Bibelblogger

"HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit." (2.Samuel 7,28)

Wer starb am Kreuz? Gott oder der Gottessohn?

Beckblogger (10)

Wer starb am Kreuz? Diese Frage klingt zunächst schlicht, fast wie eine Nach­frage aus dem Reli­gion­sun­ter­richt, und doch berührt sie den inner­sten Kern des christlichen Glaubens. Denn im Zen­trum des Evan­geli­ums ste­ht nicht nur die Tat­sache, dass ein Men­sch namens Jesus von Nazareth hin­gerichtet wurde, son­dern dass in diesem Tod das Heil Gottes selb­st sicht­bar und wirk­sam wird. Genau an dieser Stelle entste­ht die Span­nung, die viele spüren: Gott kann nicht ster­ben, und doch beken­nt die Kirche seit ihren Anfän­gen, dass am Kreuz der Sohn Gottes gestor­ben ist. Wie kann bei­des zugle­ich wahr sein?

Um darauf zu antworten, muss man langsam und sauber denken, und man muss sich trauen, die Tiefe der christlichen Aus­sage auszuhal­ten. Das Chris­ten­tum sagt nicht ein­fach: Jesus war ein beson­ders guter Men­sch, der tragisch endete. Und es sagt auch nicht: Gott hat nur so getan, als wäre er Men­sch und habe gelit­ten. Son­dern es beken­nt, dass Jesus Chris­tus wahrer Men­sch und wahrer Gott ist. Nicht als Mis­chung, nicht als halbe-und-halbe Lösung, son­dern als eine Per­son in zwei Naturen. Das ist das Herzstück dessen, was die alte Kirche später die hypo­sta­tis­che Union genan­nt hat. Ein Wort, das sper­rig klingt, aber eine erstaunlich konkrete Absicht hat:

Es soll schützen, dass wir nicht auseinan­der­reißen, was in Chris­tus zusam­menge­hört, und zugle­ich nicht ver­mis­chen, was unter­schieden bleiben muss.

Wenn die Evan­gelien von Jesu Lei­den erzählen, dann erzählen sie ohne Umschweife von echter men­schlich­er Erfahrung. Jesus wird müde, er weint, er hat Angst, er lei­det, er blutet, und er stirbt. Im Garten Get­se­mani ringt er mit dem bevorste­hen­den Tod und spricht Worte, die ger­ade deshalb so erschüt­tern, weil sie nicht wie ein The­ater­stück klin­gen, son­dern wie ein Gebet aus der Tiefe ein­er gequäl­ten Seele: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, son­dern dein Wille geschehe!“ (Lukas 22,42). Hier ste­ht ein­er, der wirk­lich ster­ben kann, nicht nur schein­bar, son­dern wirk­lich. Der Evan­ge­list Johannes berichtet, dass Jesus am Kreuz sagt: „Mich dürstet!“ (Johannes 19,28). Das ist keine Sym­bo­l­ik; das ist Kör­per­lichkeit und Endlichkeit. Und schließlich heißt es: „Da nun Jesus den Essig genom­men hat­te, sprach er: Es ist voll­bracht. Und neigte das Haupt und ver­schied.“ (Johannes 19,30). Es ist ein tat­säch­lich­er Tod.

Gle­ichzeit­ig sprechen diesel­ben Schriften von Jesus in ein­er Weise, die weit über einen bloßen Propheten oder religiösen Lehrer hin­aus­ge­ht. Johannes begin­nt sein Evan­geli­um mit einem Satz, der wie eine Tür in eine andere Wirk­lichkeit wirkt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ (Johannes 1,1). Und wenige Verse später fol­gt die uner­hörte Zus­pitzung: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.“ (Johannes 1,14). Nicht Gott neben dem Men­schen, nicht Gott über dem Men­schen, son­dern Gott in der men­schlichen Wirk­lichkeit angekom­men. Paulus spricht ähn­lich radikal, wenn er in Koloss­er 2,9 schreibt: „Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Got­theit leib­haftig“. Das Neue Tes­ta­ment ken­nt also keine Scheu, die Göt­tlichkeit Christi zu beken­nen und zugle­ich die Real­ität seines Lei­dens und Ster­bens festzuhal­ten.

