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"HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit." (2.Samuel 7,28)

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Lesen, Hören, Bewahren: Segen der Offenbarung!

Beckblogger (4)

Offen­barung 1,3

“Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weis­sa­gung und behal­ten; was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.” (LUTH 1984)

In der Offen­barung find­en wir ver­schiedene Aus­sagen, die als Selig­preisun­gen zu ver­ste­hen sind und die uns auch heute noch eine tiefe Ein­sicht in das Leben mit Gott ermöglichen. In Offen­barung 1,3 heißt es, dass diejeni­gen selig sind, die die Worte der Weis­sa­gung lesen, hören und bewahren, weil die Zeit nahe ist. Dieses Ver­sprechen richtet sich an Men­schen, die sich aktiv mit dem Wort Gottes auseinan­der­set­zen, die aufmerk­sam zuhören und das Gehörte nicht nur zur Ken­nt­nis nehmen, son­dern auch im All­t­ag umset­zen. Die Zeit, von der hier gesprochen wird, mah­nt uns zur Wach­samkeit und zur Bere­itschaft, unser Leben in Übere­in­stim­mung mit Gottes Willen zu leben.

Weit­er­hin sprechen die sieben Selig­preisun­gen der Offen­barung von Per­so­n­en, die in beson­der­er Weise in Beziehung zu Chris­tus ste­hen. Dazu gehören diejeni­gen, die in dem Her­rn ster­ben, also ihr irdis­ches Leben in seinem Ver­trauen und sein­er Treue abschließen, was ihnen ewiges Leben sichert. Diese Verbindung zeigt uns, wie wichtig die geistliche Aus­rich­tung auf den erhöht­en Her­rn ist, nicht nur im Leben, son­dern ger­ade auch im Ster­ben. Eben­so heißt es, dass die, welche wachen, selig sind. Dieses Wach­sein meint eine innere Aufmerk­samkeit und eine klare Hal­tung gegen die Ver­suchun­gen und Ablenkun­gen der Welt. Wer wach ist, ver­liert den Blick auf das Wesentliche nicht und ist bere­it, das zu tun, was Gott von ihm ver­langt.

Beson­ders stark wird die Ein­ladung an die genan­nt, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind. Dieses Bild ist nicht nur ein geistlich­es Zeichen der Gemein­schaft mit Jesus, son­dern auch eine Zusage, Teil­haber an seinem Sieg und sein­er Her­rlichkeit zu sein. In diesem Zusam­men­hang ist die erste Aufer­ste­hung zu erwäh­nen. Sie ste­ht für die Herrschaft der Gläu­bi­gen in der neuen Welt und für das Geschenk eines Lebens, das über den Tod hin­aus­ge­führt wird. Das gemein­same Teilen an diesem Erleb­nis ist eine große Hoff­nung für jeden, der fest an Jesus glaubt und sein Leben ihm anver­traut.

Ein weit­er­er wichtiger Punkt ist das Hal­ten des Wortes und der Gebote Gottes, das in der Offen­barung aus­drück­lich als Selig­preisung genan­nt wird. Dies bedeutet, dass der Glaube nicht nur aus Lip­pen­beken­nt­nis­sen beste­ht, son­dern sich in konkretem Han­deln zeigt, das Gottes Willen entspricht. Wer sein Leben nach Gottes Wort aus­richtet, wird dadurch geseg­net und erhält die Kraft, auch schwierige Zeit­en zu beste­hen. Schließlich wer­den diejeni­gen geseg­net, die ihre Klei­der waschen und so teil­haben dür­fen am Baum des Lebens. Das Waschen der Klei­der ste­ht sym­bol­isch für die Reini­gung vom Bösen, für das neue Leben in Rein­heit und Heiligkeit. Es ist die Voraus­set­zung dafür, Zugang zur neuen Stadt zu erhal­ten, in der Gemein­schaft mit Gott ewig erfahren wird.

