom Hohepriester direkt gefragt, ob er der Christus, der Sohn des Hochgelobten, sei. Jesus antwortet: „Ich bin es.“ Daraufhin zerreißt der Hohepriester sein Gewand und ruft: „Was brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört!“
Die Reaktion des Hohen Rates zeigt unmissverständlich, wie Jesu Worte verstanden wurden. Er hatte nicht nur angedeutet, der Messias zu sein – er hatte sich ausdrücklich als der Sohn des Hochgelobten bekannt. Für die religiösen Führer war das ein Anspruch, der nur zwei Möglichkeiten zuließ: Entweder Jesus sprach die Wahrheit, oder er beging die schwerste Form der Gotteslästerung.
Doch Jesus geht in seiner Antwort sogar noch weiter. Er fügt hinzu, dass sie „Ich bin’s; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels“ (Markus 14,62). Damit greift er die Vision aus Daniel 7 auf, in der der Menschensohn göttliche Herrschaft empfängt. Kein frommer Jude hätte es gewagt, diese Stelle auf sich selbst zu beziehen. Jesus aber tut es – vor dem höchsten religiösen Gericht Israels, im Wissen, dass diese Worte sein Todesurteil besiegeln würden.
Gerade diese Szene macht deutlich, dass Jesus nicht missverstanden wurde. Er sprach nicht in Andeutungen. Er ließ keinen Raum für symbolische oder metaphorische Deutungen. Seine Gegner verstanden ihn vollkommen – und verwarfen ihn. Sie hörten in seinen Worten den Anspruch göttlicher Autorität und göttlicher Identität. Und sie reagierten darauf mit Entsetzen, Zorn und dem Ruf nach seinem Tod. Damit wird die zentrale Frage des Evangeliums sichtbar: Ist Jesus ein Gotteslästerer – oder ist er wirklich der, der er zu sein behauptet? Diese Frage ist nicht nur historisch. Sie ist existenziell. Denn wenn Jesus die Wahrheit sagt, dann ist er der Herr, der Richter und der Retter. Wenn er aber nicht die Wahrheit sagt, dann wäre sein Anspruch unerträglich.
Diese Entscheidung bleibt nicht auf die damaligen Hörer beschränkt. Sie stellt sich jedem Menschen, der Jesu Worte hört. Seine Selbstoffenbarung zwingt auch uns heute, Stellung zu beziehen. Neutralität ist unmöglich. Entweder wir fallen mit den Führern Israels das Urteil „Gotteslästerung“ – oder wir beugen uns vor ihm als dem wahren Sohn Gottes, der zur Rechten des Vaters sitzt und wiederkommen wird in Herrlichkeit.
Was bedeutet das für uns heute?
Die Evangelien lassen keinen Zweifel daran, dass Jesus von sich selbst behauptete, Gott zu sein. Seine Worte, seine Taten und die Reaktionen seiner Zeitgenossen belegen dies eindeutig.
Doch diese Wahrheit fordert uns auch heraus: Wenn Jesus wirklich Gott ist, was bedeutet das für unser Leben?
Wie C.S. Lewis in seinem Buch „Pardon, ich bin Christ“ schreibt: „Entweder war und ist dieser Mann der Sohn Gottes, oder er war ein Verrückter oder etwas noch Schlimmeres. Aber kommen Sie uns bitte nicht mit diesem herablassenden Unsinn, er sei ein großer menschlicher Lehrer gewesen. Diese Option hat er uns nicht offengelassen. Das war keine Absicht.“
Die Gottheit Jesu ist keine Nebensache. Sie ist der Kern des christlichen Glaubens. Wenn Jesus wirklich Gott ist, “dann ist er der Weg, die Wahrheit und das Leben (Johannes 14,6), und niemand kommt zum Vater außer durch ihn.”
Die Entscheidung, ihn als Herrn und Gott anzuerkennen, ist die wichtigste Entscheidung, die ein Mensch in seinem Leben treffen kann.
