Bibelblogger

"HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit." (2.Samuel 7,28)

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Gott lässt sich nicht spotten!

Beckblogger (9)

Jesa­ja 1,19–21

“Wollt ihr mir gehorchen, so sollt ihr des Lan­des Gut genießen. Weigert ihr euch aber und seid unge­hor­sam, so sollt ihr vom Schw­ert gefressen wer­den; denn der Mund des HERRN hat’s gere­det.”

Der Text aus Jesa­ja 1,19–21 spricht mit ein­er Klarheit und Dringlichkeit, die nicht nur die Men­schen des alten Israel ansprach, son­dern auch uns heute in ein­er sehr per­sön­lichen Weise. Gottes Worte in diesem Abschnitt sind wie ein Spiegel, der uns auf­fordert, unser Herz zu prüfen, unsere Wege zu hin­ter­fra­gen und uns neu auf den Her­rn auszuricht­en. Diese Verse bergen eine tiefge­hende Wahrheit, die sich sowohl auf die dama­lige Zeit als auch auf die heutige Welt über­tra­gen lässt. Sie zeigen die Kon­se­quen­zen von Gehor­sam und Unge­hor­sam gegenüber Gott auf und lassen keinen Raum für Gle­ichgültigkeit.

Gott spricht hier zu seinem Volk, das sich von ihm ent­fer­nt hat. Das Buch Jesa­ja begin­nt mit ein­er schar­fen Anklage gegen Israel, das von Gott erwählt, geseg­net und geführt wurde, sich aber den­noch in Rebel­lion gegen ihn befind­et. Das Volk hat die Gebote des Her­rn ver­lassen und lebt ohne Rück­sicht auf seinen Willen. Den­noch begeg­net Gott seinem Volk nicht mit endgültigem Zorn, son­dern mit ein­er Ein­ladung zur Umkehr. Diese Ein­ladung ist an eine klare Bedin­gung geknüpft: Gehor­sam.

„Wollt ihr mir gehorchen, so sollt ihr des Lan­des Gut genießen.“ Diese Worte zeigen die Herzen­se­in­stel­lung Gottes. Er möchte seinem Volk Gutes tun, er will sie seg­nen und ihnen das Beste geben. Das Land, das hier erwäh­nt wird, war das ver­heißene Land Kanaan, das den Israeliten als Erbe gegeben wurde. Es war ein Land, das für Über­fluss, Ver­sorgung und göt­tlichen Segen stand. Doch dieser Segen war an den Gehor­sam gegenüber Gott gebun­den. Gehor­sam bedeutete nicht nur das Befol­gen äußer­er Geset­ze, son­dern eine innere Hal­tung der Hingabe und Liebe zu Gott. Es bedeutete, ihm mit ganzem Herzen, ganz­er Seele und ganz­er Kraft nachzu­fol­gen.

Für uns heute ist diese Ver­heißung nicht weniger rel­e­vant. Auch wir sind ein­ge­laden, des „Lan­des Gut“ zu genießen, wenn wir Gott gehorchen. Dieses „Gut“ kann viele For­men annehmen. Es kann sich in Frieden, Freude, geistlichem Wach­s­tum und der Erfahrung von Gottes Nähe zeigen. Doch auch wir ste­hen vor der gle­ichen Her­aus­forderung wie das Volk Israel: Wer­den wir Gottes Stimme hören und ihm gehorchen, oder wer­den wir unseren eige­nen Weg gehen?

Gott spricht. Noch immer. Durch sein Wort, durch seinen Geist, durch das Zeug­nis der­er, die ihm gehorchen. Doch die Frage bleibt: Wer hört noch hin? Wer beugt sich noch unter das lebendi­ge Wort, das tren­nt zwis­chen Wahrheit und Täuschung, zwis­chen Licht und Fin­ster­n­is?

Heute erleben wir eine kirch­liche Land­schaft, in der Gottes Wort zunehmend ver­s­tummt – nicht weil es schweigt, son­dern weil es nicht mehr gewün­scht ist. Man erset­zt es durch das eigene Gefühl, durch das, was „sich gut anfühlt“, was „nie­man­den ver­let­zt“, was „anschlussfähig“ ist. Doch das Evan­geli­um war nie bequem. Es war nie gefäl­lig. Es war nie ein Regen­bo­gen, den man sich über die eigene Befind­lichkeit span­nt.

Die Anbe­tung des Regen­bo­gens, als Sym­bol ein­er Ide­olo­gie, die sich über Gottes Schöp­fung­sor­d­nung erhebt, erset­zt die Anbe­tung des lebendi­gen Gottes. Die Anbe­tung der eige­nen Gefüh­le erset­zt die Buße. Die Recht­fer­ti­gung der Abtrei­bung erset­zt das Beken­nt­nis zur Heiligkeit des Lebens. Und die Kirche? Sie schweigt. Oder sie seg­net, was Gott nicht seg­net.

„Zugrunde geht mein Volk, weil es ohne Erken­nt­nis Gottes ist. Weil du die Erken­nt­nis ver­wor­fen hast, will ich dich auch ver­w­er­fen, dass du nicht mehr mein Priester sein sollst. Weil du die Weisung deines Gottes vergessen hast, will ich auch deine Kinder vergessen“, spricht der Herr (Hosea 4,6). Nicht weil es keine Bibeln mehr gäbe, son­dern weil man sie nicht mehr auf­schlägt. Nicht weil Gott nicht mehr redet, son­dern weil man seine Stimme nicht mehr hören will.