An diesem Punkt wird die eigentliche Frage scharf: Wer starb am Kreuz? War es Jesus, der Men­sch, oder Gott, der Sohn? Wenn man nur eine Seite betont, gerät man sofort in Schwierigkeit­en. Sagt man nur: „Der Men­sch Jesus starb“, dann klingt es so, als sei am Ende ein from­mer Mär­tyr­er gestor­ben und Gott selb­st sei unberührt geblieben. Dann wäre das Kreuz zwar tragisch, vielle­icht vor­bildlich, aber nicht ret­tend in einem ewigen Sinn. Sagt man dage­gen: „Gott starb ein­fach so“, als wäre Gott eine sterbliche Krea­tur, dann zer­stört man das bib­lis­che Gottesver­ständ­nis. Gott ist ewig, unverän­der­lich, der Quell des Lebens. Er ist nicht ein Wesen unter vie­len, das ster­ben kön­nte, son­dern der­jenige, der das Sein trägt.

Die klas­sis­che christliche Antwort lautet deshalb: Gott kann sein­er göt­tlichen Natur nach nicht ster­ben; aber der Sohn Gottes ist Men­sch gewor­den und hat in sein­er men­schlichen Natur wirk­lich den Tod erlit­ten. Was bedeutet das, ohne dass es nach Wor­takro­batik klingt? Es bedeutet: Nicht eine men­schliche Per­son existiert neben ein­er göt­tlichen Per­son. Son­dern die eine Per­son des Sohnes, die ewige göt­tliche Per­son, ist wirk­lich Men­sch. Das heißt: Diejenige Per­son, die von Ewigkeit her Gott ist, hat eine echte men­schliche Natur angenom­men, mit allem, was dazu gehört: Leib, Seele, Wille, Gefüh­le, Lei­dens­fähigkeit, Sterblichkeit. Nicht als Maske, son­dern als Wirk­lichkeit. Darum kann man sagen: Am Kreuz starb nicht bloß irgen­dein Men­sch, son­dern der Sohn Gottes starb, näm­lich als Men­sch. Das Sub­jekt des Ster­bens ist die Per­son des Sohnes, und diese Per­son ist göt­tlich. So bewahrt der Glaube bei­des: dass Gott als Gott nicht ster­ben kann, und dass der Tod Jesu kein Tod irgen­deines Men­schen ist, son­dern der Tod dessen, der wahrhaft Gottes Sohn ist.

Was heißt das nun alles zusam­menge­fasst? Es starb Jesus Chris­tus, die eine Per­son des Sohnes, der wahrer Gott und wahrer Men­sch ist. Nicht die Got­theit starb, aber der Gottes­sohn starb wirk­lich, weil er wirk­lich Men­sch gewor­den ist.

Das Entschei­dende ist: Das „Wer“ des Ster­bens ist göt­tlich, das „Wie“ des Ster­bens ist men­schlich.

  • Das „Wer“: Der, der am Kreuz hängt, ist nicht ein anonymer Men­sch, nicht ein bloßer Prophet, nicht ein moralis­ches Vor­bild.
  • Es ist der Sohn, die ewige Per­son Gottes.
  • Das „Wie“: Er stirbt nicht als Gott: denn Gott ist unsterblich
  • son­dern in der angenomme­nen Men­schheit, mit echtem Leib, echter Seele, echtem Schmerz, echtem Tod.