Diese Aus­sagen laden uns ein, das Leben mit Jesus bewusst zu gestal­ten. Sie ermuti­gen uns, das Wort Gottes ernst zu nehmen, unser Herz zu reini­gen und die Gemein­schaft mit dem Her­rn zu suchen. Wer in dieser Weise lebt, wird nicht nur gegen­wär­tig geseg­net, son­dern erhält auch die feste Hoff­nung auf ein Leben, das über diese Welt hin­ausstrahlt. Das Lesen der Offen­barung und das Verin­ner­lichen ihrer Botschaften fordert uns dazu her­aus, nicht pas­siv zu bleiben, son­dern aktiv die Beziehung zu Gott zu pfle­gen und seine Ver­heißun­gen im All­t­ag ernst zu nehmen. Wer sich auf diesen Weg macht, erfährt eine tiefe Freude und eine nicht zu erschüt­ternde Sicher­heit, weil die Ver­heißun­gen Gottes unver­brüch­lich sind und die Zeit sein­er Erfül­lung nahe ist. So bietet uns die Offen­barung nicht nur eine prophetis­che War­nung, son­dern auch eine große Ein­ladung zur Teil­nahme an Gottes her­rlichem Plan.

“Selig ist, der da liest”, heißt es in der Offen­barung, und dieser Satz trägt eine tiefe Bedeu­tung für unser heutiges Leben, ger­ade in ein­er Zeit, die von ein­er Vielzahl an Infor­ma­tio­nen und oft auch Ober­fläch­lichkeit geprägt ist. Es ist nicht nur hil­fre­ich, son­dern uner­lässlich, dass wir uns mit dem Buch der Offen­barung auseinan­der­set­zen, ja mit der ganzen Heili­gen Schrift in ihrem Zusam­men­hang. Dass wir bei diesem auch manch­mal dunkel und schw­er ver­ständlich wirk­enden Buch nicht resig­nieren oder es bei­seit­elegen, son­dern mutig und behar­rlich lesen und darüber nach­denken. Ger­ade in ein­er Welt, die sich durch ständi­ge Ablenkung und Schnel­llebigkeit ausze­ich­net, kann das Wort Gottes uns den Weg erhellen und Sicher­heit schenken, auch wenn uns Her­aus­forderun­gen und Fra­gen begeg­nen, die auf den ersten Blick kaum zu lösen sind.

Das große Prob­lem unser­er Zeit ist, dass die Schrift oft nur noch frag­men­tarisch wahrgenom­men wird. Viele Men­schen lesen sie nicht mit der notwendi­gen Tiefe und Aus­dauer, son­dern greifen sich Stellen her­aus, die ihnen gefall­en oder die in aktuellen Diskus­sio­nen ger­ade ange­sprochen wer­den. Diese Herange­hensweise führt jedoch leicht dazu, dass die Zusam­men­hänge und das Gesamt­bild ver­loren gehen. Das Wort Gottes ist jedoch ein großes Buch, dessen Botschaft wir in ganzen Teilen ver­ste­hen müssen, um ein festes Fun­da­ment für unseren Glauben zu erhal­ten. Das eigentliche Lesen, von dem hier gesprochen wird, umfasst aber nicht nur das stille eigene Studieren. Es meint auch das Vor­lesen und das Ausle­gen des Wortes Gottes mit­ten in der Gemein­schaft der Gläu­bi­gen.

In vie­len Gemein­den heute wird das regelmäßige, gründliche Vor­lesen und Erk­lären der Schrift lei­der ver­nach­läs­sigt. Die Wertschätzung für dieses alltägliche Miteinan­der am Wort Gottes schwindet und wird oft durch einen schnellen, ober­fläch­lichen Zugang erset­zt. Das hat zur Folge, dass viele Men­schen nicht mehr erfahren, wie lebendig und ansprechend das Wort Gottes sein kann, wenn es gut erk­lärt und mit Leben gefüllt wird. Die Stelle erin­nert uns jedoch daran, dass die, die das Wort lesen und hören, selig sind. Diese Seligkeit beste­ht darin, dass in der Mitte dieser Gemein­schaft der Herr gegen­wär­tig ist. Er ist nicht nur ein fernes Wesen aus alten Zeit­en, son­dern spricht heute noch zu uns durch sein Wort.