Es ist Zeit zur Umkehr. Zeit, sich neu unter das Wort zu stellen. Zeit, den schmalen Weg zu gehen – nicht den bre­it­en, der zur Ver­damm­nis führt. Es ist Zeit, sich nicht länger vor der Welt zu recht­fer­ti­gen, son­dern vor Gott zu beste­hen. Denn eines Tages wird nicht die Welt über uns richt­en, son­dern der Herr selb­st. Und dann wird nicht zählen, wie inklu­siv, tol­er­ant oder anschlussfähig wir waren – son­dern ob wir treu waren. Ob wir gehört haben. Ob wir gehorcht haben.…denn am Tag des Gerichts wird nicht unsere Weltkon­for­mität beste­hen, son­dern allein unsere Treue zum Wort.

„Weigert ihr euch aber und seid unge­hor­sam, so sollt ihr vom Schw­ert gefressen wer­den.“ Diese Aus­sage mag hart erscheinen, doch sie zeigt die Kon­se­quen­zen eines Lebens in Rebel­lion gegen Gott. Das Schw­ert ste­ht hier für Gericht und Bestra­fung. Gott lässt sich nicht spot­ten. Sein Wesen ist gerecht, und er kann Sünde nicht ein­fach überse­hen. Doch dieses Gericht ist niemals Gottes erster Wun­sch. Sein Ziel ist es immer, uns zur Umkehr zu bewe­gen. Wenn wir uns jedoch weigern, seine Gnade anzunehmen und in seinen Wegen zu wan­deln, dann wählen wir let­ztlich selb­st die Kon­se­quen­zen unseres Han­delns.

Auch in unserem Leben kön­nen wir diese Real­ität erfahren. Wenn wir uns von Gott abwen­den und unseren eige­nen Weg gehen, erleben wir nicht nur geistliche Leere, son­dern oft auch die zer­störerischen Fol­gen unser­er Entschei­dun­gen. Unge­hor­sam gegenüber Gott führt zu einem Leben außer­halb sein­er Seg­nun­gen, und das ist ein Zus­tand, der uns tief­greifend beein­trächtigt. Es ist, als wür­den wir das Licht ver­lassen und uns in die Dunkel­heit begeben, wo Ori­en­tierungslosigkeit, Schmerz und Zer­störung herrschen. Doch auch in dieser Dunkel­heit bleibt Gott nicht untätig. Er ruft uns immer wieder zurück zu sich, denn seine Liebe ist größer als unsere Schuld.

Jesa­ja erin­nert uns daran, dass es eine Entschei­dung ist, die jed­er Men­sch tre­f­fen muss. Gott zwingt nie­man­den, ihm zu gehorchen. Er lädt uns ein, er wirbt um unser Herz, aber er respek­tiert auch unseren freien Willen. Diese Entschei­dung hat jedoch Kon­se­quen­zen, die wir nicht ignori­eren kön­nen. Gehor­sam führt zu Leben, zu Segen und zu ein­er tiefen Gemein­schaft mit Gott. Unge­hor­sam führt zu Tren­nung, Ver­lust und let­ztlich zum Gericht.

Für uns Chris­ten ist es wichtig zu erken­nen, dass der Gehor­sam gegenüber Gott nicht aus eigen­er Kraft möglich ist. Unsere men­schliche Natur neigt dazu, den eige­nen Weg zu gehen und Gottes Willen zu ignori­eren. Doch durch Jesus Chris­tus haben wir die Möglichkeit, ein neues Leben zu führen. Er hat die Strafe für unseren Unge­hor­sam getra­gen und uns mit Gott ver­söh­nt. Durch den Heili­gen Geist sind wir befähigt, Gottes Gebote zu hal­ten und ihm von Herzen zu dienen. Gehor­sam wird so nicht zu ein­er Last, son­dern zu ein­er Freude, weil wir aus der Kraft Gottes leben dür­fen.

Der Text aus Jesa­ja 1,19–21 erin­nert uns daran, dass Gottes Worte zeit­los sind. Sie fordern uns auf, unser Leben vor ihm zu prüfen und die Pri­or­itäten neu zu ord­nen. Sind wir bere­it, ihm zu gehorchen und seine Wege zu gehen? Sind wir bere­it, die Seg­nun­gen zu emp­fan­gen, die er für uns bere­i­thält? Oder ver­weigern wir uns und gehen unseren eige­nen Weg, trotz der Kon­se­quen­zen? Gott lässt uns die Wahl, aber er zeigt uns auch deut­lich, was auf dem Spiel ste­ht.

Möge dieser Text uns dazu ermuti­gen, unsere Herzen vor Gott zu öff­nen, seine Stimme zu hören und uns ihm ganz hinzugeben. Denn nur in der Gemein­schaft mit ihm find­en wir das wahre Leben, das er uns schenken möchte. Sein Ruf gilt heute genau­so wie damals: „Wollt ihr mir gehorchen, so sollt ihr des Lan­des Gut genießen.“ Mögen wir diesen Ruf mit einem willi­gen und gehor­samen Herzen beant­worten.

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