Darum kön­nen wir beken­nen: Der Sohn Gottes starb am Kreuz; nicht sein­er Got­theit nach, son­dern in sein­er Men­schheit. Und genau das macht seinen Tod einzi­gar­tig und heil­swirk­sam:

  • Ein bloßer Men­sch kön­nte die Welt nicht erlösen.
  • Ein bloßer Gott kön­nte nicht ster­ben.
  • Nur der Gott-Men­sch kann bei­des: ster­ben und erlösen.

So bleibt die Wahrheit unverkürzt: Gott bleibt Gott und doch hat Gott in Chris­tus den Tod geschmeckt. Nicht als göt­tliche Natur, son­dern als der Gottes­sohn, der Men­sch gewor­den ist.

Die Bibel selb­st spricht auf eine Weise, die genau diese Tiefe andeutet. Paulus sagt in Römer 5,8: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Chris­tus für uns gestor­ben ist, als wir noch Sün­der waren.“ Beachte die Bewe­gung: Gott erweist seine Liebe, und diese Liebe geschieht im Ster­ben Christi. Der Tod Christi ist die Weise, wie Gott han­delt und sich gibt. In Galater 2,20 wird es noch per­sön­lich­er: „… der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selb­st für mich hingegeben hat.“ Der­jenige, der sich hin­gibt, ist der Sohn Gottes; nicht nur ein von Gott beauf­tragter Men­sch.

Auch in der Apos­telgeschichte find­et man For­mulierun­gen, die the­ol­o­gisch aufhorchen lassen. In Apos­telgeschichte 20,28 spricht Paulus von der „So habt nun acht auf euch selb­st und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist einge­set­zt hat zu Bis­chöfen, zu wei­den die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erwor­ben hat.“. Damit ist nicht gemeint, dass Gott als Gott Blut hat, son­dern dass der­jenige, der Gott ist, wirk­lich Men­sch gewor­den ist und darum Blut hat, und dass dieses Blut „Gottes Blut“ ist, weil es das Blut der göt­tlichen Per­son ist, die Men­sch ist. Genau so funk­tion­iert die christliche Redeweise seit den frühen Jahrhun­derten:

Sie hält fest, Gott hat kein Blut nach sein­er göt­tlichen Natur; und doch ist das Blut Christi Gottes Blut, weil Chris­tus Gott ist.

Warum ist das so entschei­dend für das Heil? Weil das Kreuz nicht nur ein moralis­ches Zeichen ist, son­dern ein ret­ten­des Geschehen. Wenn Jesus nur Men­sch wäre, dann kön­nte sein Tod zwar ein mächtiges Zeug­nis sein, aber er bliebe inner­halb der Gren­zen des Men­schlichen. Ein endlich­er Men­sch kann nicht die Last der Sünde der Welt tra­gen und nicht in die Tiefe der Gottver­lassen­heit hin­ab­steigen, um sie von innen her zu über­winden. Wenn Jesus nur Gott wäre, ohne echte Men­schlichkeit, dann wäre das Kreuz eine Insze­nierung ohne wirk­liche Teil­nahme. Dann wäre der Trost der christlichen Botschaft hohl. Denn wir bräucht­en nicht nur einen Gott, der von oben erk­lärt, dass er uns liebt, son­dern einen Ret­ter, der unser Men­sch­sein wirk­lich annimmt und in unser­er Geschichte wirk­lich durch Leid und Tod geht.

Genau das fasst der Hebräer­brief mit großer seel­sorg­er­lich­er Kraft zusam­men: „Denn wir haben nicht einen Hohen­priester, der nicht kön­nte mit lei­den mit unser­er Schwach­heit, son­dern der ver­sucht wor­den ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.“ (Hebräer 4,15). Und etwas später heißt es: „Da nun die Kinder Fleisch und Blut haben, hat auch er in gle­ich­er Weise daran Anteil gehabt, damit er durch den Tod den zunichte mache, der die Macht des Todes hat…“ (Hebräer 2,14). Der Sohn nimmt Fleisch und Blut an, ger­ade um durch den Tod zu gehen. Der Tod ist hier nicht Unfall, son­dern Weg. Es ist Gotte­s­plan! Und er ist zugle­ich der Ort der Befreiung.