Wenn wir also in der Gemeinde zusam­menkom­men und das Wort Gottes hören, dann ist es Chris­tus selb­st, der zu uns spricht. Diese Gegen­wart gibt Zuver­sicht und tiefe Gebor­gen­heit. Es fordert uns aber auch her­aus, aufmerk­sam zu sein und den Worten, die da gesprochen wer­den, zu ver­trauen und sie im All­t­ag umzuset­zen. Das Hören ist keine pas­sive Hand­lung, son­dern ein aktives, inner­lich­es Mit­ge­hen, das den Glauben stärkt und uns befähigt, im Leben nach Gottes Willen zu han­deln. Das gelebte Zuhören in der Gemeinde bewahrt uns davor, im Glauben wankelmütig zu wer­den und erle­ichtert es, den eige­nen Weg auch unter schwieri­gen Umstän­den stand­haft zu gehen.

Diese Ein­heit von Lesen, Hören und Bewahren ist ein unschätzbares Geschenk. Sie macht den Glauben lebendig und trägt Früchte, die wir in unserem All­t­ag deut­lich spüren kön­nen. Wer sich darauf ein­lässt, wird allmäh­lich sicher­er im Umgang mit den Aus­sagen der Heili­gen Schrift und kann eine tiefe Gewis­sheit entwick­eln, die ihn durch eine unüber­sichtliche Welt trägt. Dabei entste­hen keine ein­fachen Rezepte für ein sor­gen­freies Leben, aber eine geerdete Kraft und Klarheit, die uns befähigt, unsere Entschei­dun­gen im Licht des Glaubens zu tre­f­fen und Her­aus­forderun­gen mit Mut und Ver­trauen zu begeg­nen. Die Ein­ladung ist klar und dringlich:

Wir sollen das Wort Gottes nicht nur lesen, son­dern es auch hören und bewahren, damit es uns wirk­lich prägt.

In dieser Hal­tung liegt der Schlüs­sel zu einem Leben, das nicht durch äußere Umstände erschüt­tert wird, son­dern das in der Nähe Gottes fes­ten Halt find­et. Eine so lebendi­ge Gemein­schaft mit dem Wort Gottes ist eine Quelle der Kraft in Zeit­en, in denen Verun­sicherung und Zweifel weit ver­bre­it­et sind, und sie macht den Gläu­bi­gen wirk­lich selig.

Wenn es in der Offen­barung heißt “Und behal­ten, was darin geschrieben ist”, dann weist dieser Aus­druck weit über das bloße Wahrnehmen der Worte hin­aus. Es geht nicht nur darum, die prophetis­che Botschaft zu hören oder sie im Gedächt­nis festzuhal­ten, son­dern es geht vor allem darum, diese Worte eine lebendi­ge Kraft in unserem Leben wer­den zu lassen. Das “Behal­ten” ist ein aktiv­er Prozess, bei dem das Ver­trauen auf Gott und seine Zusagen auch in schwieri­gen Zeit­en nicht wankt. Diese Ver­ankerung im Herzen bewahrt uns davor, angesichts von Zweifeln oder Bedräng­nis­sen den Glauben zu ver­lieren oder uns von der Zuver­sicht zu ent­fer­nen, die Gott uns schenkt.

Das Fes­thal­ten an der Schrift zeigt sich in einem Leben, das geprägt ist von Gehor­sam und Treue. Wer “behal­ten” kann, dem bleibt Gottes Wort nicht fremd oder the­o­retisch, son­dern es wird zur Ori­en­tierung für jeden Schritt im All­t­ag. Dies bedeutet, dass wir uns nicht nur an schöne Erleb­nisse mit Gott erin­nern, son­dern dass wir seine Gebote und Ver­heißun­gen als verbindlich anerken­nen und auch dann an ihnen fes­thal­ten, wenn die Umstände schwierig wer­den. Der Gehor­sam gegenüber dem Wort fordert uns her­aus, uns in der Nach­folge Jesu klar zu posi­tion­ieren und ihm zu ver­trauen, auch wenn es unbe­quem wird oder wir Wider­stände erfahren. Es ist ein Mut, der aus einem tiefen inneren Fes­thal­ten an Gottes Wort gespeist wird und das Leben sta­bil macht.

Der Apos­tel Lukas stellt uns Jesus vor, wie er die Worte spricht, dass nicht jed­er, der ihn hört, automa­tisch Got­ter­füllt ist, son­dern dass diejeni­gen geseg­net sind, die das Wort Gottes hören und danach han­deln: “Er aber sprach: Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren” (Lukas 11,28 LUTH 2017).

Auch im Hebräer­brief wird die Ermu­ti­gung aus­ge­sprochen, das Ver­trauen in Gottes Ver­heißun­gen nicht zu ver­lieren: “Darum werft euer Ver­trauen nicht weg, welch­es eine große Beloh­nung hat” (Hebräer 10,35 LUTH 2017). So zeigt sich, dass Gehor­sam nicht blindes Fol­gen oder star­res Fes­thal­ten meint, son­dern ein lebendi­ges Hof­fen und das bewusste Ein­lassen auf Gottes Führung trotz aller Zweifel und Her­aus­forderun­gen.

Die Jünger, die nach Johannes 6,67–69 gefragt wur­den, ob sie ihn ver­lassen wollen, antworteten, dass sie keinen anderen Ort haben, an den sie gehen kön­nten: “Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch wegge­hen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkan­nt: Du bist der Heilige Gottes.” (LUTH 2017)

Dieses Zeug­nis macht deut­lich: Das Leben in der Nach­folge ist eng mit dem Fes­thal­ten am Wort ver­bun­den: Ver­trauen und Gehor­sam greifen dabei ineinan­der.

Am Ende ste­ht die Aus­sicht auf die Wiederkun­ft Jesu, die in der Offen­barung mehrfach betont wird. Die Worte “Denn die Zeit ist nahe” sind mehr als eine zeitliche Angabe. Sie weck­en eine Hal­tung der Bere­itschaft und des Wach­seins, die uns befähigt, im All­t­ag standzuhal­ten. Die Erwartung des Her­rn gibt Kraft, auch wenn die Gegen­wart her­aus­fordernd ist. Dieses Wis­sen schützt vor Res­ig­na­tion und stärkt die Aus­dauer in der Nach­folge. Ver­trauen auf Gott und der Gehor­sam ihm gegenüber gehören untrennbar zusam­men. Ohne Ver­trauen wird Gehor­sam schw­er und trock­en, ohne Gehor­sam bleibt Ver­trauen oft eine bloße Hoff­nung ohne Wirkung. Bei­de sind wie zwei Seit­en ein­er Medaille, die das Wesen des Christ­seins sicht­bar machen und zur Reife führen.

In unserem All­t­ag bedeutet dies, dass wir uns immer wieder bewusst machen müssen, wie wichtig es ist, Gottes Wort nicht nur zu hören, son­dern es in unser Herz aufzunehmen und dann mutig in der Prax­is zu leben. Sel­ten ist dies ein leichter Weg, denn schnell wer­den Hin­dernisse sicht­bar, Zweifel melden sich, oder wir spüren den Druck der Gesellschaft, in der die Werte Gottes oft ent­ge­gen­ste­hen. Ger­ade dann zeigt sich die Kraft des “Behal­tens”, das heißt, das Wort Gottes als das Fun­da­ment zu erken­nen, auf dem unser Leben ste­ht und das uns trotz aller Stürme trägt. Es ist ein täglich­er Prozess des Ler­nens und Wach­sens, der uns befähigt, unser Ver­trauen in Gott wirk­lich fest zu ver­ankern und unserem Glauben prak­tis­chen Aus­druck zu ver­lei­hen. So bere­it­et uns die Offen­barung auch heute darauf vor, in ein­er kom­plex­en Welt geistlich zu beste­hen, festzuhal­ten und wach zu sein, bis der Herr kommt.

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