Wenn man die Pas­sion liest, merkt man außer­dem, dass Jesu Ster­ben nicht ein­fach nur das biol­o­gis­che Ende ist, son­dern eine tief­ere Dimen­sion hat. Jesus schre­it: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver­lassen?“ (Markus 15,34; vgl. Psalm 22,2). Dieses Wort ste­ht nicht nur für Schmerz, son­dern für eine Erfahrung der Got­tferne, die viele Men­schen ken­nen, und die christlich gedeutet wird als die Tiefe, in die Chris­tus hin­ab­steigt. Nicht weil der Vater den Sohn aufhört zu lieben, son­dern weil der Sohn als Men­sch die volle Wirk­lichkeit dessen durch­lei­det, was Sünde und Tod an Got­tferne bedeuten. Damit wird nichts beschönigt. Ger­ade darin liegt die Hoff­nung: dass Chris­tus nicht an der Ober­fläche unser­er Not bleibt, son­dern sie bis in den Grund hinein teilt.

Und hier zeigt sich auch, warum der Tod Christi „unendlich wirk­sam“ genan­nt wird. Nicht, weil der Schmerz kör­per­lich unendlich gewe­sen wäre, son­dern weil die Per­son, die lei­det, unendlich ist. Der Wert, das Gewicht, die heils­geschichtliche Trag­weite dieses Todes hängt nicht zuerst an der Inten­sität der Folter, son­dern an der Iden­tität dessen, der sich hin­gibt. Wenn die Per­son, die stirbt, der ewige Sohn Gottes ist, dann hat sein Selb­stopfer eine Reich­weite, die alle Zeit­en und alle Men­schen umfasst. Daher spricht das Neue Tes­ta­ment in ein­er Weise, die keine Gren­zen ken­nt: „Denn was er gestor­ben ist, das ist er der Sünde gestor­ben ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott.…“ (Römer 6,10). Und Johannes beken­nt Chris­tus als „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt“ (Johannes 1,29).

Das bedeutet nicht, dass Gott in seinem Wesen zer­bricht oder dass die Dreieinigkeit am Kreuz auseinan­der­fällt. Der Vater bleibt der Vater, der Sohn bleibt der Sohn, der Geist bleibt der Geist. Aber der Sohn erlebt den Tod real in sein­er men­schlichen Natur, und diese men­schliche Natur gehört ihm wirk­lich. Darum ist der Tod Christi nicht ein Geschehen an einem frem­den Men­schenkör­p­er, son­dern am men­schge­wor­de­nen Sohn selb­st. Und deshalb kann das Kreuz Ort der Offen­barung Gottes sein. „Wer mich gese­hen hat, der hat den Vater gese­hen“, sagt Jesus (Johannes 14,9). Das gilt nicht nur für seine Worte und Wun­der, son­dern ger­ade auch für seinen Weg der Erniedri­gung. Denn die göt­tliche Her­rlichkeit zeigt sich hier als Liebe, die sich hin­gibt, nicht als Macht, die sich schützt.

Paulus bringt diese Logik in Philip­per 2,6–8 mit großer Dichte zum Aus­druck: Chris­tus Jesus „… der in göt­tlich­er Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gle­ich zu sein, son­dern entäußerte sich selb­st… und wurde gehor­sam bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz.“ Hier wird nicht erzählt, dass ein Men­sch beson­ders fromm war, son­dern dass der­jenige, der göt­tlich ist, sich erniedrigt und bis zum Kreuz geht. Der Tod am Kreuz ist der Tief­punkt dieser Selb­sthingabe und zugle­ich ihre Wahrheit.

Vielle­icht kann man es so sagen: Wer starb am Kreuz? Es starb Jesus Chris­tus. Und Jesus Chris­tus ist eine Per­son, der Sohn Gottes. Diese Per­son starb wirk­lich, und zwar in sein­er men­schlichen Natur. Gott an sich stirbt nicht; aber Gott der Sohn hat den Tod erlit­ten, weil er wirk­lich Men­sch wurde. Das ist kein scholastis­ch­er Trick, son­dern die einzige Weise, bei­des zu bewahren: dass Gott wahrhaft Gott bleibt, und dass Gott uns in Chris­tus wahrhaft bis in den Tod nahekommt.

Für den Glauben und für das Herz ist das nicht bloß eine Lehrformel. Es bedeutet, dass im Kreuz nicht nur ein Men­sch lei­det, der von Gott ver­lassen scheint, son­dern dass Gott selb­st in Chris­tus die Gottver­lassen­heit betritt. Damit wird keine men­schliche Nacht mehr „got­t­los“ im Sinn von got­tfern, ohne dass Gott dort gewe­sen wäre. Chris­ten beten deshalb nicht zu einem Gott, der den Schmerz nur beobachtet, son­dern zu einem Gott, der ihn ken­nt, von innen. Der Aufer­standene trägt Wund­male. Das ist eine der ein­dringlich­sten Aus­sagen der Evan­gelien, denn es zeigt: Die Aufer­ste­hung radiert das Kreuz nicht aus, son­dern ver­wan­delt es. Der Gekreuzigte ist der Aufer­standene, und der Aufer­standene ist der Gekreuzigte.

So führt die Frage „Wer starb am Kreuz?“ let­ztlich zu ein­er noch größeren Frage: Wer ist dieser Jesus? Wenn er nur Men­sch ist, bleibt das Kreuz tragisch. Wenn er nur Gott ist, bleibt es unwirk­lich. Wenn er aber der Gott-Men­sch ist, wahrer Gott und wahrer Men­sch in ein­er Per­son, dann wird das Kreuz zum Ort, an dem Gottes Liebe nicht nur behauptet, son­dern gelebt wird, nicht nur erk­lärt, son­dern getan. Gott beweist seine Liebe nicht durch Dis­tanz, son­dern durch Nähe, nicht durch Macht, son­dern durch Hingabe. Und deshalb kann der christliche Glaube sagen, ohne sich zu wider­sprechen: Am Kreuz starb der Sohn Gottes. Gott kann nicht ster­ben, und doch starb der Gottes­sohn, als Men­sch. Damit ist das Geheim­nis des Heils nicht gelöst wie ein Rät­sel, aber es ist eröffnet wie eine Tür, durch die man hin­durchge­hen kann: in Anbe­tung, in Dankbarkeit, in Hoff­nung und in Gottes­furcht.

Das heißt:

Jesus war wahrer Men­sch und wahrer Gott zu gle­ich!

Das Chris­ten­tum meint damit nicht, dass Jesus ein biss­chen Gott und ein biss­chen Men­sch gewe­sen wäre, son­dern ganz Men­sch und ganz Gott. Diese bei­den Wirk­lichkeit­en sind in ihm nicht ver­mis­cht und nicht getren­nt, son­dern in ein­er einzi­gen Per­son vere­int. Darum kon­nte Jesus als Men­sch wirk­lich lei­den, hungern, müde wer­den und ster­ben. Und zugle­ich ist der­selbe Jesus als Gott ewig, heilig und der Ursprung des Lebens.

So kann man es präzise for­mulieren: Am Kreuz starb nicht ein­fach nur ein Men­sch, son­dern Jesus Chris­tus, die Per­son des Sohnes. Er starb wirk­lich nach sein­er men­schlichen Natur. Nach sein­er göt­tlichen Natur kann Gott nicht ster­ben. Trotz­dem darf die Kirche sagen: Der Sohn Gottes ist für uns gestor­ben, weil der Ster­bende nie­mand anderes ist als der göt­tliche Sohn, der Men­sch gewor­den ist.

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